Sachsen-Anhalt-Monitor: Korrekte Zustandsbeschreibung oder Märchenstunde?

“Wes Brot ich ess, des Lied ich sing!“

Bei den Altparteien in Magdeburg dürften die Sektkorken knallen: Der aktuelle Sachsen-Anhalt-Monitor bringt für (fast) alle deutliche Zugewinne.

Landtag in Magdeburg

Die CDU käme nach der ihm zugrunde liegenden Umfrage des Instituts Conoscope auf 35 Prozent, Die LINKE auf 20, selbst die abgewirtschaftete SPD würde mit 16 Prozent noch etwas vor der (auf 15 % geschrumpften) AfD liegen. Die FDP (6%) könnte sich über einen Wiedereinzug in den Landtag freuen, selbst die Grünen könnten sich mit fünf Prozent noch Hoffnung machen. Angeblich sehen rund 70 Prozent der Einwohner Sachsen-Anhalts ihre persönliche Zukunft sehr oder eher positiv.

Bei soviel Jubelnachrichten sollten Zweifel an den Ergebnissen angebracht sein. Die Umfrage wurde im Auftrag der Landeszentrale für politische Bildung erstellt. Beteiligt waren daran das Zentrum für Sozialforschung Halle und das Institut für Politikwissenschaft. Wer sich bei diesen Einrichtungen an die Volksweisheit “wes Brot ich ess, des Lied ich sing“ erinnert fühlt, dürfte der Wahrheit bereits ziemlich nahe kommen. Außerdem wurden ganze 1100 wahlberechtigte Sachsen-Anhalter befragt – und dies bereits zwischen dem 30. Januar und dem 8. März!

Richtig peinlich wird es aber, wenn man sich auf der Netzpräsenz des Instituts Conoscope genauer umsieht. Unter der Überschrift “Wie wir arbeiten” findet sich folgender Handlungsansatz:

“Unsere Dienstleistungen werden maßgeschneidert auf die Kundensituation angepasst und gewährleisten, dass die passenden Ergebnisse erzielt werden.”

Dem ist nichts hinzuzufügen!

 

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