Venezolanische Chavistas ziehen Maduro dem US-Imperialismus vor!

„Interimsputschist“ Guaido floppt erneut – droht nun US-Intervention? Am Dienstag scheiterte ein US-ferngesteuerter Regime Change-Putschversuch in Venezuela, nachdem die am 23. Januar selbstproklamierte Interimspräsidentschaft Juan Guaido – seines Zeichens...

Interimsputschist“ Guaido floppt erneut – droht nun US-Intervention?

Am Dienstag scheiterte ein US-ferngesteuerter Regime Change-Putschversuch in Venezuela, nachdem die am 23. Januar selbstproklamierte Interimspräsidentschaft Juan Guaido – seines Zeichens Erfüllungsgehilfe der US-Wirtschaftsinteressen – bislang nicht in der Lage war, die gewählte Regierung zu stürzen. Mittels einer Videobotschaft suggerierte Guaido, indem er sich demonstrativ mit einigen Soldaten vor (!) der Militärbasis La Carlota in der Hauptstadt Caracas zeigte, diese zu kontrollieren. Dem war allerdings zu keinem Zeitpunkt so, vielmehr existieren Videos, in denen einige der besagten Soldaten sogar angaben, unter falschem Vorwand zur Militärbasis zitiert worden zu sein. Der legitime Präsident Nicolàs Maduro bedankte sich in einer Fernsehansprache für das patriotische Verhalten des Militärs, den erneuten Putschversuch verhindert zu haben, und lobte das an den Tag gelegte besonnene Verhalten. Dies obwohl fünf Generäle zum Teil erheblich verletzt wurden. Maduro war während seines Auftritts anlässlich des erneuten Putschversuchs in Begleitung hochrangiger politischer und militärischer Führungskräfte.


Guaidó und Leopoldo López in La Carlota

Das Portal „Venezuelanalysis“ berichtet von Augenzeugen, dass die regulären Streitkräfte in La Carlota mit Tränengas vorgingen, worauf Guaidos Truppen mit scharfer Munition erwiderten. Nachdem Guaido allzu vorschnell von der Kontrolle La Carlotas halluzinierte, versuchte er mit einigen bewaffneten Kräften westlich Caracas zum Präsidentenpalast Miraflores vorzudringen, wurde jedoch etwa zehn Kilometer davor gestoppt. Binnen kürzester Zeit organisierten diverse chavistische Gruppen Menschenmassen, die sich zum Schutz vor dem Präsidentenpalast einfanden. Der Umsturzversuch kam nicht über die Francisco-Fajardo-Autobahn hinaus, wo die Putschisten acht Panzer gekapert hatten und die Autobahn blockierten. Der im Zuge des Putschversuchs von seinem Hausarrest befreite Leopold Lopez, der ebenfalls wegen Umsturzversuchs eine langjährige Haftstrafe erhalten hatte, suchte inzwischen Zuflucht in der spanischen Botschaft. Auf große Zuversicht, Maduro absehbar zu stürzen deutet dies Verhalten nicht hin. Auch abtrünnige Soldaten, die sich Guaido anschlossen, scheint in Teilen der Mut zu verlassen. Brasilianische Behörden bestätigten, dass 25 Soldaten, die an dem Putschversuch teilnahmen, Zuflucht in der brasilianischen Botschaft suchten.

Mike Pompeo

Die USA versuchten die Lage mit gezielten Desinformationskampagnen anzuheizen. US-Außenminister Mike Pompeo verbreitete gegenüber dem US-Sender CNN die Lüge, dass Nicolás Maduro bereits im Begriffe sei, die Flucht nach Kuba anzutreten. “Bitte, Herr Pompeo, das meinen sie nicht wirklich ernst”, antwortete Präsident Maduro darauf via Fernsehübertragung. US-Sicherheitsberater John Bolton erdreistete sich, den venezolanischen Verteidigungsminister Vladimir Padrino und den Präsidenten des höchsten Gerichts Maikel Moreno zu warnen, dass dies deren letzte Chance sei, sich Guaido anzuschließen. Sowohl Pompeo, als auch Bolton und der Sonderbeauftragte Elliott Abrams schlossen inzwischen erneut eine militärische Intervention nicht gänzlich aus. Vielleich will auch Juan Guaido die mit gezielter Eskalation erzwingen? US-Verteidigungsminister Patrick Shanahan sagte immerhin kurzfristig seine geplante Europareise ab. Will man sich angesichts derartiger imperialer Anmaßung noch wundern, dass Venezuale jüngst seinen Austritt aus der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) erklärte, und diese als „US-Kolonialministerium“ bezeichnete. Man darf bereits heute Wetten darauf abschließen, dass die USA auch weiterhin im von ihnen als „Hinterhof“ proklamierten Lateinamerika Chaos verbreiten werden, und Kuba, Bolivien und Nicaragua bereits im Visier sind. – Selten war anti-imperialistische Solidarität so gefragt wie dieser Tage!

Sascha A. Roßmüller

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