Berlin: Drogenrazzia bei ehemaligem Politiker der Grünen

Vom Vorstandssprecher zum Dealer

Boris J., ehemaliger Sprecher des Bezirksgruppenvorstandes der Grünen in Friedrichshain-Kreuzberg

Anlässlich der Europawahl 2009 diente Bezirksvorstand Boris J. als Ansprechpartner für ein Fußballspiel mit Christian Ströbele und den Mitgliedern des Berliner Abgeordnetenhauses Canan Bayram und Özcan Mutlu. Dabei spielten der Verein Türkiyemspor und die „Grünen Tulpen“, das Team der Grünen im Bundestag, um den „Mit WUMS in die EU-Pokal“. Zur Unterstützung eines raschen EU-Beitritts der Türkei spielte die ebenfalls grüne Samba-Trommel-Gruppe „Green Igelz“ auf.

Bislang ist es mit dem Beitritt nichts geworden und dem Grünen Boris J. könnte es in der Politik zu langweilig geworden sein. Bis 2013 engagierte sich der Politiker der einstigen Umweltpartei in Friedrichshain-Kreuzberg noch gegen Waffenexporte, für Tierschutz und sogenannte „Freiräume“. Danach nahm er nach eigenen Angaben ein Studium an der Freien Universität Berlin auf und war als „General Manager bei The Environmentalists“ tätig.  Derzeit wird die Netzpräsenz  „überarbeitet“.

Sein Geld verdiente er inzwischen auf andere Weise. Nach Angaben der Berliner BZ soll der 40-jährige über 45.000 Drogenportionen im Darknet verkauft haben, darunter Ecstasy, LSD und so genannte 2C-B-Kapseln.

Seine ehemaligen Parteikollegen geben sich empört oder streiten ab, Boris J. überhaupt zu kennen. Ob der professionelle Dealer mit einem blauen Auge (wie einst Volker Beck) davon kommt ist zu bezweifeln. Dafür hätte er bei seiner Partei bleiben und es mit der Menge nicht so übertreiben dürfen. Aber man weiß ja nie…

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