Mordfall Khashoggi: Kann sich Saudi-Arabien alles erlauben?

„Niemand will die Beziehungen zu Saudi-Arabien beschädigen!“ (Guido Steinberg, Stiftung Wissenschaft und Politik)

Es geht um einen Mordfall, der in das Drehbuch eines schlechten Films passen würde. Es ist aber auch ein Blick in die Abgründe einer mittelalterlichen Monarchie.

Jamal Khashoggi, (Photo credit: April Brady/Project on Middle East Democracy)

Agenten Saudi-Arabiens sollen im Konsulat ihres Landes in Istanbul einen regierungskritischen saudischen Journalisten ermordet und in Stücke zerteilt haben. Der zuletzt im US-Exil lebende Jamal Khashoggi war Anfang Oktober in das Konsulat gegangen, um Papiere für seine bevorstehende Hochzeit abzuholen. Der Tod des Regimekritikers wurde inzwischen eingeräumt, achtzehn “Verantwortliche” verhaftet.

Donald Trump freut sich über die “Aufklärung” und hat Gerüchte über eine mögliche Stornierung von Rüstungslieferungen dementiert. Auch in Deutschland und Europa übt man sich in Zurückhaltung – ganz anders als im (bis heute nicht völlig geklärten) Fall Skripal gegenüber Russland. Das hat seine Gründe.

An den Rüstungslieferungen hängen Arbeitsplätze. Es gibt aber auch Milliardenprojekte in dem Wüstenstaat selbst. Vor einigen Monaten beklagte das Handelsblatt, dass deutsche Firmen in Saudi-Arabiens beim Bau der Zukunftsstadt Neom “zuschauen” müssten, weil Sigmar Gabriel als Außenminister dem Königreich „Abenteurertum“ vorgeworfen und seine Politik im Hinblick auf Libanon und andere regionale Konflikte “abqualifiziert” hätte. Die Saudis seien darüber so nachhaltig verstimmt gewesen, dass sie aus Protest ihren Botschafter aus Berlin nach Riad zurückgerufen hatten.

Niqab

So etwas soll natürlich nicht noch einmal geschehen. Hinzu kommt, dass arabische Investoren längst Kurs auf Europa genommen haben. Die islamische Einflussnahme schreitet still aber nachhaltig voran. Nicht nur Saudi-Arabien ist daran beteiligt. Auch Kuweit, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate haben ihre Pflöcke überall dort eingeschlagen, wo es möglich und profitabel für sie ist.

In Zweibrücken und Pirmasens sind die Wohnungen ganzer Quartiere an Interessenten aus Kuwait verkauft worden. Wenn die Frauen dieser arabischen “Urlauber” auf Shoppingtour gehen, so tun sie dies in der Regel schwarz gewandet. Da wundert es sich nicht allzu sehr, wenn etablierte Politiker sich mit einem Verbot der Verschleierung so schwer tun. Schließlich bringen die Gäste Geld ins Haus!

Die finanziellen Interessen sind es letztlich auch, die unsere sonst so hypermoralischen “Eliten” – an der Spitze Außenminister Maas und Kanzlerin Merkel – zur Zurückhaltung im Falle des Mordes im saudischen Konsulat anhalten. Die Regierung in Riad kann sich so fast alles erlauben: Aggression im Jemen, Abwehr syrischer Flüchtlinge und systematische Islamisierung Europas – Verbrechen eingeschlossen! (sp)

 

Quelle: Guido Steinberg

 

 

 

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