“Vier von zehn Asylbewerbern lügen beim Alter”

Falsche Angaben werden regelrecht provoziert

So lautet das Fazit in der heutigen Ausgabe der österreichischen Kronenzeitung.

Auch der brutale Axt-Attentäter von Würzburg gab an, 17 Jahre alt zu sein… / Foto Hintergrund: FS Media / Würzburger Islamist: Screenshot Youtube / Bildkomposition „Wochenblick“

Das Thema ist nicht neu. Nach Tötungsdelikten wie in Freiburg oder Kandel geht ein Aufschrei durch die Öffentlichkeit, wenn offensichtlich volljährige Täter ein Alter von unter 18 Jahren angeben. Aber auch der ganz “normale” Alltag im Umgang mit dieser speziellen Klientel führt immer häufiger zur Enttarnung falscher Angaben.

So war schon vor einem Jahr bekannt, dass im Saarland jeder zweite “minderjährige Migrant”, bei dem Zweifel am Alter bestanden, tatsächlich schon volljährig war. In Hamburg lag die Quote bei etwa einem Drittel, die nach “Inaugenscheinnahme” enttarnt wurden. Nach einer ärztlichen Untersuchung in der Rechtsmedizin stellte sich heraus, dass sogar jeder zweite schon über 18 war. In der Kronenzeitung wird ein Beamter wie folgt zitiert: „Vor mir saß jüngst ein gestandener Mann aus Pakistan, mit Vollbart – er behauptete, er sei 16.“

Das verwundert nicht allzusehr. Minderjährige Asylbewerber haben bessere Chancen auf dauerhaften Aufenthalt, die Betreuung ist kostenintensiver (rund 55.000 Euro pro Jahr), das Jugendstrafrecht milder und die Familienzusammenführung unkomplizierter. Falsche Angaben werden so regelrecht provoziert – fehlende Überprüfungen und Konsequenzen tragen das ihre dazu bei.

Ein paar Zahlen zum Thema: 2017 konnten in Österreich 347 angeblich minderjährige Asylbewerber bei 867 Altersfeststellungen durch Handwurzel-Röntgen sowie körperliche, zahnärztliche und radiologische Untersuchungen überführt werden. Die Gesamtkosten für die Gutachten beliefen sich auf 1,2 Millionen Euro.

Jens Spahn

Aus Deutschland liegen ähnliche Werte vor. Bereits im August 2014 berichtete das Hamburger Abendblatt: “Von den fast 1296 Personen, die im vergangenen Jahr sogenannte Inobhutnahmen beim Kinder- und Jugendnotdienst (KJND) begehrten, waren nach Überzeugung des Landesbetriebs 807 mindestens 18 Jahre oder älter. Nur 38 Prozent der Aufgegriffenen waren wirklich minderjährig.”

Aktuell will laut Ärztezeitung Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) prüfen, ob eine Altersabschätzung bei Migranten auch per Ultraschall möglich ist. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin begrüßt diese Initiative. Ob sie reale (und vor allem zeitnahe) Konsequenzen hat, darf allen Erfahrungen nach bezweifelt werden. Es ist eher damit zu rechnen, dass nach dem Prinzip “Weiter so – wie schaffen das!” verfahren wird. (sp)

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