Friedrich Merz: Zwang zum Aktienkauf?

Die Politik hat den Bezug zu den Menschen in unserem Land verloren: Geschlechtsneutrale Sprache und Stellenausschreibungen für „Divers“-Geschlechtliche sind die Themen, die die Politik derzeit bewegen. Darüber wird eifrig...

Die Politik hat den Bezug zu den Menschen in unserem Land verloren: Geschlechtsneutrale Sprache und Stellenausschreibungen für „Divers“-Geschlechtliche sind die Themen, die die Politik derzeit bewegen. Darüber wird eifrig debattiert, obwohl diese Themen allerhöchstens ein Promille der hiesigen Bevölkerung interessieren. Wenn es nicht um Randgruppen-Umsorgung geht, geht es um die eigene Versorgung. Diätenerhöhungen und Postengeschacher – wen kann es da verwundern, dass immer mehr Menschen in unserem Land politik- und parteienverdrossen sind? Die tonangebenden Politiker haben keinen Kompass mehr, sie haben den Bezug zum normalen Bürger und zu seiner Lebenswirklichkeit verloren.

Wenn es für diese These noch eines Beweises bedurft hätte, hat Fast-CDU-Chef Friedrich Merz diesen nun geliefert. So hat er sich für eine Pflicht zur privaten Altersvorsorge ausgesprochen. Die Deutschen sollen gesetzlich verpflichtet werden, Geld für das Alter zurückzulegen und dieses in Aktien, Anleihen oder andere Geldanlagen zu investieren.

Schön, dass sich Herr Merz um die Altersvorsorge seiner Mitbürger Gedanken macht. Aber seine Forderung zeigt in zweierlei Hinsicht, dass er die Realität in unserem Land nicht kennt. Zum einen tut er mit seiner Forderung so, als ob die Bürger zu blöd wären, zu wissen, dass auf viele von ihnen eine gewaltige Rentenlücke wartet und Millionen Bürger auf Altersarmut zusteuern. Zum zweiten meint er wohl, dass die Bürger selbst an dieser Misere schuld sind, weil sie es versäumen, Geld für das Alter beiseite zu legen.

Der naheliegende Gedanke, dass unzählige Menschen am Ende des Geldes noch sehr viel Monat vor sich haben, dass die Fixkosten wie Miete, Versicherungen und das oft aus beruflichen Gründen notwendige Auto einen beträchtlichen Teil des Gehalts auffressen, kommt dem Herrn nicht, der den Großteil seiner Bezüge vom internationalen Vermögensverwalter Blackrock bezieht.

Viele Bürger können sich eine private Altersvorsorge schlichtweg nicht leisten, sie können ihre Kinder nicht mit leerem Magen in die Schule schicken, um der klaffenden Rentenlücke in 20-30 Jahren entgegenzutreten. Dank der Politik der letzten Jahrzehnte weist Deutschland im europäischen Vergleich einen der größten Niedriglohnsektoren auf. In kaum einem Land verfügen weniger Menschen über Wohneigentum, was wiederum dazu führt, dass die Sparpolitik beim sozialen Wohnungsbau und dramatisch steigende Mieten zu einer weiteren Verarmung führen.

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Der Vorschlag von Merz nach verpflichtender privater Altersvorsorge ist so, als ob man das Problem dramatisch steigender Mieten damit lösen will, indem man Mieter im Niedriglohnsektor dazu verpflichtet, sich eine Villa zu kaufen. Die, denen es materiell möglich ist, für das Alter vorzusorgen, machen das. Doch die, die Merz nun verpflichten will, können es sich nicht leisten. Doch eben diese Menschen steuern auf Altersarmut zu, wenn kein grundsätzlicher politischer Wandel erfolgt.

Merz` Vorschlag zeigt exemplarisch, wie weit sich die politische Klasse vom normalen Volk entfernt hat. Sie interessiert sich nur kurz vor Wahlen für die Bürger, weil sie wissen will, mit welchen Versprechen sie möglichst viele von ihnen ködern könnte.

Wir sollten kein Stimmvieh sein, das sich ködern lässt, sondern sollten endlich dafür sorgen, dass Politiker in Deutschland das Sagen bekommen, die im Volk verwurzelt sind, dessen Interessen vertreten und nicht nur von Wahlperiode zu Wahlperiode denken.

Ronny Zasowk

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