Rechtsrock war lange verschrien als stümperhafte Möchtegern-Punkrock-Musik mit drei Griffen und einem Geschrei als Gesang, das niemand hören will. Ja, vielleicht war das mal in den 90er Jahren so. Auch wenn ich mit 15 damit zufrieden war – mein Verständnis von Musik war damals zugegebenermaßen auch noch nicht so ausgeprägt. Die Zeiten haben sich geändert. Heute lohnt sich ein Blick in das musikalische Schaffen innerhalb der politisch Rechten.

True Aggression spielen eine Mischung aus Vikingrock, Punk und Rechtsrock
Diesen Monat kam das neue Album von True Aggression bei Opos Records raus, es heißt „Wegweiser“. Und ein Wegweiser ist die CD auch. Nämlich weg von alten Standards und hin zu neuen Gefilden. Hier wurden mutig Dudelsäcke ausgepackt, Punkrockriffs mit hymnenartigem Vikingrock Gitarren gemischt und der Sänger hat mit seiner Band den ein oder anderen Schlachtenchorus im Kehrreim angestimmt. Heraus kam eine Met-geschwängerte, moderne und wegweisende Platte, die es schaffen könnte, im Mainstream abzuräumen. Zumindest dann, wenn wir andere Zeiten hätten in denen nicht gute Bands wegen ihres Bezugs zu Deutschland und ihrer geraden politischen Haltung ausgegrenzt werden würden.

Sei es drum, dann genießen wir die CD eben alleine. Elf stramme, durchweg flotte Einpeitscher bringen dem Hörer die nordische Mythologie auf moderne Weise lyrisch aufbereitet dar. Aus Ragnarök wird hier schnell mal „Ragna Rock’n Roll“ und der nahende Untergang wird zum begrüßenswerten Wendepunkt erklärt. So geht es lustig und gut gelaunt durch die innovative Scheibe.
Schwedische Rechtsrock- bzw. „Viking Power Rock and Roll“ -Band als Ideengeber
Als musikalisches Vorbild dienten Ultima Thule, eine schwedische patriotische Kapelle, die um 1995 rum sogar in den schwedischen Top Ten waren und goldene Schallplatten abgeräumt haben. Leider haben sich Ultima Thule 2012 aufgelöst. Die Band war auch bei deutschen Nationalisten immer äußerst beliebt und wurde sehr viel gehört. Umso schöner, dass True Aggression ihnen ein musikalisches Denkmal mit ihrer Adaption gesetzt haben. Wobei das TA Album nicht als Abklatsch gesehen werden darf. Denn die Band hat ihren eigenen Punkrock-Stil und für True Aggression typischen Sound gleichermaßen mit verbastelt.
Wer Lust auf neuen Sound a la 2024 hat und nicht musikalisch stehen geblieben ist, der kann diesem Album eine Chance geben. Die CD kann sich ruhig neben Confident of Victory oder neben der neunen Frontalkraft einreihen als neuer Stern am Rechtsrock Himmel den Weg nach vorne aufweisen. Ein echter „Wegweiser“ eben!
Mit Symphonie des Blutes reisen wir nach Ungarn
Das Projekt „Symphonie des Blutes“ hat ein Konzeptalbum zum ungarischen Tag der Ehre veröffentlicht und es auch „Tag der Ehre“ genannt. Das Machwerk erschien im dunkelgrün und schwarz gehaltenen Mediabook. Das Mediabook beinhaltet alle Texte und einen Haufen Kriegs- und Vertreibungsfotos. Die CD ist auf 666 Stück limitiert. Produziert hat dieses schick layoutete Teil Rebel Records aus Cottbus, wo die letzte Zeit oft richtig saubere und hochwertige Alben erscheinen.
Den Hörer erwarten zwölf eingängige metallische Kracher im mittleren Tempo mit ausgefeilten Gitarren, die stets präsent und leitend sind. Es gibt elf deutsch gesungene Lieder zu hören und einen Song auf englisch, nämlich „Day of Honor“, eben zum Tag der Ehre. Das findet sich auch auf YouTube ganz leicht und hat das Potential musikalisch stellvertretend für diese auch eher untypische Rechtsrock-Scheibe zu stehen. Auch hier finden wir wieder eine sehr hochwertige und druckvolle Produktion. Kämpferisch, erinnernd, traurig und mahnend zugleich sind die Lyrics auf diesem Brett arrangiert. Wer auf Geschichte steht und schonmal zum Ausbruch 60, der Wanderung zum „Tag der Ehre“, nach Budapest gefahren ist, wird in diesem Album einen Bezug finden.
War Metal statt einfach nur Rechtsrock
Musikalisch, sowie textlich tendiert die Scheibe in Richtung Blutzeugen, Pionier und auch Heilige Jugend. Insgesamt verdient das Genre subsumiert auf die genannten Bands einen neuen Namen, denn hier wird so viel mehr geboten als Rechtsrock. Wie wäre es mit War Metal? Das beschreibt sehr gut den Inhalt und jeder weiß direkt worum es geht. Wie dem auch sei, Symphonie des Blutes spielen tragisch schön das Lied des Ausbruchs aus dem Kessel von Budapest. Zugreifen und hochwertige Kunst unterstützen!

