GRAZIE, ITALIA!

Die vereinigte Linke wurde vernichtend geschlagen.

Italien hat gewählt und dieser 4. März 2018 wird ganz sicher als ein Tag in die Geschichte eingehen, ab dem eine – wie auch immer geartete – Rettung des Euro unmöglich geworden ist. Denn gerade in Italien konzentrieren sich die Geburtsfehler der Gemeinschaftswährung wie in einem Brennglas. Verschärft wird diese Situation durch die unkontrollierte illegale Masseneinwanderung aus Afrika und Arabien und beides – Eurokrise und Migrationskrise – ist direkt auf die Politik der Brüsseler EU-Zentrale zurückzuführen.

Daher wird das Wahlergebnis in Brüssel und Berlin für Unruhe sorgen, denn über Bella Italia ist ein politischer Orkan gefegt, der kaum einen Stein auf den anderen gelassen hat.

Da ist zunächst die Fünf-Sterne-Bewegung unter dem anarchisch-rebellischen Beppe Grillo, die mit 32 Prozent stärkste Partei wurde. Sie lehnt das Eurosystem in seiner jetzigen Form ab und wendet sich auch gegen die Massenzuwanderung, was sie in den Augen des etablierten politisch-medialen Komplexes zu (Rechts-)Populisten macht, obwohl sie sich selber eher links verortet. Während Fünf-Sterne in Süditalien Ergebnisse von 40 bis 50 Prozent eingefahren hat, räumte die in LEGA umbenannte frühere Lega Nord in Norditalien ab und konnte landesweit 18 Prozent erreichen. Die „Forza Italia“ des Ex-Ministerpräsidenten Berlusconi konnte nicht mehr an die früheren Erfolge anknüpfen und bekam 14 Prozent und die mit beiden verbündeten „Brüder Italiens“ vier Prozent.

Das wichtigste Ergebnis der Wahl ist allerdings, daß die vereinigte Linke vernichtend geschlagen wurde und nur noch auf 19 Prozent kam. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß es in Italien keine christdemokratische Partei, wie hierzulande die CDU mehr gibt – diese wurde schon vor Jahren vom politischen Spielfeld gefegt und ist im Orkus der Geschichte verschwunden.

Für keinen der drei Blöcke – Linke, Protest und Mitte-rechts – reicht es zu einer Mehrheit, nicht nur zu keiner Mehrheit, sondern wahrscheinlich auch nicht zu einer Interessenübereinkunft zum Machterhalt oder Machtgewinn, wie wir es in unserem Land mit der geschwächten Union und der geschlagenen SPD erleben.

Hier tritt nämlich die Tatsache wieder in die Wirklichkeit, daß es zwischen den europäischen Völkern, Staaten und Nationen neben vielen anderen kulturellen Unterschieden eben auch unterschiedliche Wirtschaftskulturen gibt, welche sich über Jahrhunderte entwickelt haben und die nicht mit irgendwelchen Verträgen, oktroyiert von einer internationalistischen Macht- und Wirtschaftselite, aus der Welt zu schaffen sind. Italien hat schon immer über seine Verhältnisse gelebt und ist damit meistens gut zurechtgekommen, weil man die Lira dann eben immer wieder abgewertet hat, wenn es mal wieder eng wurde.

Jeder Italienurlauber konnte dies bis zur Einführung des Euro am Espressopreis nachvollziehen. So stieg in den vergangenen 40 Jahren die Zahl der Staatsbediensteten von einer auf drei Millionen, obwohl die Bevölkerungszahl gleich geblieben ist. Der italienische Staat ist mit sage und schreibe 2,5 Billionen Euro verschuldet, eine Summe, die nur deshalb nicht zum sofortigen Bankrott führt, weil der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) Draghi ein Italiener ist, der mit seiner Nullzinspolitik sein Heimatland vor der Pleite rettet (nebenbei gesagt, auf Kosten der Deutschen, Österreicher, Niederländer und Luxemburger –sprich: der Deutschen). Hinzu kommt, daß 25 Prozent aller Bankkredite als uneinbringbar gelten und daher viele italienische Bankhäuser als Untote, als Zombieinstitute, mit immer neuen EZB-Krediten zum Nullzins am Leben gehalten werden und damit eine ebenso große Gefahr für den Euro darstellen, wie die Staatsverschuldung Italiens.

Lediglich die Linke hätte in Italien noch die Politik der Brüsseler Zentrale – Zerstörung der Nationalstaaten und ihrer Völker – fortgeführt, doch hat das italienische Volk die Freiheit gewählt. So wichtig und für uns Deutsche emotional näher der Wahlausgang bei unseren österreichischen Schwestern und Brüdern war, ist Italien durch seine Größe eine ganz andere Nummer und eine geschwächte Merkel wird sich schwer tun, mit dem aalglatten französischen Präsidenten Macron das Projekt „Abwicklung der europäischen Staaten, Völker und Nationen“ zu vollenden. GRAZIE, ITALIA!

Axel Michaelis

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