Mit jedem Abschied wird es leichter

Wie Herbstlaub fallen alte Freunde von mir ab.
Jahrzehntelanges Dulden, Festhalten, Übersehn
Mag eines Tages nicht mehr gehn.

Der Stengel ruckelt, lockert sich
Und eh man sich versieht
Fällt ein weitres Blatt
Gleitet zu Boden
… weg.

Mein Stamm steht weiter.
Verwundert reibe ich die Augen
Schaue gen Himmel
Und sehe – befreit von alten Lasten – das Licht.

Nackt sollte ich mich fühlen
Doch schon kitzeln mich neue Knospen
Und kleiden mich in frisches Grün
Verheißungsvoll streift der Wind durch mein schimmerndes Gewand.

Am Boden verrottet das alte Laub
Dumpfer Geruch breitet sich aus
Begierig saugen meine Wurzeln die Reste auf
Noch grüner wird meine Krone und Blüten platzen auf.

Weit strecke ich meine Arme aus
Ich wachse weiter
Mit jedem Abschied wird es leichter.

Elleulin, im Februar 2024

Erstveröffentlichung: beischneider.net

Weiterführende Informationen:

Die Schönheit wird uns retten

Wenn selbst Dunjas Toleranzpegel sinkt…

In eigener Sache. Ich bin Melkkuh von Beruf.

Mehr lesen

Februar 2026: „TRUMP. Genie oder Gangster?“

TRUMP: Genie oder Gangster? In der neuen Februar-Ausgabe von AUFGEWACHT – DIE DEUTSCHE STIMME analysieren wir die globale Systemkrise hinter dem Phänomen Trump. Zudem warnt Peter Schreiber vor der ‚Stunde der Falschmünzer‘ und fordert eine Rehabilitierung des Nationalismus. Erfahren Sie mehr über Geopolitik, die Winterspiele 2026 und das Erbe von Erich von Däniken.