Wachsende Gewalt gegen Polizeibeamte – Eiertanz um die Täter

Eine lückenhafte Berichterstattung bewirkt oft das beabsichtigte Gegenteil.

„Anfeindungen, Beleidigungen bis hin zu tätlichen Angriffen gehören für Polizisten inzwischen zum Alltag“. So reagierte Monika Lehmann, Sprecherin des Polizeireviers Saalekreis auf eine Anfrage der Mitteldeutschen Zeitung zur wachsenden Gewalt gegen Polizeibeamte. Und weiter: „Blutergüsse, Zerrungen bis hin zu Knochenbrüchen kommen vor.“ Thematisiert werden auch die Steigerung der Fallzahlen und die Aussichtslosigkeit der Verfolgung von Beleidigungsdelikten.

“junges Talent”

Was den Personenkreis betrifft, aus dem die Täter stammen, bleiben die Autoren des Artikels lieber im Vagen. „Häufig werden solche Taten durch alkoholisierte Täter begangen“, wird Frau Lehmann zitiert. Eine konkretere Nachfrage scheint es seitens der MZ nicht gegeben haben. Dabei hätten die inzwischen fast täglichen Berichte über Entgleisungen unserer „Neubürger“ Grund genug dafür gegeben, ihren Anteil an den Taten zu benennen.

Die Spekulationen der Leser werden so in eine Richtung gelenkt, die ganz und gar nicht im Sinne einer „verantwortungsvollen“ Berichterstattung liegen. Die patzige Antwort des MZAdmins „meist alkoholisierte Täter, steht doch im Text“ auf die Frage des ersten Kommentators dürfte auch eher das Gegenteil dessen bewirken, was sich der genervte Schreiberling (vermutlich) gewünscht hat.

Der Druck im Kessel steigt, die Zahl der Abonnenten (nicht nur der MZ) sinkt. Von Michail Gorbatschow sind die Worte überliefert „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“ Vielleicht ist es bald wieder so weit.

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