»Nationalismus ist Frieden!«

Die Stiftung Europa Terra Nostra e.V. und der Deutsche-Stimme-Verlag auf der Leipziger Buchmesse 2019 mit großem Mobilisierungserfolg.

Tausende Verlage sind auf der Leipziger Buchmesse, die vom 21. bis 24. März stattfand, vertreten. Den eigentlichen Farbtupfer im politisch-medialen Einheitsbrei bildete jedoch auch dieses Jahr wieder die Teilnahme von ETN und DS.

Wie schon im letzten Jahr, als DS-Verlag und ETN erstmalig auf der Buchmesse mit einem eigenen Stand vertreten waren, so bildeten diese auch diesmal den Kristallisationskern für »die andere Meinung« (Untertitel der DS), der aus Sicht etablierter Medien und Parteien am besten gar kein Podium geboten werden dürfte, wie man auch schon an der künstlich empörten Berichterstattung über die Teilnahme nicht mal einer Handvoll rechter bzw. nationaler Verlage im Vorfeld ablesen kann, oder an einer schlecht besuchten Demonstration auf dem Leipziger Augustusplatz unter dem Motto »Kein Regalmeter für Faschismus«, mit dem selbsternannte »Antifaschist_innen«, unterstützt u.a. von der Linksjugend, den Grünen oder der Organisation »Verlage gegen rechts« gegen Aussteller wie ETN, DS oder Compact demonstrierten.

Bei der Preisverleihung an Masha Gessen im Gewandhaus Leipzig.

Wie notwendig der Widerspruch gegen eine gleichförmige, um nicht zu sagen gleichgeschaltete Einheitsmeinung ist, wurde schon am Vorabend der Buchmesse, zur Eröffnungsveranstaltung im Leipziger Gewandhaus am Mittwoch, 20. März deutlich. Zum allzu durchsichtigen Politikum wurde die Eröffnungszeremonie durch die Preisverleihung an die aus Russland stammende, in den USA lebende, jüdische, im übrigen lesbische und natürlich für einen »liberalen« Gesellschaftsentwurf stehende Journalistin Masha Gessen, die für ihr Buch Die Zukunft ist Geschichte – Wie Russland die Freiheit gewann und verlor mit dem »Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung« ausgezeichnet wurde.

 

Preisverleihung an Putin-Kritikerin

Was dieses Buch, noch mehr aber die Eröffnungsreden, Grußworte und schließlich die Laudatio, mit einer europäischen Verständigung zu tun haben sollen,- diese Frage stellte sich nicht nur der NPD-Parteivorsitzende Frank Franz oder der Autor dieser Zeilen, die wir das Gewandhaus in einem ganz speziellen Gewand aufgesucht hatten, um einen etwas anderen Akzent zu setzen. Ein wenig provokativ zwar, daher aber auch wirkungsvoll, geriet unser Auftritt im T-Shirt mit Putin-Konterfei und dem Aufdruck »Putin-Versteher«.

Sicherlich gilt es, der Frage eines von Wladimir Putin regierten Russlands mit der gebotenen sachlichen Distanz zu begegnen und bei allem, was Deutschland vernünftigerweise geopolitisch mit Russland verbinden sollte, kühlen Kopf zu bewahren und nicht in unkritische Putin-Verherrlichung zu verfallen. Als plakativer Kontrapunkt eignete sich dieser Auftritt, in Begleitung des als »Der Volkslehrer« bekannten YouTubers und Videobloggers Nikolai Nerling, dennoch,- auch um eine Diskussion über das hierzulande verbreitete Russlandbild anzustoßen.

Der »Volkslehrer« war es dann auch, der mit mehreren Videos, nicht nur von unserem Besuch der Preisverleihung, sondern auch mit Berichten über die Buchmesse als solche, zusammen mit einem NPD-eigenen Frank-Franz-Film aus der Reihe »Denkzettel«, dafür sorgte, die Anwesenheit patriotischer Verlage und eines dezidiert nationalen, alternativen Verlagsangebotes auf der diesjährigen Buchmesse, publik zu machen.

Film vom »Volkslehrer« zur Leipziger Buchmesse: »Die totale Preisverleihung«

Film aus der Reihe »Denkzettel« von Frank Franz:

Die Grußworte, u.a. von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung bis zum Vorsteher des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller, reichten von unverbindlichem Gerede bis zu klarer, antirussischer Feindpropaganda.

Antirussische Propagandashow

»Putin-Versteher« Frank Franz im Gewandhaus Leipzig.

Frank Franz zeigte sich im Anschluss schockiert über die unverblümte und plumpe Hetze, zu der die Vertreter des Establishments die Eröffnungsveranstaltung instrumentalisiert hatten und dabei nicht nur die osteuropäischen Staaten, die sich für eine andere Migrationspolitik entschieden haben, angriffen, nicht nur Russland als autoritären »Schurkenstaat« denunzierten, sondern gleich alle »nicht-liberalen« Gesellschaftsentwürfe abkanzelten. Auch der Verfasser ist erstaunt über so viel schlecht getarnte Einseitigkeit. Hier die Vertreter einer demokratischen, solidarischen, offenen, liberalen und multikulturellen »Society« westlicher Prägung, dort die rückwärtsgewandten, dumpfen Populisten und autoritären Staatsführer – holzschnittartiger hätte das Bild nicht gezeichnet werden können. Wie auf dieser Grundlage eine europäische »Verständigung« zustande kommen soll, scheint äußerst fraglich.

Die Laudatio auf Masha Gessen hielt der Historiker und Publizist Gerd Koenen, der bis 1982 ein führendes Mitglied des Kommunistischen Bund Westdeutschlands (KBW) war, danach u.a. Redakteur der Zeitschrift Pflasterstrand sowie Mitarbeiter des russischen Schriftstellers und Sohn eines jüdischen Agronomen Lew Kopelew, 2007 wurde Koenen selbst bereits mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet. Auch er blieb der antideutschen, volksvergessenen Linie des Abends treu, schaffte es sogar, indirekt die Deutschen für Stalins Massenmorde verantwortlich zu machen.

Masha Gessen verweigert Diskussion

Mein Versuch, im Anschluss an die Preisverleihung mit der dort geehrten Preisträgerin Gessen selbst ins Gespräch zu kommen, scheiterte leider, was aber nach dem Erlebten auch nicht mehr zu verwundern vermochte. Mit Putin-Verstehern wolle sie nicht diskutieren, auch nicht mit dem russischen Philosophen und geopolitischen Vordenker Alexander Dugin, den sie in ihrem Buch angegriffen hatte, und zu dem die ETN-Stiftung durchaus einen Kontakt hätte herstellen können, trug dieser doch ein Vorwort bei zu Sascha Roßmüllers neuem Buch Geopolitische Zeitenwende….

Weitaus harmonischer ging es für ETN und DS dann auf der Buchmesse selbst zu. Von Donnerstag, dem 21. März bis Sonntag, 24. März waren wir, in der gleichen »Ecke« wie der Compact-Stand, von morgens bis abends mit unserem Verlagsangebot vertreten, konnten Kontakte knüpfen, interessante Gespräche führen, diskutieren und hunderte von DS-Ausgaben unter´s lesewütige Volk bringen.

Verkaufsboykott gegen ETN

Der Verkaufserfolg bezüglich der ETN-Bücher hingegen war gewissermaßen künstlich eingeschränkt worden, was uns zwar nicht aus der Bahn wirft, weil bereits hinreichend »ausgrenzungsgewohnt«, nüchtern betrachtet aber eigentlich dennoch einen Skandal darstellt. Zur Erklärung: Den Verlagen ist es an der Buchmesse nicht gestattet, selbst den Preis für gekaufte Bücher zu kassieren. Vielmehr sind hierfür »mobile Kassen« in Form von meist jungen Messe-Mitarbeitern zuständig, die man dann heranwinken muss, um den Preis für den Verlag zu kassieren und zum Abschluss die Erlöse auf das Verlagskonto zu überweisen. Unter Abzug einer Art Buchhändlerprovision natürlich, denn die Buchmesse will mitverdienen. Zu Beginn wurde uns jedoch eröffnet, dass die Kassen-Mitarbeiter sich weigerten, für uns zu kassieren. Ein glatter, vermutlich abgestimmter Verkaufsboykott. Eine sofort eingereichte schriftliche Beschwerde des stellvertretenden ETN-Vorsitzenden Jens Pühse blieb seitens der Messeleitung bis zuletzt unbeantwortet. Wir durften schlicht und einfach – auf einer Buchmesse (!) – keine Bücher verkaufen. Die Notlösung: ETN verschenkte die Bücher kurzerhand – die meisten Buchinteressenten revanchierten sich mit einer freiwilligen Spende.

Reichhaltiges publizistisches Angebot am Stand von ETN und DS.

Weitere Repressalien gegen die nationalen Verlage blieben auf dieser Buchmesse aus, auch von Protest war nicht viel zu verspüren, wenn man mal von einer Gesangseinlage einer Antifa-Gesangsgruppe vor dem Compact-Stand um die Ecke absah, was aber natürlich eine friedliche und relativ gesittete Form des Protestes darstellt, der wir mit dem Lied »Die Gedanken sind frei« begegneten und uns so solidarisch zeigten mit Compact. Wenige Pöbeleien rundeten das Bild ab, bei dem man sich fragt, warum es angesichts von rund 2500 Ausstellern überhaupt Menschen gibt, die sich an der Anwesenheit von zwei, drei Verlagen mit »abweichender Meinung« stören können. Wir reden hier von einem Anteil von einem Promille…

 

 

Aber dieses eine Promille hatte es in sich! Denn schließlich hatten ETN und DS diesmal erstmalig zwei eigene Veranstaltungen auf der Buchmesse angemeldet, die in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Compact-Veranstaltungen im angeschlossenen Kongresszentrum durchgeführt wurden, da man uns wohl nicht die große Bühne der »Leseinsel« in der Halle zugestehen wollte. Das änderte allerdings nicht am Erfolg der beiden Veranstaltungen. In dem völlig überfüllten Tagungsraum fanden die rund 80 Teilnehmer von ETN und DS kaum Platz, was der guten Stimmung und Tagungsatmosphäre allerdings keinen Abbruch tat.

»Multikulti trifft Nationalismus«

DS-Chefredakteur Peter Schreiber (Mitte) moderiert die Diskussion zwischen Frank Kraemer (re.) und Nana Domena (links).

Auf großes Interesse war schon im Vorfeld die Diskussionsveranstaltung »Multikulti trifft Nationalismus« gestoßen, bei der Frank Kraemer, Mitbegründer der Rechtsrockband »Stahlgewitter« und erklärter Nationalist, auf den in Köln lebenden, aus Ghana stammenden, schwarzen Migranten mit holländischem Paß, den Entertainer Nana Domena, traf. Beide stellten zunächst einmal ihr gleichnamiges Video-Projekt »Multikulti trifft Nationalismus« vor, um dann in die eigentliche Diskussion einzusteigen. Gegensätzlicher hätten die Positionen – hier der Migrant aus Ghana, zweifelnd zwar an der real existierenden Integrationspolitik, grundsätzlich aber natürlich an einem »bunten« Miteinander interessiert, dort der Nationalist und »Rassenrealist«, vor Vermischung und falscher Toleranz warnend – nicht sein können. So gegensätzlich die Meinungen, so respektvoll aber auch der Umgang miteinander. An diesem Abend bewies die nationale Rechte einmal mehr: Der Geist steht nicht links, die spannendsten Diskussionen finden weder auf der Linken, noch in den Mainstream-Medien statt, sondern genau hier, in der vielgeschmähten »rechten Ecke«.

Nach dieser Diskussion ging es nahtlos weiter in eine ebenfalls von mir moderierte Buchvorstellung der Neuerscheinung Geopolitische Zeitenwende – Multipolarität statt Imperialismus aus der ETN-Reihe von Sascha A. Roßmüller, dem bekannten DS-Autoren. Eine weitere Neuerscheinung konnte ETN übrigens schon einige Monate zuvor mit dem Buch Werde unsterblich – Rechte Metapolitik als Lebensphilosophie vorlegen. Autor: Der eben schon vorgestellte Frank Kraemer.

»Das ganze Europa soll es sein!«

Sascha A. Roßmüller, Autor des ETN-Buches “Geopolitische Zeitenwende”, bei dessen Vorstellung.

Im Parforce-Ritt ging es im Gespräch mit Roßmüller dann durch Grundlagen, Entwicklungslinien und aktuelle Herausforderungen der Geopolitik. Seine These: Die unipolare, transatlantische Weltordnung befindet sich in der Auflösung, andere kontinentale Großmächte, wie China und Russland steigen auf und streben nach Bündnissen. Die USA und die NATO versuchen, dies zu verhindern, denn wer das »Herzland« beherrscht, beherrscht die »Weltinsel«, bestehend aus Afrika und Eurasien. Die Kontrolle über das Herzland gewinnt, wer Osteuropa beherrscht. Genau darum gehen die aktuellen weltweiten Auseinandersetzungen – bis hin zu blutigen Stellvertreterkriegen, wie etwa in Syrien. Die Frage sei, so Roßmüller, wie Europa sich positioniere: »Von Asien trennen uns nur 50 Kilometer Süßwasser des Ural, von den USA tausende Kilometer Salzwasser des Atlantik. Roßmüller sprach sich für eine Verbindung der kontinentalen Mächte Deutschland und Russland und eine Kooperation mit China aus und prägte den Begriff einer »identitären Geopolitik«. Kein Wunder, dass der russische Philosoph Alexander Dugin gerne ein Vorwort zum Roßmüller´schen Werk beisteuerte, in dem Roßmüller wiederum den Gedanken einer »globalen konservativen Revolution« aufgreifen konnte.

Sascha Roßmüller beim Signieren seines neuen Buches.

Große Sorge brachte Roßmüller zum Ausdruck angesichts der Entwicklung Europas in seiner gegenwärtigen Verfassung als »Europäische Union«. Die EU habe es geschafft, mit ihrem Streben nach einer Tiefen-Integration Großbritannien zu vertreiben, so bestünde die Gefahr, die Briten an die USA zu verlieren. Mit der Anti-Haltung der EU gegenüber Russland, der NATO-Einkreisungspolitik und der Sanktionspolitik gegen Russland bestünde zudem die Gefahr, auch Russland zu verlieren – an China.

Meiner Frage nach der Gefahr einer heißen Auseinandersetzung, also einer Eskalation, die aus dem gegenwärtigen Kalten Krieg 2.0 eine militärische Konfrontation entstehen ließe, beantwortete Roßmüller mit dem Appell, sich als Nationalisten zum Träger einer neuen Friedensbewegung zu machen: »Wir sollten dem Drängen der USA, den Militäretat im Rahmen der NATO zu erhöhen, unter den gegebenen Umständen nicht nachgeben, das Pulver für den Krieg nicht auch noch bereitwillig bereitstellen. Die Botschaft muss lauten: Nationalismus ist Frieden!«

Mit der voll spannender Erwartung aufgenommenen Buchvorstellung schloss sich der Kreis zur antirussischen Politshow der Buchmesse-Eröffnung. Auch hiermit gelang es, einen Kontrapunkt zu setzen.

»Faschismus ist keine Meinung…!« schützt vor Meinungsaustausch

Konfrontation: Bei “Verlage gegen rechts” schien man unsicher, ob und wie man auf das Gesprächsangebot von rechts eingehen soll.

Die Buchmesse setzte sich am Sonntag fort mit regem Andrang beim Stand von ETN und DS in Halle 3. Kurz vor Schluss gelang es noch einmal, die Aufmerksamkeit einiger Messebesucher auf uns zu lenken: Bei einer Diskussionrunde am Stand des linken Meinungsmediums der Freitag im Rahmen der Initiative »Verlage gegen rechts« ergriff der Verfasser dieser Zeilen das Wort, stellte sich als DS-Chefredakteur vor und wollte von den Teilnehmern der Podiumsdiskussion wissen, ob es nicht an der Zeit sei, das Gespräch mit den Rechten zu suchen und ob es denn umgekehrt tatsächlich so erstrebenswert sei, auch noch das letzte rechte Verlagsangebot von der Messe zu vertreiben. Neben einigen ausweichenden bis erstaunlich diplomatischen Antworten der sichtlich überraschten Diskutanten endete diese Veranstaltung dann aber doch mit einer ziemlich vorhersehbaren Stellungnahme: »Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!« So einfach ist das. Vor solchen Linken Respekt zu haben, fällt schwer.

Fazit: Die Leipziger Buchmesse 2019 bot den Rahmen für einen großartigen Mobilisierungserfolg von Europa Terra Nostra und Deutscher Stimme und das intellektuelle Format unserer Autoren, Unterstützer und Publikationen konnte einem unbefangenen Beobachter nicht verborgen bleiben.

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