Deggendorf: Ein Asylarzt bricht sein Schweigen

Dank für Dummheit kann niemand erwarten.

Die singenden und klatschenden Teddybär-Werfer haben ausgedient. Zahlreiche Asylhelfer haben sich (meist still) zurückgezogen. Die Willkommens-Euphorie ist verebbt. Wenn jetzt die Zeit unter der Überschrift

Erst kamen Flüchtlinge. Jetzt kommen Medizintouristen“

einen Arzt (allerdings anonym und auf einer kostenpflichtigen Seite) zu Wort kommen lässt, muss die sprichwörtliche „Kacke“ ganz schön am „Dampfen“ sein. Man muss sich nicht bei dem linksliberalen Wochenblatt einkaufen, um an die Fakten zu kommen. BILD, Focus und sogar die selbsternannten Moralapostel von der Huffington Post greifen das Thema auf.

Es geht um einen Arzt im bayrischen Deggendorf. Er lässt seinen Arbeitsvertrag in der dortigen Flüchtlingsunterkunft zum Ende des Monats auslaufen. Und er kann gute Gründe für seine Entscheidung anführen:

So sei die Hälfte der Patienten, die er in den letzten drei jahren behandelt hat, als “Medizintouristen” einzustufen. Nachdem er anfangs vereinzelt Syrer mit Kriegsverletzungen behandeln musste, kamen bald zunehmend Personen, die keine ernsthaften gesundheitlichen Probleme hatten. Gegenüber der Zeit schimpft der Mediziner: “Da kommen jetzt Leute, die wollen Viagra!” Verlangt würden außerdem Massagen gegen Muskelkater, teure Zahn-Operationen oder Schmerztabletten zum Dealen.

Konkret benennt er “Flüchtlinge” aus Ländern wie dem afrikanischen Sierra Leone oder der Kaukasusrepublik Aserbaidschan, die bewusst nach Deutschland kämen, um eine kostenlose Behandlung zu erhalten. Dabei nutzen sie die schleppenden Verfahren in Deutschland aus, um die eigene Gesundheit sanieren zu lassen.

Schlechte Umgangsformen der ”Patienten” runden das negative Bild ab. Von vierzig sage höchstens einer „Danke“ für die Behandlung. Überraschend ist das nicht: Für Dummheit (oder bestenfalls Naivität) hat noch nie Dank gegeben. Wer anderes erwartet, glaubt vermutlich auch, dass erfolgreiche Enkeltrick-Betrüger der Oma im Anschluss Blumen schicken!

Der anonyme Arzt aus Deggendorf ist nicht der einzige, der hinwirft. Ihm schließt sich ein weiterer Kollege an. Derweil macht man in Berlin weiter wie bisher – und auch in Bayern wird es nach der Landtagswahl im Herbst (voraussichtlich) wenig Änderungen geben.

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