Jedes Jahr im Mai bietet sich das gleiche Bild: Männergruppen ziehen mit geschmückten Bollerwagen durch die Lande. Doch während der moderne „Vatertag“ oft zur bloßen Kulisse für kollektiven Alkoholkonsum verkommt, gerät der eigentliche Kern dieses Tages – und die fundamentale Bedeutung der Vaterschaft selbst – immer mehr in Vergessenheit. In einer Zeit, die traditionelle Rollenbilder aktiv dekonstruiert, lohnt ein Blick zurück zu den Wurzeln, um den Kompass für die Zukunft neu auszurichten.
Die Ur-Wurzeln: Donar und das Erwachen der Kraft
Dass der Vatertag untrennbar mit dem Donnerstag verbunden ist, führt uns direkt in unsere eigene mythologische Geschichte. Der Donnerstag ist der Tag des Donar (Thor), des germanischen Gottes, der als Beschützer der Menschen und Inbegriff männlicher Tatkraft gilt.
In der germanischen Edda, speziell in der Thrymskvidha, finden wir eine Erzählung von zeitloser Symbolik: Der Riese Thrym stiehlt Thors Hammer Mjölnir und verbirgt ihn „acht Rasten tief“ in der Erde. Der Hammer ist hierbei weit mehr als eine Waffe; er ist ein Fruchtbarkeitssymbol und das Werkzeug, mit dem die Ordnung gegen das Chaos verteidigt wird. Das Vergraben in der Erde symbolisiert den Winter, die Heimholung des Hammers das Erwachen der Natur und die Rückkehr der Lebenskraft.
Wenn wir heute diesen Tag feiern, ehren wir – bewusst oder unbewusst – jene männliche Urkraft, die Leben schenkt, es schützt und den Raum für die Familie erst ermöglicht.
Der christliche Überbau: Die Heimkehr zum Vater
Auf der religiösen Ebene feiern wir Christi Himmelfahrt. Jenseits konfessioneller Grenzen liegt die zentrale Botschaft in der Rückkehr des Sohnes zum Vater. Es ist die Vollendung eines Weges und die Anerkennung einer höheren Autorität.
Historisch entwickelten sich aus den mittelalterlichen Flurprozessionen, die um den Segen für die Ernte baten, die späteren „Herrenpartien“. Es war ein Tag, an dem der Mann aus seinem Arbeitsalltag heraustrat, um seine Rolle in der Gemeinschaft und vor Gott zu bekräftigen.
Es geht um Identität und Herkunft – zwei Begriffe, die heute schmerzlich unter Beschuss stehen.
Der „Verlust der Väterlichkeit“ im Gender-Zeitalter
Wir leben in einer Ära, in der unter den Schlagworten Gender-Mainstreaming und LGBTQ-Ideologie versucht wird, die biologische Realität und die Einzigartigkeit der Vaterrolle zu nivellieren. Väter werden oft nur noch als „Elternteil 2“ wahrgenommen oder als entbehrliches Relikt einer „patriarchalen“ Vergangenheit dargestellt.
Der gesellschaftspolitische Preis für diesen „Gender-Wahn“ ist hoch:
- Identitätsverlust: Jungen fehlen die männlichen Vorbilder, der „Fels in der Brandung“, an dem sie sich reiben und wachsen können.
- Erosion der Familie: Die Abwertung der Väterlichkeit führt zu einer Schwächung des familiären Gefüges, das seit Jahrtausenden die Basis jeder stabilen Gesellschaft ist.
- Fehlende Männerfreundlichkeit:
Ein gesunder Stolz auf männliche Leistungen und Kameradschaft wird oft reflexartig als „toxisch“ diffamiert.
Doch wahre Väterlichkeit ist das Gegenteil von toxisch. Sie ist schützend, leitend und verantwortungsbewusst.

„Vater sein dagegen sehr!“ – Ein Plädoyer für die Ehre
Wir alle kennen das Sprichwort:
„Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr!“
Daran hat sich nichts geändert. Ein Vater zu sein bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, wenn es unbequem wird. Es bedeutet, die eigenen Bedürfnisse hintenanzustellen, um für die nächste Generation eine sichere Basis zu schaffen. Es ist eine Ehre, Vater sein zu dürfen – eine Aufgabe, die Mut erfordert und die wir wieder mit Stolz erfüllen sollten.
Fazit: Ein Hoch auf die echte Männlichkeit
Der Vatertag sollte kein Tag der bloßen Flucht aus dem Alltag sein, sondern ein Tag der Besinnung auf das, was uns als Männer ausmacht. Wir brauchen keine „geschlechterneutralen“ Erziehungsmodelle, sondern starke Väter, die ihren Kindern Wurzeln geben, damit diese später Flügel haben können.
In diesem Sinne: Genießen wir das kühle Bier in kameradschaftlicher Runde – „heute mal erlaubt“ und absolut verdient. Aber vergessen wir dabei nicht den Hammer des Donar und die Verantwortung, die wir als Väter für unsere Familien und unsere Zukunft tragen.
Alles Gute zum Vatertag an alle Männer, die noch wissen, was dieses Wort bedeutet!
■ Peter Schreiber
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