AfD: Zwitschern und Zetern

Mit dem Begriff "BRD" werden immer stärker negative Emotionen verknüpft!

Ein nächtlicher Tweet des AfD-Politikers Daniel Roi „empört“ die Öffentlichkeit: „Neues Präsidium im #Bundestag. Ein Rollstuhlfahrer, Claudia Roth von den Grünen und ein Afrikaner der #SPD. Perfektes Abbild der #BRD 2017.“

Schäuble, Diaby, Roth, Roi

Ob die nächtliche Stunde, geistige Getränke oder beides die Ursache dafür waren, dass der Landtagsabgeordnete auf der „Tastatur abgerutscht“ ist, wird sich vermutlich nicht mehr klären lassen. Fakt ist, die Mitteilung wurde vom Verfasser selbst gelöscht, von eifrigen Verfolgern aus gegnerischen Lagern hingegen gesichert.

Was ist an der Mitteilung falsch? Der aus Afrika stammende und in Halle wohnende SPD-Politiker Dr. Karamba Diaby ist zwar Mitglied des Bundestages, Vizepräsident ist jedoch der redefreudige Thomas Oppermann. Das sollte man auch in Sachsen-Anhalt wissen. Dem Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble (CDU) kann man als typischem Vertreter der BRD-Politik vieles vorwerfen. Das Attentat, das ihn in den Rollstuhl brachte, aber sicher nicht. Und über Claudia Roth ist jedes Wort, das über diese Person verloren wird, eines zu viel.

Die Kritik an Roi scheint also berechtigt zu sein. Dennoch wirft sie ein entlarvendes Licht auf die Kritiker selbst. Die via Internet gezwitscherte Einschätzung „perfektes Abbild der BRD 2017“ scheint für diese überwiegend mit negativen Emotionen verbunden zu sein. Ansonsten bedeutet „perfekt“ ja eine positive Einschätzung der Sache, mit der dieses Eigenschaftswort verknüpft ist und es gäbe keinerlei Grund für das allgemeine Gezeter.

Doch auch in der AfD selbst schlagen die Wellen hoch. Die Richtungskämpfe werden härter, nicht zuletzt weil führende Vertreter der Partei wie Alice Weidel offen für eine Regierungsbeteiligung ab 2021 werben. Der notwendige Politikwechsel für Deutschland rückt damit jedoch immer weiter in die Ferne.

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