Ist das noch Humor?

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Einst lebte in Deutschland der Autor Kurt Tucholsky. Er meinte einmal „Satire darf alles“. Dass dem heutzutage nicht mehr so ist, haben die etablierten BRD-Medien schon mehrfach unter Beweis gestellt.

von Christian Schwochert

Einst lebte in Deutschland der Autor Kurt Tucholsky. Er meinte einmal „Satire darf alles“. Dass dem heutzutage nicht mehr so ist, haben die etablierten BRD-Medien schon mehrfach unter Beweis gestellt. Nun kam es vor Kurzem beim Düsseldorfer Karneval zu einem Vorfall, bei dem man sich zum einen fragen muss, ob es wirklich satirisch gemeint ist? Zum anderen drängt sich kritischen Beobachtern die Frage auf, ob es wirklich Satire ist, wenn jemand etwas macht, was in den BRD-Medien Beifall auslöst und mit dem sich die Macher nicht etwa wider den herrschenden Zeitgeist stellen, sondern dem Denken der Machthaber im eigenen Land völlig entsprechen? Zumal ein Studienkreis einmal herausfand, eine Satire „zeigt die Fehler und Schwächen von Menschen auf, übt häufig indirekt Kritik am Mensch-Sein. Das zeigt sie spöttisch und humorvoll.“

Tilly 2021: “Der Rosenmontagszug in Düsseldorf fällt wegen der Corona-Pandemie in Düsseldorf aus. Aber auf die Mottowagen von Jacques Tilly muss niemand verzichten. Acht Statements rollten am Montag durch Düsseldorf.” Anmerkung: politisch korrekte Statements natürlich!

Das war offenkundig nicht der Fall, als der Düsseldorfer Karneval, der coronabedingt nur auf Sparflamme stattfinden durfte, zufällig gerade mit einem Wagen auffiel, der die Abtreibungspolitik in Polen thematisiert. Der Wagen mit der Beschriftung „Abtreibungsrecht“, der durch die Stadt gefahren war, zeigte einen Mann, der dem konservativen polnischen Politiker Jaroslaw Kaczynski (PiS) ähnelt und der einer Frau mit einem Kreuz einen Pflock in die Brust schlägt. Lustig war der Wagen jedenfalls nicht, zumal dort auch klar die Rollen vertauscht wurden. Kaczynski wird als Mörder hingestellt, obwohl es eigentlich die ungeborenen Kinder sind, die durch Abtreibungen auch in Deutschland hunderttausendfach umgebracht werden. Entsprechend wenig begeistert äußerte sich ein Sprecher der polnischen Botschaft laut der Jungen Freiheit. Dem patriotischen Medium zufolge erklärte er, zwar „werde die Karnevalstradition im Rheinland geschätzt. Aber die Darstellung auf dem Wagen könnte ‘von vielen Menschen, nicht nur in Polen, als verletzend angesehen werden’. Weiter hieß es: ‘Der katholische Glaube, seine Werte und Symbole spielen jedoch für viele Menschen weltweit eine besondere Rolle im Leben, insbesondere in unsicheren Zeiten, wie wir sie alle während der Pandemie erleben.’ Daran hätten die Organisatoren des Karnevalsumzugs denken sollen.“

Allerdings war das offenbar genau das was der Organisator wollte. Jacques Tilly, der für den Wagen verantwortlich ist, sagte dazu: „Dieser Wagen sollte ja auch treffen, der sollte die Regierung treffen, sollte das Verfassungsgericht treffen und wenn die sich aufregen, dann ist das ein Zeichen, dass das gelungen ist.“

Hintergrund des Ganzen sind die linken Proteste in Polen. Dort hatte das Verfassungsgerichts geurteilt, dass Ungeborene auch dann nicht abgetrieben werden dürfen, wenn sie Fehlbildungen aufweisen. Im Grunde ein wichtiger Schritt in Sachen Lebensrecht. Man sollte meinen, dass jemand wie Jacques Tilly, der immerhin Mitglied des Beirats der evolutionär-humanistischen „Giordano Bruno Stiftung“ ist, sowas unterstützt. Immerhin gibt sich die Stiftung ja sehr human. So behauptet sie, sich für Kinderrechte einzusetzen, was offenbar jedoch nicht für das Recht der Kinder (auch Behinderter) auf Leben gilt. Schaut man sich die weiteren Stiftungsprojekte an, zu denen die „Flüchtlingshilfe“ ebenso gehört wie die Erstellung einer Webseite für Abtreibungsinformationen, weiß man wessen Geistes Kind der Wagenmacher und seine Genossen sind.

Weiterführende Informationen:

Köln: “Flüchtlingskapitänin” bekommt Karnevalspreis

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Eine Antwort

  1. Dieses Jahr ist mir garnicht aufgefallen, daß es Karneval gibt – und das ist gut so! Es ist abgeschaft – und das kann es auch bleiben! Jetzt noch Leute zu feiern, die es mißbrauchen um politische Gegner oder Unliebsame anzugreifen, ist voll daneben. Ursprünglich war es mal dazu da, die Obrigkeit zu kritisieren, im alten Rom hatten die Herren und Sklaven die Rollen getauscht.

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