“Zahl der Asylbewerber unter der Obergrenze” – ein Grund zur Beruhigung?

Zahlenspiele als Beruhigungspille

Sicher nicht, auch wenn sich die Redakteure der BamS (und die bei ihr abschreibenden Kollegen) alle Mühe geben, es so erscheinen zu lassen.

Aufhänger der “Frohen Botschaft” in der Weihnachtszeit ist die Unterschreitung der Obergrenze von 220.000 “Flüchtlingen” pro Jahr für 2018. Bis Jahresende wird es laut “Zuwanderungsberechnung der Bundesregierung” voraussichtlich 166.000 Asylanträge geben.

Garniert wird die Nachricht mit weiteren Zahlen, die beruhigend wirken sollen. So seien in diesem Jahr 18.500 Personen “freiwillig in ihre Heimat zurückgekehrt”. Außerdem hätten 26.500 Flüchtlinge Deutschland verlassen, weil sie kein Asyl erhalten oder in einem anderen EU-Land einen Antrag gestellt hätten.

Fakt ist jedoch: Rund 200.000 Zuwanderer pro Jahr bedeuten eine Million in fünf Jahren. Fast alle bleiben hier, was auch auf die 1,5 Millionen Einwanderer der Jahre 2015/16 weit überwiegend zutrifft. Die 38.500 Menschen, die in diesem Jahr ein Visum im Rahmen des Familiennachzugs erhalten haben, bestätigen noch einmal die Tendenz. Zudem dürfte die unter “Resettlement” (Neuansiedlung) laufende Aufnahme aus humanitären Gründen von 4600 “besonders schutzbedürftigen” Personen für 2018 im Rahmen des globalen Migrationspaktes künftig höhere Werte erreichen.

Völlig außen vor bleibt die Zahl derer, die sich illegal im Land aufhalten oder zwischen den europäischen Staaten hin und her wandern. Im Jahr 2010 wurde sie auf 50.000 Illegale allein in Berlin geschätzt. Eine weitere Schätzung für 2014 gab 180.000 bis 520.000 Personen ohne Aufenthaltsstatus in Deutschland (nach Dita Vogel 2016) an. Diese Zahlen belegen, in welche Richtung die “Reise” geht – wenn sie denn so weiter geht. Von den (un-)verantwortlichen “Eliten” ist jedenfalls keine grundlegende Änderung der Einwanderungspolitik zu erwarten. (sp)

Print Friendly, PDF & Email

verwandt mit:

Watch Dragon ball super