Merkel gegen Schulz: Die Konferenz der Deutschland-Abschaffer

Das deutsche Volk hat ausgedient.

Angela Merkel gegen Martin Schulz – das einzige Zusammentreffen der Kanzlerin mit ihrem Herausforderer wurde wochenlang groß angekündigt. Nun ist es planmäßig über die Bühne gegangen. Weh getan hat das „Duell“ dabei niemandem. Dafür haben auch die vier Moderatoren der vier übertragenden Sender gesorgt, indem sie nicht allzu kritisch nachfragten.

Im Prinzip sind sich beide Kandidaten in allen politischen Fragen einig. Ob Türkei, Islam, „Flüchtlingsproblematik“ oder Wirtschaft – man will tun, was man bisher getan oder eben nicht getan hat. Der Rahmen der Handlungsmöglichkeiten scheint eng bemessen und bequem: Europäische Union und internationale Bestimmungen lassen Alternativen zur bisherigen Praxis nicht zu. Mehr oder weniger gepflegte Langeweile – Besseres haben weder Merkel noch Schulz zu bieten. Und wenn die Wähler dabei einschlafen und den Gang zur Urne verpassen, dann kann das den Mächtigen im Hintergrund nur recht sein.

Angela Merkel dürfte aller Voraussicht nach das Rennen (das eher ein Schleichen ist) in drei Wochen machen. Sie garantiert, dass die Kapelle des sinkenden Schiffes am längsten spielt. Unter ihrer Regentschaft kann der Volkstod weiter geräuscharm vollzogen werden.

Apropos Volkstod: Ist es eigentlich niemandem aufgefallen, dass das deutsche Volk überhaupt keine Rolle mehr in den Plänen für die Zukunft spielt? Es kam weder in der Diskussion der Kandidaten noch in den Fragen der Journalisten vor. Und auch die „Kritik“, die dem TV-Duell aus den Reihen der vier aussichtsreichsten kleineren Parteien folgte, ließ das Thema beiseite. Zufall?

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