Aber die Pfingstrosen werden blühen

Freiburg, Flensburg, Kandel, Mainz, Wien, Illerkirchberg, Brokstedt, Friedland: Unschuldige Frauen und Mädchen werden ermordet – und die Einwanderungspolitiker waschen ihre Hände in Unschuld. In unserer Ausgabe „Weiss, weiblich, tot: Die Jagd auf unsere Mädchen“ erinnern wir an die Tragödien der Messereinwanderung. Damit nichts vergessen wird! HIER bestellen!

Es ist ein seltsam schwerer Tag. So als wüsste der sonnenstrahlende Himmel schon, dass nachmittags dunkle Wolken kommen werden. Zwei ganze Stunden brauche ich diesen Morgen – samt drei Espresso, einer pfeffrigen Brezel, der Buchung eines Friseurtermins, einem Anruf bei einer Freundin und einem einstündigen Spaziergang durch Weinberge und Vogelgezwitscher – bevor ich mich wieder als der fröhliche Mensch fühle, der ich doch eigentlich bin. Viel Aufwand, um mich von der immer engeren Ideologiezwinge um meinen Kopf, dem allgegenwärtigen Mediengeschnatter und dem Gefühl, mich durch einen dichten Sumpf quälend langsam nach vorne zu bewegen, zu befreien.

Pfingstrosen bohren sich durch den harten Boden. Foto: Maria Schneider

Wahrlich, ich fühle, wie die Hölle von allen Seiten unser Leben durchdringt, von oben herab- und von herunten aufsteigt. Goldene Sterne lasse ich durch mich rieseln, atme tief und befehle dem Bösen, Abstand zu halten. Ab-staaand, mit einer starken Betonung auf -staaand. So spricht meine 70-jährige ukrainische Bekannte das Wort aus, wenn ich mit ihr in ihrem uralten Mercedes fahre, der ihrer Aussage nach über eine Tonne wiegen soll. „Ab-staaaaand“ ruft sie immer erzürnter, wenn ihr jemand von hinten zu sehr auf die Pelle rückt. Wütend faucht sie in den Rückspiegel und zeigt wahlweise „Ab-staaaand“ zwischen Daumen und Zeigefinger, einen Vogel oder gleich den Stinkefinger. Begleitet werden die Gesten von Schimpfkanonaden wie: „Dumme Kuh! Was für ein klein Auto! Auto hat vorne nix. Ist tot bei Unfall!!! Es gibt Gesetz für Ab-staaaand! Du dumme Kuh!!“

Das ist erfrischend im Vergleich zu all dem aalglatten Geschwätz, das man ansonsten von leergesichtigen Promis, Politikern und salbadernden Talkfrauen vorgesetzt bekommt, die unliebsamen Gästen mit sanfter Stimme ein Gespinst aus freundlichen Fragen weben und sie sodann langsam mit kaltem Lächeln darin ersticken.

Ich will noch nicht nach Hause, wo viele Pflichten warten – der ständige Kampf nach Aufträgen, die eisernen Bandagen der Konkurrenz, das langsame Ausbluten der Industrie und meines Marktes. Stagnation. Niedergang. Schweigen zwischen mir und Menschen, mit denen mich vor Corona oder der Massenmigration noch herzliche Freundschaft verbunden hatte. Täuschung. Alles Täuschung gewesen.

Also gehe ich zum Einkaufszentrum, das schon lange von Migranten vor und hinter den Theken übernommen wurde. Dort bestelle ich bei den Kurden, die zur jetzigen Lage kein Blatt vor den Mund nehmen, mein Lieblingsgericht: Frisch gebratenes Huhn mit Reis, Gemüse und dünner Bratensoße. Was will man mehr für 8,50 €? Die Kurdin ist um die 45 Jahre alt und spricht perfekt deutsch. Sie arbeitet dort jeden Tag 10 Stunden. Ihre Schwester hat aufgepumpte Lippen und ein gestrafftes Gesicht, das sich noch stärker vor Wut aufplustert, wenn schwarz verschleierte Damen kommen und um noch mehr Essen für noch weniger Geld betteln, weil sie angeblich so arm wären. Nichts da! Die Kurden kennen ihre Pappenheimer. Bei ihnen beißen die angeblichen Bettlerinnen auf Granit. Das Einzige, was sie kostenfrei erhalten, ist ein Vortrag darüber, dass man erst etwa leisten muss, um sich dann etwas leisten zu können.

AUFGEWACHT 10-25 "Weiß. Weiblich. Tot." Mockup

Ich knabbere mein Huhn, schlotze den Reis und beobachte das Treiben. Endlose Kolonnen von alten, verarmten Deutschen, deren Kleidung zerschlissen und abgetragen ist. Familien mit Kindern sind ausnahmslos orientalisch. Sie schieben übervolle Einkaufwagen mit Coca-Cola, Fanta und sonstigem ungesundem Essen vor ich her. Die Frauen tragen bodenlange Gewänder, Kopftuch und statt Gesichtsschleier FFP2-Masken. Die Männer wirken wie Soldaten auf Urlaub.

Es ist inzwischen 13:30 Uhr und erst jetzt sehe ich mich in der Lage, mich der Akquise, der Steuer und den tagtäglichen Schikanen zu widmen. Zuerst aber noch ein Espresso beim Italiener gleich nebenan. Während Corona war er eine Bastion des Widerstands und vergaß regelmäßig die Frage nach Impfausweis, Impfstatus oder sonstigen Nachweisen zur Existenzrechtfertigung, die sich der neofeudalistische Adel zur Unterjochung freier Menschen ausgedacht hatte.

Doch da passiert es. Irgendwie, irgendwo, ist mir zwischen dem Zahlen meines Gerichts und dem Hantieren mit Jacke, Rucksack und Fahrradhelm mein Geldbeutel abhandengekommen. Ich gehe von Geschäft zu Geschäft und frage, ob er abgegeben wurde. Nichts. Nach einem unerfreulichen Dialog mit einer schlichten Dame am Infostand, deren allumfassende Gleichgültigkeit sich bereits als schwarzer Klotz neben ihr manifestiert hat, gebe ich auf.

Ich setzte mich zum Italiener und bestelle mir mit meinem Notvorrat Bargeld, den ich stets in verschiedenen Taschen bei mir führe, einen Espresso und rufe die Polizei an. Nein, ich solle nicht persönlich kommen, sondern online meine Anzeige schalten. Es wäre heute sehr viel los. Ach so. Ich hatte schon vergessen, dass meine Steuern für die ganze Welt verwendet werden, während ich immer mehr selbst verrichten muss und mir so meine Lebenskraft für Nichtigkeiten abgesogen wird.

Sodann sperre ich meine Karten und denke schon mit Schrecken daran, dass ich – ebenfalls online – meinen Personalausweis, Führerschein und sonstige Karten werde neu bestellen müssen. Vorbei die Zeiten, wo man einfach in Ämter hineinmarschieren und sich einen neuen Ausweis holen konnte. Bei uns im Dorf kann man nur an einem Tag in der Woche ohne Termin erscheinen. Der Rest wird kafkaesk über Onlinetermine geregelt und eine Audienz wird ausschließlich unter Angabe der Terminnummer gestattet. War da nicht mal was, dass ich die unfreundliche Beamtin, die wie eine Königin hinter dem Schreibtisch thront, als StaatsDIENERIN mit MEINEN Steuern bezahle?

Ich schlürfe meinen Espresso und begebe mich mit einem schweren Seufzer zu meinem Fahrrad. Inzwischen ist die Sonne weg. Der Himmel hat sich zugezogen und es tröpfelt. Was für ein Tag! Und er ist noch nicht einmal vorbei! Zu Hause angekommen, betrachte ich den Vorgarten, den ich gegen den unnachgiebigen Widerstand und unter den Argusaugen eines verbitterten Miteigentümers „für umme“ pflege. Die gesamte Nachbarschaft erfreut sich an den Blumen – ausgenommen dieser Miteigentümer, der jedem, wo er nur kann, das Leben zur Hölle macht. Ich begrüße jede Blume und inspiziere den Boden auf Neuankömmlinge. Die Erde ist lehmig und ausgetrocknet. Dennoch blühen schon die Narzissen und Maiglöckchen. Die Rosen haben ausgeschlagen und die Pfingstrosen bohren sich unbeirrt durch die steinharte Decke nach oben. Es gibt Hoffnung. Denn die Pfingstrosen werden wieder blühen – und sei der Boden auch noch so hart.

 Maria Schneider

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