Merkels Gäste: „Straftatenbegehung als Form der Begrüßungshandlung?“

Die Berichterstattung über Straftaten scheint "gefährlicher" zu sein als die Tat selbst.

Diese Frage stand am Anfang einer Pressemitteilung der Leipziger Polizei und in diesem lockeren Stil ging es auch weiter: „Kaum sieben Wochen in Sachsen, zuerst in Dresden, danach in Leipzig und mit dem Datum seiner Festnahme am 9. September 2017 waren der Polizei 26 Straftaten zu dem 19-jährigen Libyer bekannt. Dabei tummelte er sich strafrechtlich hauptsächlich im Bereich der Eigentumsdelikte, machte jedoch auch Ausflüge in die Betäubungsmittelkriminalität.“

Nun ist diese – zugegebenermaßen flapsige – Ausdrucksweise etwas unpassend für eine amtliche Mitteilung. Man könnte jedoch auch froh darüber sein, dass die von der ausufernden Kriminalität überrollten Beamten sich einen Rest von Humor erhalten haben. Die Tugendwächter der politischen Korrektheit haben jedoch sofort Alarm geschlagen. Ein Dresdener Journalist namens Frey bürstete den Anhang in seiner (vermutlich regenbogenfarbigen) Filterblase über die „geschmacklose & populistisch wertende Pressemitteilung“ per Twitter derartig auf Krawall, dass sich die Pressestelle der Polizei gezwungen sah, sich für ihre Mitteilung in aller Form zu entschuldigen. Insbesondere bedauerte man die gewählte Überschrift und den „wertenden Charakter, der den Ansprüchen an eine objektive und sachliche Falldarstellung nicht gerecht wird“.

Das Problem ist also nicht dieser nordafrikanische Freibeuter, der Diebstähle und Raubdelikte unter Benutzung von Waffen wie Messer oder Pfefferspray beging, sondern die Berichterstattung darüber. Gerade deshalb möchten wir uns ausdrücklich der kritisierten Pressemitteilung anschließen, die mit den Worten endete:

„Mittlerweile befindet sich der Libyer in der JVA zu Leipzig in Untersuchungshaft. Ob er ,nur‘ die bisher bekannten 26 Straftaten begangen hat, bleibt derzeit fraglich. Mit Sicherheit kann nur gesagt werden, dass er sich vorerst in Haft befindet und das hoffentlich auch für längere Zeit.“ Das hoffen wir auch und wünschen diesem Verbrecher zudem eine baldige Heimreise!

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