Die „Abschiebechallenge“ geht viral

Wie man Gutmenschen gezielt zur Weißglut treibt, veranschaulicht aktuell eine Kampagne der NPD, die sich „Die Abschiebechallenge“ nennt.


Wie man Gutmenschen gezielt zur Weißglut treibt, veranschaulicht aktuell eine Kampagne der NPD, die sich „Die Abschiebechallenge“ nennt, sehr eindrucksvoll. Ziel dieser sich viral verbreitenden Kampagne ist es, auf die katastrophalen Folgen ungezügelter Zuwanderung aufmerksam zu machen.

Dazu lichten sich Personen mit einem Plakat in der Hand ab, auf dem ein Zuwanderer bzw. Migrant vermerkt ist, dem man eine baldige Abschiebung wünscht. Genannt wurden in diesem Rahmen bereits Politiker, Journalisten, Kriminelle uvm., die zumindest eine zweifelhafte Beziehung zu Deutschland haben. Die Fotos werden dann bei Twitter unter dem Hashtag #AbschiebeChallenge hochgeladen.


Auch Udo Voigt, NPD-Spitzenkandidat zur Europawahl, macht bei der Abschiebechallenge mit.

Dass es sich bei der Aktion um Satire handelt, steht außer Frage. Inspiration hat sich die Parteiführung um Parteichef Frank Franz mit hoher Wahrscheinlichkeit beim „Zentrum für politische Schönheit“ geholt, das in den vergangenen Monaten durch ähnliche Aktionen auffiel und dabei überaus wohlwollend von den Medien begleitet wurden.


NPD-Chef Franz wünscht sich ein Deutschland ohne Sawsan Chebli

Dass die Abschiebechallenge mit solch anbiedernder Hofberichterstattung nicht rechnen kann, ist kein Wunder. Laut einer zugegebenermaßen etwas in die Jahre gekommenen Umfrage sehen sich mehr als 2/3 aller im Medienbereich beschäftigten Personen der politischen Linken zugehörig, was in bei der täglichen Lektüre der Tageszeitung mittlerweile auch kaum noch zu überlesen ist. Die Twitteraktion von NPD und Co. erfreut sich dennoch großer Beliebtheit. Zeitweise hat sie es auf Platz 4 in den Twittertrends geschafft.


Dunja Hayali hat wenig überraschend kein Verständnis für die Abschiebechallenge. Das hat diejenige, die sie nominierte, vermutlich aber auch nicht erwartet.

Mit jedem Tweet mehr unter dem Kampagnenschlagwort steigt auch die Gegenreaktion der politisch Korrekten. Mittlerweile wurden verschiedene Gegenchallenges ausgerufen. Eine davon ist die Meldechellange, in der Personen aufgefordert werden, Personen, die sich an der Ab-schiebechellange beteiligen, zu melden. Nur wenige Stunden nach dem Start kehrte bei den Initiatoren jedoch Ernüchterung ein. Nach hunderten Meldungen erfolgte auch hunderte Male die Antwort von Twitter, dass man keine Verstöße gegen die Nutzungsregeln der Plattform erkennen könne. Andere Nutzer spielten darauf an, dass einige der nominierten Zuwanderer mittlerweile auch die deutsche Staatsangehörigkeit besäßen, somit Deutsche seien und nicht abgeschoben werden können. Diese Twitternutzer lassen, sofern sie die Challenge zu ernst genommen haben, natürlich bewusst das im deutschen Staatsangehörigkeitsrecht geltende Prinzip der Vermeidung von Mehrstaatigkeit, das eine rechtliche Grundlage für den Entzug der Staatsangehörigkeit bei Doppelstaatlern bietet, unter den Tisch fallen.

Der NPD-Vorsitzende Frank Franz kann über solche humorlosen Reaktionen nur lachen und führte deshalb zurecht den ein oder anderen sich gutmenschlich aufspielenden Nutzer bei Twitter ob seiner engstirnigen Reaktion vor. Den Vogel abgeschossen hat allerdings nicht Franz, sondern ein gewisser Darko N. Medić. Der ist Vorsitzender der CDU-Jugend in Mühlheim und Mitglied im Landesfachausschuss für Integration und Vielfalt der CDU-NRW. Weil ihm die Meinungsvielfalt bei Twitter derart auf den Keks ging, reagierte er mit Gewaltandrohungen gegenüber den Mitgliedern und Sympathisanten der NPD. Medić wörtlich: „#Gegenchallenge zur #abschiebechallenge: Die #AufdieFresseChallenge. Jeder nominiert jemanden, der den rechten #Abschiebechallenge-Möchtegernpatrioten ‚auf die Fresse haut‘.

Man darf gespannt sein, ob der CDU-Mann vor hat, seine Gewaltphantasien in die Tat umzusetzen. Es bleibt zu hoffen, dass sich Anhänger der CDU nicht durch die aufrührerischen Äußerungen eines ihrer Kader animiert fühlen, gewaltsamen Aktionen gegen Patrioten vorzugehen.

DS netzred.

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