Eurokraten planen Super-Union

Die Zeche dürfen wir zahlen.

Kurz vor der Bundestagswahl hat EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker die Katze aus dem Sack gelassen. Obwohl Europäische Union wie Euro seit Jahren in der Krise stecken, will er die gemeinsame Währung in der ganzen EU einführen und auch den Schengen-Raum auf Länder wie Rumänien oder Bulgarien ausdehnen. Außerdem will Juncker weitere Staaten in die Union holen.

Was auf dem ersten Blick wie blanker Irrsinn erscheint, hat System. In der Geschichte finden sich immer wieder Beispiele für Großreiche, deren Bestehen auf ständiger Expansion beruhte. Kam die Machtausdehnung zum Erliegen, setzte der Niedergang ein. Genau an diesem Punkt befindet sich die Europäische Union jetzt.

Großbritannien organisiert gerade seinen Austritt, Ungarn und Polen wurde unlängst der Rauswurf angedroht. Griechenland kann nur mit ständiger finanzieller Unterstützung im Euro-Raum gehalten werden, die Kontrolle über die Außengrenzen ist weitgehend verloren gegangen. Das Szenario erinnert an den Untergang des Weströmischen Reiches.

Vernünftig wäre jetzt eine Rückbesinnung auf die positiven Traditionen Europas. Noch sind die Völker vorhanden, die als Träger der Nationalstaaten die europäische Zusammenarbeit neu organisieren könnten. Doch dann wären die Bürokraten in Brüssel und Straßburg überflüssig und die Globalisierungsstrategen müssten auf einen Großteil ihrer Gewinne verzichten.

So verwundert es nicht, dass der alternde Kommissionspräsident eine Grundsatzrede gehalten hat, deren Stil an den Altersstarrsinn kommunistischer Politbüromitglieder erinnert. Nur keinen Fehler zugeben, weiter so!

Die Begeisterung hält sich deshalb selbst in den Redaktionsstuben der Qualitätsmedien in Grenzen, die Kommentare unter den Artikeln sprechen eine eindeutige Sprache. Dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron brennt derweil der Stuhl unter dem Allerwertesten und in Deutschland und Österreich stehen Wahlen an, die unliebsame Überraschungen für etablierte Parteien mit sich bringen dürften. Noch haben wir es in der Hand, wie die Zukunft unserer Heimat aussehen wird!

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