“Fachkräfte-Zuwanderung”: Die neue Eintrittskarte ins deutsche Sozialsystem?

Wir bekommen es also, das Fachkräfte-Einwanderungsgesetz, welches die „Fachkräfte“ der Regierungskoalition beschlossen haben. Dieser von Bundesinnenminister proklamierte „historische Schritt“ dürfte tatsächlich historisch sein – ein historisch einzigartiger Schritt der...

Wir bekommen es also, das Fachkräfte-Einwanderungsgesetz, welches die „Fachkräfte“ der Regierungskoalition beschlossen haben.

Dieser von Bundesinnenminister proklamierte „historische Schritt“ dürfte tatsächlich historisch sein – ein historisch einzigartiger Schritt der Volksverdummung. Das deutsche Volk als schützenswerte kulturelle und ethnische Einheit spielt hierbei bei Seehofers „historischen Schritt“ offensichtlich keine Rolle.

Die Bundesregierung hat ein Gesetz auf den Markt geworfen, dass sich mit der Flüchtlingspolitik beschäftigt mit der bizarren Begründung, dass Deutschland mehr Fachkräfte aus Ländern jenseits der EU benötigt.

Da sind wohl die Arbeitslosenzahlen in der EU selbst nicht schlecht genug: Stand März 2019 sieht der Spaß so aus Griechenland 18,5 %, Jugendarbeitslosigkeit 39,7 % – Spanien 14 %, Jugendarbeitslosigkeit 33,7 % – Italien 10,2 %, Jugendarbeitslosigkeit 30,2 % – Frankreich 8,8 %, Jugendarbeitslosigkeit 20,2 % usw.

Deutschland scheint sich hier tatsächlich mit einer Arbeitslosenzahl von offiziell 3,2 % und einer Jugendarbeitslosenquote von 5,6 % positiv aus zunehmen. Nun werden bekannterweise nicht alle dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehende Personen von der Definition „Arbeitslos“ von der Bundesagentur erfasst. Ausgenommen sind zum Beispiel jene, die in sogenannten „Maßnahmen“ geparkt sind, sich auf „Weiterbildung“ befinden oder zumindest einer Arbeit mit mindestens 15 Wochenstunden nachgehen, ungeachtet dessen, ob sie eine höhere Stundenzahl anstreben.

Fachkräfte?

Lassen wir, die im europäischen Vergleich zugegebener Maße positiv dargestellten statistischen Zahlen einmal außen vor und stellen wir uns einmal vor, die Ausgangsargumentation der Bundesregierung treffe zu, Deutschland würde Fachkräfte aus dem Ausland benötigen. Also mal rein hypothetisch angenommen – weil man könnte ja auch daran denken, die eigene Bevölkerung besser auszubilden.

Ariane Meise, Anwältin

Aber begeben wir uns einfach mal auf das Niveau von Seehofer. Dann muss man sich doch fragen, ob es nicht sinnvoller wäre angesichts der hohen Arbeitslosenquote innerhalb der Europäischen Union unsere Nachbarländer zu stützen und aus diesen Länder fachlich dort nicht benötigte Arbeitskräfte in der Bundesrepublik in Lohn und Brot zu bringen, statt den außereuropäischen Staaten mit einem oftmals insgesamt niedrigen Bildungsstandard die Fachkräfte zu entziehen – sofern es Fachkräfte sind. Daran darf man aber zweifeln.

Die Statistik unter de.statista.com – Umfrage Arbeitslosenzahl in Deutschland weist aus, dass die bereits mit irgendeinem Aufenthaltsstatus versehenen Fachkräfte aus den von Horst Seehofer favorisierten Nicht-EU-Staaten in der Bundesrepublik lediglich eine Beschäftigungsquote von 32,3 Prozent insgesamt erreichen. Mancher könnte jetzt also auf den – meines Erachtens nahe liegenden – Gedanken kommen, warum nicht Einige des restlichen Zweidrittels, der bereits hier lebenden und alimentierten „Fachkräfte“, die so dringend benötigt werden, nicht zum Arbeiten eingesetzt werden können. Stand Dezember 2018 gab es in Deutschland 456.000 arbeitssuchende Geflüchtete aus nicht EU-Ländern, die bei der Bundesagentur für Arbeit registriert waren. Na, da werden doch einige Facharbeiter im Seehofer´schen Sinne wohl dabei gewesen sein.

Ariane Meise

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ein Kommentar
  • Janine
    14 Juni 2019 at 3:59
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    Genau hierzu habe ich an CDU/ SPD/ Grüne vor 2 Jahren eine E-Mail geschickt:

    hohe Jugendarbeitslosigkeit in anderen EU-Ländern: warum holt man sie nicht hierher, wenn doch “Fachkräfte” gesucht werden? Ich habe aber nie eine Antwort auf meine Frage erhalten.

    Zum Thema Fachkräftemangel gibt’s eine schöne Reportage:
    “Das Märchen vom Fachkräftemangel”
    https://www.youtube.com/watch?v=lFq2aAcf-8s

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