Im Gespräch mit Frank Kraemer: »Freiheit bedeutet , sein Potential entwickeln zu dürfen«

DS-Interview Ausgabe Juli 2018

Frank Kraemer ist seit seiner Jugend in der nationalistischen Bewegung aktiv. Bekannt wurde er vor allem als Gitarrist der Rockgruppe Stahlgewitter sowie des Metal-/ Neofolk-Projekts Halgadom. Zu Beginn des Jahres 2016 lernte er auf einer PEGIDA-Demonstration den schwarzen Moderator Nana Domena kennen, woraus sich ein sehr offener und kontinuierlicher Meinungsaustausch entwickelte. Die DEUTSCHE STIMME sprach mit ihm.

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DS: Herr Kraemer, Sie sind nicht nur Gitarrist und Mitbegründer der Musikgruppen Stahlgewitter und Halgadom, sondern überdies Betreiber des Sonnenkreuz-Versands und des Blogs sowie YouTube- Kanals »Der Dritte Blickwinkel«. Bitte beschreiben Sie unseren Lesern doch kurz diese Projekte und sagen uns, wo der Schwerpunkt liegt: im vorpolitischen Raum der Musik oder den medien- bzw. meinungspolitischen Aktivitäten?

Mein musikalischer Werdegang begann 1995, als ich gemeinsam mit Daniel Giese die Band Stahlgewitter gegründet habe. 1996 erschien unser erstes Album. 1999 kam als weiteres Betätigungsfeld meine zweite Band Halgadom dazu. Erstere würde ich als Ventil meiner politischen, letztere als Facette meiner heidnisch-philosophischen Seite bezeichnen. Beides ist die Quintessenz meiner heimatverbundenen, nationalistischen Weltanschauung. 2010 startete ich mit »Der dritte Blickwinkel« als Blog. Dort schrieb ich in sehr unregelmäßigen Abständen systemkritische Aufsätze. 2016 wandelte ich diesen Blog in einen Vlog, also einen Videoblog um. Seitdem produziere ich Videos zu diversen weltanschaulichen Themen, wie es meine Freizeit neben Familie, Arbeit, Sport, meinem Netzladen und den vielen Kleinigkeiten des Lebens zuläßt. Leider steht zurzeit die Musik hinten an. In der jetzigen Situation liegt mein Augenmerk auf der metapolitischen Ebene, also der Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit. Das heißt, ich konzentriere mich auf meine Videoprojekte und trete seit geraumer Zeit auch als Redner auf. Parallel schreibe ich an einem Buch, das ich bereits vor Jahren angefangen habe, nun aber dieses Projekt endlich abschließen werde. Was meinen Sonnenkreuz- Versand betrifft, so spiegelt das Angebot meine Art zu leben wider. Nahrungsergänzungsmittel für Kraftsportler oder auch zur Körperentgiftung, viele Bücher und selbstgestaltete T-Hemden mit starken Aussagen, ohne jedoch in eine bestimmte Subkultur abzudriften. Selbstverständlich gibt es dort auch Werbematerial für meinen Videokanal »Der dritte Blickwinkel«.

DS: Sie erlangten größere Bekanntheit durch das Projekt »Multikulti trifft Nationalismus« mit dem schwarzen Moderator Nana Domena. Können Sie kurz erklären, worum es sich dabei handelt und was da vor sich ging? Und vor allem, gelang es damit nachhaltig, die mainstream-mediale Schweigespirale zu durchbrechen, oder boykottierte man vielmehr seitens des Establishments plötzlich auch Nana Domena?

Im Grunde geht es bei diesem Projekt darum, daß man sich durchaus vernünftig unterhalten kann, auch wenn man grundsätzlich andere Standpunkte vertritt. Ich würde einfach mal behaupten, daß Nana Domena und ich die größtmöglichste Distanz darstellen, die man sich weltanschaulich vorstellen kann. Er als ein schwarzer Einwanderer, der sich für die multikulturelle Gesellschaft ausspricht, und ich als deutscher Nationalist, der den Nationalstaat und das Abstammungsprinzip vertritt. Dennoch gehen wir respektvoll miteinander um, und das ist der Reiz, den dieses Projekt ausmacht. Die vielen positiven Kommentare zu unseren Videos lassen zumindest darauf schließen. Kennengelernt haben wir uns bei der Pegida-Demonstration in Köln im Februar 2016. Diese fand nach den massenhaften sexuellen Übergriffen fremder Siedler in Köln zur Jahreswende 2015/2016 statt. Nana Domena wollte sowohl uns, als auch die Gegenseite befragen, was die Motivation war, zu der jeweiligen Demonstration zu kommen. Unser Gespräch zeichnete er auf und stellte es auf seinen YouTube-Kanal ins Netz. Da meine Aussagen weder sinnentstellt oder verfremdet wurden, wie man es von der Systempresse gewohnt ist, bedankte ich mich bei ihm und bot ihm meinerseits eine Befragung für meinen Blog an. Nach dieser Befragung haben wir ein Video gedreht, in dem ich ebenfalls ohne Zensur zu Wort kam. Alles lief fair und höflich ab. Mit diesem Video starteten wir unser Projekt.

Die Systempresse schweigt uns natürlich tot. Es bedient schließlich kein Klischee.

Als wir eine Podiumsdiskussion in Köln veranstaltet haben, war eine Journalistin vom General- Anzeiger vor Ort. Leider hat es diese Veranstaltung – bei der übrigens alle eingeladenen etablierten Politiker gekniffen haben – mit der Begründung nicht in die Zeitung geschafft, »daß dieses Thema zu komplex sei, um es seinen Lesern in nur einem Artikel erklären zu können.« So war sinngemäß die Aussage. Angst vor der Antifa spielte ebenfalls eine Rolle. Im Vorfeld versuchte man auf Nana Domena Druck auszuüben, die Veranstaltung abzusagen. Dazu denunzierte man ihn bei einem seiner Großkunden. Er würde Rechtsradikalen eine Bühne bieten, hieß es. Als Selbständiger ist er auf jeden Auftrag angewiesen. Erfreulicherweise ließ er sich dennoch nicht einschüchtern und die Veranstaltung fand statt. Der Mainstream schweigt weiterhin, jedoch schöpfen wir das Potential der alternativen Medien voll aus und erreichen viele Menschen. Selbstverständlich leben solche Projekte von der Unterstützung der Zuschauer, die für die weitere Verbreitung sorgen. Die sogenannte Bundeszentrale für politische Bildung hatte uns hingegen einen Artikel gewidmet. Darin lieferte ein gewisser Herr Stefan Niggemeier, ein freier Journalist, die Bestätigung aller Lügenpressevorurteile. Er schrieb auf dieser ach so neutralen Plattform, daß solche Projekte nur machbar seien, da die Mainstream-Medien ihre »Gatekeeperfunktion« verloren hätten. Somit könnten diese Hauptmedien nicht mehr bestimmen, was in den öffentlichen Raum dringt, und was man gerne unterschlagen hätte. So ein Pech aber auch … Und natürlich wäre Nana Domena naiv, sich mit mir auseinanderzusetzen, dem vielzitierten Wolf im Schafspelz. Also die übliche Rollenverteilung, wie man sie von Menschen mit einem ideologischen Tunnelblick her kennt. Erwähnenswert ist, daß dieses Projekt ausschlaggebend war, meinen Blog in einen Vlog umzuwandeln. Da ich durch die hohe Reichweite der gedrehten Videos sowieso einer breiten Öffentlichkeit bekannt war, fiel dieser Schritt nicht mehr schwer.

DS: Sie sind bereits viele Jahre politisch engagiert, daher die Frage, wie sieht Ihre aktuelle Lageanalyse aus Binnensicht aus: Hat sich die politische Rechte ausdifferenziert, nahm sie vielfältigere Formen an, und wenn ja, inwiefern ist dies ein Vorteil bzw. erfolgversprechend, oder stellen Sie im Zuge der zurückliegenden Entwicklung vielmehr eine eher hinderliche Fragmentierung fest?

Ich sehe die Entwicklung überwiegend positiv. Da die BRD-Verfallserscheinungen immer weiter um sich greifen und immer breitere Schichten in Mitleidenschaft ziehen, wächst gleichzeitig die Akzeptanz für unsere Lösungsansätze. Vor 20 Jahren war der nationale Widerstand sehr subkulturell geprägt, wodurch das Aktionsfeld relativ eingeschränkt war. Heute stoßen nicht nur die unterschiedlichsten Subkulturen zu uns, sondern eben auch breite bürgerliche Schichten, die gemerkt haben, daß unsere Prognosen von vor 20 Jahren wohl doch nicht so falsch waren.

Es gibt mittlerweile so viele Facetten des Widerstandes, daß so ziemlich jeder seinen Platz findet, der etwas für Deutschland tun will.

Mit alternativen Medien durchbrechen wir das Meinungsmonopol des Establishements und der Massenmedien.

Ob Partei, Kameradschaft oder Bürgerbewegung, überall gibt es Möglichkeiten, aktiv zu werden. Natürlich gibt es auch dazu eine Kehrseite. Nämlich die schon zwanghaft betriebene Abgrenzung. Das ist kein neues Phänomen, und auch kein typisch deutsches oder rechtes. Das ist leider die Natur des Menschen. Dennoch ist derlei Stutenbissigkeit in der jetzigen Situation fehl am Platz und einige Protagonisten sollten langsam damit beginnen, ihr überblähtes Ego zurückzufahren. Der Aufstieg der AfD hat ebenfalls zwei Seiten. Zum einen hat diese Partei dafür gesorgt, daß eine Weltanschauungspartei wie die NPD bei Wahlen nahezu aussichtslos erscheint, zum anderen haben aber viele Landsleute ihre Deckung verlassen, die durchaus auch radikaleren Kräften nicht abgeneigt sind. Ich hatte schon viele gute Gespräche mit AfDlern, die mit mir weltanschaulich absolut auf einer Wellenlänge waren. Ob diese Kräfte sich gegen die liberaleren durchsetzen werden, ist natürlich fraglich. Grundsätzlich spielt es für mich persönlich eine eher untergeordnete Rolle, da ich meine Sympathie eher an Einzelpersonen festmache und nicht an Organisationen, zum anderen wird uns der rein parlamentarische Weg nicht weiterbringen. Selbst eine AfD wird niemals die 50-Prozent-Marke knacken und ist somit dazu verdammt, in irgendwelchen Koalitionen ihre Positionen aufzuweichen. Realere Chancen sehe ich in Siedlungsprojekten für Deutsche, die sich gerade formieren. Interessenten können auf Facebook einen Blick in die Gruppe »White Ethnostate« werfen. Diese wird von Johannes Scharf geleitet, der den meisten Lesern durch seine Vision Nova Europa bekannt sein dürfte. Ich versuche, ihn weitestgehend zu unterstützen. Ein großer Kongreß ist für 2019 geplant. Empfehlenswert wären noch die sehr anspruchsvollen Veranstaltungen vom Seminar für rechte Metapolitik. Infos dazu gibt es auf der Netzseite: www.gegenstrom.org.

DS: Bleiben wir noch ein wenig dabei, daß Sie ohne Berührungsängste nicht nur über das politisch rechts verortete Lager hinaus, sondern auch innerhalb des nationalen oder patriotischen Bereichs bei unterschiedlichen Akteuren anzutreffen sind. Ausgrenzung seitens der sich für liberal und/oder tolerant haltenden Klientel ist hinreichend bekannt, doch begegnen Sie auch Vorbehalten innerhalb rechter bzw. rechtskonservativer Kreise, weil Sie sich nicht klar abgrenzen, und falls ja, wie beurteilen Sie dies?

In der Tat tun sich Gräben auf, wo keine sein sollten. Aus Kreisen der »neuen« Rechten geht man teilweise zu meiner Person auf Abstand. Ich möchte anmerken, daß ich generell diese schwammigen Kategorien von »alter« bzw. »neuer« Rechten ablehne. Denn weder das eine noch das andere Lager läßt sich konkret definieren. Die sogenannte »alte« Rechte besteht beispielsweise aus parteifreien und parteigebundenen Kräften, Nationalrevolutionären, nationalen Sozialisten, konservativen und noch weiteren Strömungen. Meiner Meinung nach sollte man sich mehr auf den Kampf um unser Volk und unser Land konzentrieren, als auf Dinge, die uns unterscheiden. Glücklicherweise kommt die Ablehnung fast nur aus Teilen der sogenannten Führungsebene, die sich was auch immer davon verspricht. Das ist natürlich bedauerlich, aber nicht mein Problem. Ich bin gegen jede Form von Sektiererei und arbeite mit jedem vernünftigen Menschen zusammen, der sich für Deutschland einsetzen will. Von diesen Menschen gibt es zum Glück viele, und an der Basis ist man in der Regel immer weiter als in den höheren Ebenen. Der Rest wird es wohl erst dann lernen, wenn sich die Konflikte verschärfen.

DS: Sie bewegen sich – wie vorab erwähnt – auf diversen politischen Plattformen und Veranstaltungen, so waren Sie unlängst beispielsweise auch zu Gast auf dem JN-Europakongreß. Wie wichtig ist für Sie als Nationalist der europäische Gedanke, und sind möglicherweise historische Erblasten aufgrund einer gemeinsamen Bedrohungslage heute sogar leichter zu überwinden?

Die weißen Völker, vor allem in Westeuropa, stehen gerade vor der wohl größten Herausforderung: dem weißen Genozid. Wenn Westeuropa wahlweise zum Kalifat mutiert oder durch die fortschreitende Balkanisierung als bürgerkriegsgebeutelter Flickenteppich endet, wird es nicht lange dauern, bis auch dieser Genozid an die Tore Osteuropas klopfen wird. Wir sitzen alle im selben Boot. Historische Konflikte, die ich teilweise durchaus nachvollziehen kann, müssen bei dieser grundsätzlichen Bedrohung überwunden werden. Generell müssen alle Nationalisten scharf den Nationalismus vom Chauvinismus trennen und sich als europäische Lebens- und Kampfgemeinschaft dieser Herausforderung stellen. Wenn es keine europäischen Völker mehr gibt, hat sich jeder Konflikt von gestern und vorgestern ohnehin erledigt. Es ging in meinem Vortrag, den ich beim JN-Europakongreß im Mai dieses Jahres gehalten habe, u.a. genau um dieses Thema.

DS: Welche Rolle spielt sowohl für den politischen Menschen Frank Kraemer, als auch für den Künstler »Freiheit« und wie drückt sich diese für Sie aus? Freiheit ist ein sehr individueller Begriff und man merkt erst das Fehlen von Freiheit, wenn sie einem genommen wurde. Und selbst dann gibt es noch jene, die sich für den Käfig bedanken, in den sie gesteckt werden, solange dieser Käfig goldene Stäbe hat.

Für mich persönlich bedeutet Freiheit, wenn der Mensch der werden kann, der er ist, also sein Schicksal erfüllen kann.

Wenn er sein geistiges und körperliches Potential frei entfalten kann. Dazu gehört es, Fehler machen zu können und daraus zu lernen. Meine Freiheit ist die Freiheit, sich entwickeln zu können. Diese hat nichts mit der zeitgenössischen Auslegung zu tun, in der Freiheit zu vergammeln.

DS: Abschließend noch eine persönliche Frage. Als im Kulturbereich aktiver Musiker, welche Musik hören Sie, wenn Sie nicht selbst spielen, gerne, und da Sie in Ihren Blogs auch schreiben, welches würden Sie unseren Lesern als Ihre Lieblingsbücher empfehlen wollen?

Musikalisch bin ich in der Rock-und Metalecke angesiedelt. Ab und an höre ich noch alte Blackund Death-Metal-Alben. Zum Sport bevorzuge ich der Motivation wegen jedoch eher antreibende rockigere Sachen wie Black Stone Cherry oder Stone Sour. Mein Geschmack an Literatur ist recht breit gefächert. Angefangen vom Herrn der Ringe, Nietzsches Also sprach Zarathustra, über intensive Krimis wie Grabesgrün von Tana French zu aktuellen Augenöffnern wie Die geheime Migrationsagenda von Friederike Beck und Die Intelligenz und ihre Feinde des Genetikers Volkmar Weiss, das ich gerade durcharbeite. Diese spontane Aufzählung kann als Empfehlung gesehen werden.

DS: Herr Kraemer, vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte DS-Redakteur Sascha A. Roßmüller.

 

 

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