Buchmesse in Leipzig: Obskurer Verein versucht sich in Störmanövern

Gar nicht neu: "Narrenhände beschmieren Tisch und Wände"

Von den Qualitätsmedien bejubelt, fand am Vorabend der Messeeröffnung eine Demonstration auf dem Leipziger Augustusplatz statt. Im Unterschied zum Herbst 1989, als hunderttausende gegen die Herrschaft einer allwissenden und allmächtigen Staatspartei protestierten, kam diesmal nur ein Häufchen von wenigen hundert Personen aus dem linken Spektrum zusammen.

Auf den Bannern hieß es auch nicht mehr kurz und klar “Wir sind das Volk”, dafür waren sperrige Parolen wie “Meinungsfreiheit nutzen – Rechten widersprechen” oder kaum erkennbare Buchtitel (siehe Screenshot) zu sehen.

Hinter dem misslungenen Aufmarsch stehen laut Welt “mehr als 70 unabhängige Verlage sowie rund 200 Einzelpersonen”, die unter der Eigenbezeichnung “#verlagegegenrechts” firmieren. Bei einem Blick auf die Netzpräsenz des Zusammenschlusses stellt sich schnell heraus, dass er nach eigenen Angaben von gerade einmal “45 Verlagen und 100 Personen und Initiativen unterstützt” wird.

Hinzufügen muss man noch, dass unter den namentlich angeführten Unterzeichnern am häufigsten “anonym” zu finden ist. Das verwundert nicht allzusehr, denn wer möchte in der heutigen Zeit noch bei einem abgestandenen “Aktionsbündnis gegen rassistisches, antifeministisches und homofeindliches Gedankengut in der Buchbranche” mitmachen!

Offiziell will man “keine Tumulte”, gleichzeitig will man es aber “nicht hinnehmen, dass rechte Ideologien auf der Buchmesse verbreitet werden.“ Ob dies wirklich ohne Gewalt und Randale ablaufen wird, darf nach einschlägigen Erfahrungen bezweifelt werden. Die ersten Schmierfinken waren bereits in der Dunkelheit mit Aufklebern unterwegs.

Es wird also spannend. Ab heute können “Europa Terra Nostra” und andere von links angefeindete Verlage an ihren Ständen besucht werden.

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