Vom Kaiserdom zum Kyffhäuser

REICHSTOUR II: VON DEN SALIERN ZU BARBAROSSA

Geschichte liegt nicht nur zwischen Buchdeckeln. Manchmal muss man sich auf den Weg machen, um zu begreifen, welche Dimensionen sich hinter Namen, Jahreszahlen und längst vergangenen Herrscherdynastien verbergen.

Unsere Reichstour I („Von Karl zu Otto“) führte von Aachen über Paderborn, Enger, Quedlinburg, Memleben und Meißen nach Magdeburg – auf den Spuren Karls des Großen, Widukinds, Heinrichs I. und Ottos des Großen. Mit Reichstour II setzen wir die Reise fort.

Diesmal führt der Weg von den Saliern zu den Staufern, vom Rhein bis zum Kyffhäuser:

Speyer → Worms → Bingen → Mainz → Frankfurt → Gelnhausen → Kyffhäuser

Mit ins Reisegepäck gehört wieder die AUFGEWACHT+-Sonderausgabe „DAS REICH. HEILIG. DEUTSCH. STARK.“. Denn die Orte liefern die Kulisse – das Heft liefert die Geschichten dahinter.

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Titelabbildung der Sonderausgabe DAS REICH. Heilig. Deutsch. Stark. aus der Reihe AUFGWACHT+ DIE DEUTSCHE STIMME.

So funktioniert die Reichstour

Nehmen Sie die Sonderausgabe mit und nutzen Sie diesen Beitrag als Wegweiser. Zu jeder Station finden Sie die passenden Seitenzahlen. Manches liest sich am besten zur Einstimmung, anderes erst, nachdem man einen Dom betreten, eine Ruine durchschritten oder vor einem Denkmal gestanden hat.

Wir verraten deshalb auch diesmal nicht alles. Die Reichstour zeigt den Weg – die Sonderausgabe erzählt die Geschichte.

1. Speyer – die Grablege der Kaiser

Eindrucksvoller könnte Reichstour II kaum beginnen. Über der Stadt erhebt sich der Speyerer Dom, dessen Bau unter dem ersten Salier Konrad II. begann. Unter der Kirche liegen Krypta und Kaisergruft; vier Kaiser und vier Könige des Mittelalters sind in Speyer bestattet.

Was die Salier mit diesem gewaltigen Bau bezweckten und warum Speyer mehr sein sollte als nur eine weitere Bischofsstadt, erzählt die Sonderausgabe in „Speyer: Die Metropolis germaniae“ auf Seite 15. Der anschließende Beitrag auf den Seiten 16–17 führt mitten hinein in die dramatische Geschichte dieser Dynastie.

Leseempfehlung: Seite 15 vor dem Dombesuch; Seiten 16–17 anschließend.

Vor Ort: Dom, Krypta und Kaisergräber.

Speyer – Krypta und Kaisergruft. Bildnachweis: Manuel Greim / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

2. Worms – Salierstadt und Reichstag

Nur eine kurze Fahrt rheinabwärts führt nach Worms. Die Region gehörte zum Kernraum der Salier; im Heft wird Worms als deren traditionelle Grablege und als Schwerpunkt ihrer Herrschaft erwähnt.

Doch Worms eröffnet zugleich einen zweiten, Jahrhunderte später spielenden Zugang zur Reichsgeschichte: 1521 stand Martin Luther hier vor Kaiser und Reich. Die Sonderausgabe widmet diesem Aufeinandertreffen auf den Seiten 34–35 den Beitrag „Der Prophet der Deutschen“.

Wer die mittelalterliche Tour an dieser Stelle um einen Ausblick in die frühe Neuzeit erweitern möchte, sollte insbesondere das Lutherdenkmal und das Gelände des ehemaligen Bischofshofes einplanen. Die Stadt Worms hat die mit dem Reichstag verbundenen Stationen zu einem eigenen Luther-Rundgang verbunden.

Leseempfehlung: Seiten 16–17; ergänzend Seiten 34–35.

Worms – Lutherdenkmal. Bildnachweis: Immanuel Giel / Wikimedia Commons / gemeinfrei

3. Bingen – Hildegard und die geistige Welt des Reiches

Unsere deutsche Reichsgeschichte besteht nicht allein aus Königen, Schlachten und Kaiserpfalzen. Bingen führt auch noch in eine andere Welt des Mittelalters.

Die Sonderausgabe widmet Hildegard von Bingen auf Seite 20 ein eigenes Porträt. Die Äbtissin stand mit Herrschern ihrer Zeit in Verbindung; auch Friedrich Barbarossa begegnete ihr persönlich. Mehr soll hier nicht verraten werden.

In Bingerbrück befand sich ihr Kloster auf dem Rupertsberg. Von der Anlage sind nur Teile erhalten; sechs Säulen der ehemaligen Klosterkirche wurden bewahrt, und im Museum am Strom lässt sich die Anlage rekonstruieren.

Gerade deshalb bietet sich hier die umgekehrte Reihenfolge an: erst auf Spurensuche gehen, anschließend Seite 20 lesen.

An der Sonderausgabe DAS REICH wirkten u.a. mit: Arne Schimmer, Martin Kohlmann, Peter Schreiber, Jochen Stappenbeck, Sascha A. Roßmüller, Kurt Koriath…

4. Mainz – Krone, Reich und Gutenberg

In Mainz kreuzen sich gleich mehrere Linien unserer Sonderausgabe.

Hier wurde Friedrich II. im Dezember 1212 gekrönt, nachdem seine Königswahl wenige Tage zuvor in Frankfurt erfolgt war. Die Hintergründe dieses außergewöhnlichen Staufers bilden den Stoff der Seiten 22–23.

Doch Mainz führt zugleich weiter in die Neuzeit. Seite 29 widmet sich Johannes Gutenberg und der Revolution des Buchdrucks. Der Beitrag erinnert außerdem daran, welche zentrale Stellung der Mainzer Erzbischof als Reichserzkanzler im politischen Gefüge des Reiches besaß.

Neben dem Dom lohnt daher der Weg zum Gutenberg-Denkmal und zum Gutenberg-Museum; letzteres befindet sich derzeit in seiner Interimsausstellung „Gutenberg-Museum MOVED“.

Leseempfehlung: Seiten 22–23 zur Staufergeschichte, Seite 29 für den zweiten historischen Bogen.

Mainz – Gutenberg-Denkmal. Bildnachweis: Fa. Haber & Brandner / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

5. Frankfurt – wo Friedrich zum König wurde

Von Mainz geht es weiter an den Main: Am 5. Dezember 1212 wurde Friedrich II. in Frankfurt zum römisch-deutschen König gewählt. Vier Tage später folgte die Krönung in Mainz. Damit lassen sich zwei unmittelbar zusammengehörende Stationen dieser Geschichte nacheinander bereisen.

Für den Besucher bietet sich vor allem der Frankfurter Römer mit seinem Kaisersaal an. Heute hängen dort die Bildnisse von 52 Kaisern und Königen des Heiligen Römischen Reiches; eine Kopie der Goldenen Bulle erinnert an Frankfurts spätere Stellung als Wahlort.

Leseempfehlung: Seiten 22–23.

An dieser Stelle sollte man das Heft ruhig einmal schließen und den Kaisersaal auf sich wirken lassen.

Frankfurt – Kaisersaal im Römer. Bildnachweis: Hajotthu / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

6. Gelnhausen – Barbarossas Kaiserpfalz

Gelnhausen ist die einzige Hauptstation dieser Reichstour, die nicht ausdrücklich im Heft genannt wird. Sie verdient ihren Platz trotzdem.

Friedrich I. Barbarossa gründete 1170 die Stadt; wahrscheinlich entstand gleichzeitig auch die Kaiserpfalz. Ihre Ruinen gehören heute zu den am besten erhaltenen Überresten einer Kaiserpfalz in Deutschland.

Und genau hier bekommt der große Barbarossa-Beitrag der Sonderausgabe plötzlich Mauern, Tore und Säulen. Auf den Seiten 18–19 geht es um den Herrscher hinter der Legende – seine Zeit, seine Kämpfe und schließlich jenen Mythos, der ihn weit über das Mittelalter hinaus überleben ließ.

Leseempfehlung: Kaiserpfalz zuerst besichtigen, Seiten 18–19 anschließend lesen.

Gelnhausen – Kaiserpfalz. Bildnachweis: Presse03 / Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0

Kleiner Umweg für Spurensucher: Kamba

Zwischen Worms und Bingen kann man einen zusätzlichen Halt bei Oppenheim einlegen. Auf der gegenüberliegenden Rheinseite lag das untergegangene Kamba, wo Konrad II. 1024 zum König gewählt wurde. Die Sonderausgabe greift diesen kaum noch sichtbaren Ausgangspunkt der Salierzeit auf den Seiten 16–17 auf.

Von den Staufern zum Taschenkalender 2027

Bevor unsere Reise am Kyffhäuser endet, lohnt ein kleiner Sprung durch die Jahrhunderte.

Die staufische Reichsidee beschäftigte nicht nur die Menschen des Mittelalters. Der neue Taschenkalender des Widerstandes 2027 enthält ein ausführliches Porträt des Publizisten Hans-Dietrich Sander. Darin führt die Spur unmittelbar zu Friedrich II.: Sander sah in dessen Herrschaft ein besonderes geschichtliches Modell und beschäftigte sich intensiv mit der staufisch-ghibellinischen Reichsidee.

Damit schließt sich ein bemerkenswerter Kreis: Auch die Sonderausgabe „DAS REICH“ kommt bei Friedrich II. auf Sander und die spätere Beschäftigung mit der staufischen Reichsidee zu sprechen.

Der Taschenkalender 2027 steht unter dem Leitgedanken „Ehret die Deutschen Meister!“ und verbindet Geschichte, Kultur und bedeutende Persönlichkeiten mit einem täglichen historischen Begleiter.

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Der neue Taschenkalender des Widerstandes für 2027 erscheint Mitte bis Ende Oktober im DS-Verlag.

7. Kyffhäuser – wo der Kaiser weiterlebt

Am Ende der Reise steht kein Grabmal. Es steht ein Mythos.

Hoch über der Landschaft sitzt Friedrich Barbarossa im Stein des Kyffhäuserdenkmals. Genau dieses Bild bildet einen Ausgangspunkt des Heftbeitrags „Der Kaiser, der im Berg schläft“. Die Seiten 18–19 erzählen, wie aus dem historischen Friedrich I. eine Gestalt der Sage und Erinnerung wurde.

Hier sollte man den Artikel im Heft tatsächlich erst nach dem Besuch lesen. Denn kaum ein anderer Ort dieser Tour lebt so sehr vom Gegensatz zwischen wirklicher Geschichte und dem Mythos, der später daraus wurde.

Und wer noch Zeit besitzt, kann wenige Kilometer weiter nach Bad Frankenhausen fahren. Dort beginnt auf Seite 36 der Sonderausgabe bereits ein ganz anderes Kapitel deutscher Geschichte.

Kyffhäuser – Barbarossa. Bildnachweis: IjonTichy / Wikimedia Commons / gemeinfrei

Sieben Orte – eine Fortsetzung

Speyer. Worms. Bingen. Mainz. Frankfurt. Gelnhausen. Kyffhäuser.

Reichstour II führt von den salischen Kaisergräbern am Rhein über geistige und politische Zentren des Reiches bis zu Barbarossa und dem großen Staufermythos.

Man muss diese Strecke nicht in einem Stück fahren. Sie funktioniert als mehrtägige Reise ebenso wie in einzelnen Etappen. Entscheidend ist etwas anderes: das Heft mitzunehmen und Geschichte dort zu lesen, wo sie stattgefunden hat.

Die Sonderausgabe liefert dabei weit mehr, als dieser Reisebeitrag verraten kann.

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