Islamisierung im Bankenwesen kommt voran

Vom "Islamic Banking" zur „Scharia-Bank“?

Im März 2015 berichteten wir über die Gründung einer Filiale der „Kuveyt Türk Bank AG“ (KT Bank AG). Damit hatte eine Bank von der Finanzaufsicht Bafin eine Lizenz erhalten, deren Geschäfte nach den Regeln des islamischen Finanzwesens ablaufen. Schon damals kam dieser Schritt nicht überraschend, denn bereits seit 2009 bestand in Mannheim eine Zweigstelle des in Istanbul ansässigen Geldinstituts und 2012 wurde der Antrag auf Erteilung einer Vollbanklizenz gestellt.

Die KT Bank AG meldete zweieinhalb Jahre nach dem Start eine anhaltend hohe Nachfrage. „Wir sind voll auf Kurs und haben unsere Ziele auch 2017 erreicht”, so Sprecher Ferhat Aslanoglu gegenüber DPA in Köln, wo die Bank nach Frankfurt, Mannheim und Berlin eine weitere Filiale eröffnet hat. Die Kundenzahl soll bundesweit bei 10 000 liegen, bis zu 300 000 werden werden erwartet.

Worin liegt der Unterschied zwischen dieser „Scharia-Bank“ und normalen Kreditinstituten? Da gibt es zunächst das im Koran festgelegte Zinsverbot. Da aber auch türkische Banker Gewinne einfahren wollen, muss ein wenig getrickst werden. So werden Kredite auf den Bau von Häusern in der Form gegeben, dass die Bank zunächst das Haus errichten lässt und anschließend – mit Gewinn natürlich – an den Kunden verkauft. Weitere Möglichkeiten finden sich in Beteiligungsfinanzierungen an Unternehmen. Dadurch wird es möglich, dass Kontoinhaber zwar keine Zinsen erhalten, von ihrer Bank aber jährlich eine finanzielle Treueprämie erhalten.

Es sind aber auch hochspekulative Geschäfte und Wetten verboten. Dafür bedarf es aber eigentlich keiner religiösen Vorschriften, dies sollten gesunder Menschenverstand und Anstand gebieten. Dass dem oft nicht so ist, hat die Finanzkrise schmerzhaft gezeigt. Ferner darf nicht in Unternehmen investiert werden, die Prostitution, Pornographie oder Glücksspiel fördern. Während dies für den durchschnittlichen Mitteleuropäer noch nachvollziehbar sein mag, greift der Ausschluss von Geschäften, die mit der Herstellung von Schweinefleisch oder Alkohol zu tun haben, ganz wesentlich in unsere kulturellen Wertvorstellungen ein.

Und hier liegt die eigentliche Gefahr. Wie Mosaiksteine fügen sich immer mehr Bereiche in unser tägliches Leben ein, die von Regeln bestimmt werden, die aus dem islamischen Kulturkreis stammen. Da gibt es Scharia-konforme Rückversicherungen oder Anleihen, wie sie Sachsen-Anhalt in den 1990er Jahren herausgab, die Commerzbank bot einen entsprechenden Fonds an oder die nach Mekka ausgerichteten Schlachtanlagen, die Hähnchen reif für einen „Halal“-Stempel machen. Das Krachen der Sprenggürtel islamischer Terroristen ist unüberhörbar, diese leisen Schritte der Islamisierung werden kaum wahrgenommen.

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