Dan Eriksson: »Die Festung Europa errichten – ehe es zu spät ist!«

Interview mit dem Vorsitzenden der Europastiftung ETN in der August-Ausgabe 2017 der DS

Dan Eriksson ist Vorsitzender der Stiftung Europa Terra Nostra (ETN). Diese steht der Europapartei Alliance for Peace and Freedom (APF) nahe, einem Zusammenschluß EU-skeptischer, nationalistischer Parteien. Die DS sprach mit ihm. Das Interview erscheint in der August-Ausgabe 2017 der Monatszeitung DEUTSCHE STIMME. Wir stellen es an dieser Stelle jetzt schon kostenlos zur Verfügung.

 

DS: Herr Eriksson, Sie sind Vorsitzender der Europastiftung Europa Terra Nostra. Bitte erklären Sie doch unseren Lesern einmal, was eine Europastiftung ist und was sie sich unter »Europa Terra Nostra« überhaupt vorzustellen haben. Seit wann gibt es diese Organisation, wie stellt sich der Altersdurchschnitt der Mitglieder dar und welche Aufgaben erfüllt sie?

Europa Terra Nostra ist eine politische Stiftung auf europäischer Ebene, die eng mit der nationalen, aber europaweit agierenden Parteienformation Alliance for Peace and Freedom (»Allianz für Frieden und Freiheit«, kurz APF) verbunden ist. Europa Terra Nostra ist vom Europäischen Parlament seit Anfang 2016 als Stiftung auf europäischer Ebene anerkannt. Die APF ist eine Vereinigung nationalistischer Parteien aus EU-Staaten, die sowohl von vier Mitgliedern des Europäischen Parlaments als auch Abgeordneten aus nationalen und regionalen Parlamenten unterstützt wird. Die Stiftung versucht, europäische Nationalisten zusammenzubringen, um Erfahrungen auszutauschen, Ideen und Konzepte zu entwickeln und Brücken zwischen den Völkern Europas zu schlagen. Dies spiegelt sich auch in unserem Vorstand wider, der sich aus Mitgliedern aus acht verschiedenen Nationen zusammensetzt. Die Mitgliederzahl an sich ist in der Stiftung limitiert, um Qualität den Vorzug vor Quantität zu geben und sicherzustellen, daß die Mitglieder auch tatsächlich interessiert und vor allem aktiv sind. Unser vorrangiges Ziel ist es, der Alliance for Peace and Freedom als Ideenschmiede zu dienen und wichtige Aspekte auf die Tagesordnung zu bringen. In diesem Sinne starteten wir beispielsweise im letzten Jahr eine Informationskampagne zur grassierenden Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland, während der wir statistische Analysen vornahmen und neben der Situationsbeschreibung vor allem die hauptsächlich dahinterstehenden ursächlichen Faktoren darlegten.

DS: Welche Aktivitäten führte Europa Terra Nostra bisher durch, was waren die Höhepunkte und wie verläuft die allgemeine Entwicklung der Stiftung?

Das Jahr 2016 war im gewissen Sinne für das Stiftungsteam ein Jahr des Lernens, nicht zuletzt deshalb, weil wir auch darauf achten mußten, alle Regularien und Vorgaben des Europäischen Parlaments bezüglich der Mittelverwendung einzuhalten. Und man darf mir glauben, daß in dessen Regelwerken von Klarheit nicht im geringsten die Rede sein kann! Dies war zuweilen ein Experimentierfeld mit vielem Hin und Her. Doch unterm Strich betrachtet möchte ich doch von einem großen Erfolg sprechen, angesichts der vielen Teilnehmer an unseren Konferenzen und Workshops. Ich glaube daher sagen zu dürfen, den Grundstock für etwas gelegt zu haben, das von noch erheblicher Bedeutung für die Zukunft sein kann. Im vergangenen Jahr erfolgten seitens der Stiftung neben der Veröffentlichung des Buches von Daniel Friberg Die Rückkehr der echten Rechten und der Organisation diverser Konferenzen in verschiedenen Ländern politische Bildungsreisen bzw. Aufklärungsmissionen und praxisbezogene Workshops. Im März 2016 fand ein von uns organisiertes Treffen nationaler Publizisten unter dem Titel »Nation & Europa« in Deutschland statt, über das damals auch die Deutsche Stimme berichtet hat. Einen Monat später haben wir dann gemeinsam mit der APF unsere Geschäftsstelle in Brüssel eröffnet. Im Juli führten wir in Berlin ein Seminar zur Produktion von politischen Videos unter dem Motto »Film ab – für ein Europa mit Zukunft« durch, das so erfolgreich war, daß wir es dieses Jahr Anfang Juli wiederholt haben. Und schließlich organisierten wir die Fahrt von zwei Besuchergruppen ins Europäische Parlament nach Brüssel. Diese Bildungsreisen wollen wir auch in diesem Jahr fortsetzen. So ist z.B. für September ein Besuch des slowakischen Parlaments in Bratislava geplant, wo es wie in Brüssel Gespräche mit nationalen Abgeordneten geben wird. Aus meiner ganz persönlichen Sicht waren im letzten Jahr aber die Manhemsdagen- Konferenz im Mai in Stockholm in Schweden und der Freiheitliche Kongreß dann im Oktober in Wismar die beiden Höhepunkte. Dabei handelte es sich um zwei grundverschiedene Veranstaltungen, die beide erfolgreich waren und vor allem die Vielseitigkeit der Stiftung aufzeigten. Dies war meines Erachtens ein Ausblick darauf, was in Zukunft möglich sein kann. In diesem Jahr fand in Brüssel ein Empfang zum einjährigen Bestehen der Geschäftsstellen von APF und ETN statt, die wir »Georgios and Manos Centre« genannt haben, nach zwei Opfern politischer Gewalt von linker Seite in Griechenland gegen die Partei Goldene Morgenröte.

DS: Der Stiftung stehen zwar wie anderen vergleichbaren Europastiftungen etablierter Parteien finanzielle Zuwendungen seitens des Europaparlaments zu, jedoch war zu hören, daß die EU-Behörden Europa Terra Nostra ihre Ansprüche verweigern. Können Sie die finanzielle Situation kurz erläutern und über den Stand des diesbezüglichen Rechtsstreites informieren?

Kongreß der ETN in Göteborg

Im vergangenen Jahr erhielten wir eine Teilfinanzierung durch das Europäische Parlament, nachdem wir alle Regeln und Vorgaben erfüllten. Dies trieb die sogenannten »demokratischen« Europaabgeordneten zur Weißglut, und nach einer von dem schwedischen Antifa-Magazin Expo und der sozialdemokratischen Europaabgeordneten Margot Wallström orchestrierten medialen Hexenjagd glaubt das Parlament vorerst, einen Weg gefunden zu haben, unseren diesbezüglichen Rechtsanspruch für das Jahr 2017 aushebeln zu können. Wir erhielten im Dezember 2016 erneut die Bewilligung der finanziellen Zuwendungen auch für das Jahr 2017, doch beschloß das Parlamentspräsidium eine neue – im übrigen nur auf uns und andere sogenannte »EU-skeptische« Parteien und Stiftungen angewandte – Regel, wonach wir eine Bankbürgschaft in Höhe des in Rede stehenden Betrags benötigen, ehe das Parlament die uns zustehende Finanzierung überweist. Und selbstredend muß diese Bankbürgschaft durch eine seitens des Europäischen Parlaments zertifizierte Bank erfolgen. Selbstverständlich haben wir zwar versucht, mit besagten Banken diesbezüglich ins Gespräch zu kommen, doch verweigerten diese uns aus durchschaubaren politischen Gründen besagte Sicherheitsleistung, wodurch uns der Zugang zu den uns zustehenden Geldern des Parlaments verwehrt wird. Mit Hilfe des Rechtsanwalts Peter Richter haben wir zwar Klage gegen das Parlament erhoben, doch das Europäische Parlament und das zuständige europäische Gericht agieren nur sehr langsam, weshalb schwer zu sagen ist, wann diese Angelegenheit entschieden sein wird.

DS: Europa Terra Nostra tritt auch mit Buchveröffentlichungen in Erscheinung. Was hat die Stiftung bisher im Angebot, ist mit weiteren Veröffentlichungen zu rechnen und erscheinen die Bücher nur englischsprachig oder auch in anderen Sprachen?

Die erste Buchveröffentlichung der ETN, »Die Rückkehr der echten Rechten« von Daniel Friberg.

Bislang haben wir zwei Bücher veröffentlicht, die inzwischen auch beide ins Deutsche übersetzt wurden. Das erste war Die Rückkehr der echten Rechten von Daniel Friberg und weiter das Buch Zeiten des Wandels – Beiträge zur Reconquista, das erst jüngst in deutscher Sprache erschien, und in dem mehrere prominente Autoren mit Abhandlungen zu Wort kommen, wie beispielsweise Roberto Fiore, Nick Griffin oder der Europaabgeordnete Udo Voigt. Dazu gab es Ende Juni eine Veranstaltung zur Vorstellung des Buches in Berlin. Im Herbst des Jahres wollen wir ein neues Buch des Europaabgeordneten Udo Voigt herausbringen, in dem er über seine bisherigen Erfahrungen auf europäischer Ebene in Brüssel und Straßburg berichtet. Wir arbeiten daran, noch weitere interessante Buchprojekte zu realisieren, nur kann ich aufgrund der momentan erschwerten finanziellen Situation nicht genau absehen, wann konkret die nächsten Veröffentlichungen erfolgen werden.

DS: Sie sind auch im Rahmen bestimmter Medienprojekte, wie beispielsweise bei einem Online-Radio engagiert: Stehen diese im Zusammenhang mit der Stiftung oder handelt es sich dabei um unabhängige Projekte – worum geht es hierbei konkret?

Ja, es existieren unabhängige Projekte, die jedoch selbstverständlich ideologisch im nationalistischen Grundgedanken und der Vorstellung eines freien Europas der Vaterländer wurzeln. Ich selbst bin Mitbegründer von Skandinaviens größtem nationalistischen Online- Radio namens Motgift (zu deutsch »Gegengift«), das zwischenzeitlich mehr als nur ein Online-Radio ist. Wir produzieren auch Online-Sendungen, Bücher, Magazine und betreiben verschiedene unterschiedliche Online-Plattformen.

DS: Sie selbst sind Schwede. Wie beurteilen Sie die gegenwärtige politische Entwicklung in Schweden und welche Bedeutung haben nationale Positionen in der schwedischen Politik?

Die schwedische Politik vollzieht derzeit einen rapiden Wandel. Man muß wissen, daß Schweden über mehr als 70 Jahre im vergangenen Jahrhundert eine sozialdemokratische Regierung hatte – wir waren in mehrerlei Hinsicht ein Einparteien- System, weshalb viele Schweden diese Zeit tatsächlich auch als die »schwedische DDR« bezeichnen. Dies hatte, zugegeben, seine positiven wie negativen Seiten, aber führte zu einer Veränderung, wie sie viele nicht erwarteten. Gegenwärtig erleben wir, daß die früher nationalistische Partei Sverigedemokraterna (»Schwedendemokraten«), die heute allgemein eher bürgerlich und zuwanderungsskeptisch ist, in den meisten Umfragen als populärste Partei geführt wird, weshalb auch andere Parteien dazu übergehen, Positionen der Schwedendemokraten zu übernehmen. Ich gehe inzwischen davon aus, daß das multikulturelle Experiment sein letztes Jahrzehnt erlebt und die große Frage nicht ist, wann das multikulturelle System zusammenbricht, sondern ob wir bereit sind, für diesen Tag eine Alternative anzubieten. Nationalisten, Identitäre, Traditionalisten und alle anderen vernünftigen Gruppen müssen als Vordenker wie auch Gestalter gemeinsam den neuen Staat innerhalb des alten Systems bereits vorbilden. Wir dürfen nicht auf eine Art Ragnarök-Szenario warten und hoffen, daß sich dabei alles von selbst regeln wird.

DS: Abschließend, Herr Eriksson: Weshalb ist die europäische Perspektive im nationalen Befreiungskampf so wichtig, ja vielleicht von größerer Bedeutung als jemals zuvor? Und wo sehen Sie Europa Terra Nostra am Ende dieses Jahres – was dürfen wir von der Stiftung in den nächsten Monaten erwarten?

Europa besteht aus vielen verschiedenen Völkern, und ich bin zwar nicht vom Konzept amerikanischer Rechter eines einheitlichen »Weißen Nationalismus « überzeugt, aber glaube sehr wohl, daß wir Wege finden müssen, um zusammenzuarbeiten. Zuallererst, wenn wir uns die Folgen von Globalisierung, Massenzuwanderung und Islamisierung vor Augen halten, aber ebenso, um die wiederholten Bruderkriege für die Zukunft zu vermeiden. Wir Europäer müssen unsere Rolle in der Welt und die Notwendigkeit, unseren Kontinent zu schützen, erkennen. Werfen wir nur einen Blick auf die Bevölkerungsprognosen, denen zufolge beispielsweise Afrika von heute 1,2 Milliarden Menschen auf sage und schreibe vier Milliarden bis zum Jahr 2100 anwachsen wird. Man kann sich vorstellen, was dies für Europa bedeuten wird. Die Masseneinwanderung von heute wird nichts im Vergleich zu dem sein, was uns hier drohen kann. Aus diesem Grunde brauchen wir die Festung Europa! Wir müssen sie errichten, ehe es zu spät ist. Das wird oft nicht durch direkte politische Aktionen erfolgen, sondern durch die Erzeugung von öffentlichem Druck in den einzelnen europäischen Ländern, der nicht zuletzt durch die Verbreitung von Ideen entsteht, wie Europa Terra Nostra sie fördert. Für uns bedeutet das, auf jeden Fall die Arbeit unbedingt fortzusetzen, auch wenn uns das Europäische Parlament derzeit die Auszahlung der Fördermittel verweigert und wir deshalb dringender denn je auf Spenden angewiesen sind. Nur diese Spenden erlauben es uns, jene Projekte in diesem Jahr zu finanzieren, die ich gerade erwähnt habe. Auf jeden Fall irren sich jene politischen Kräfte, die glauben, man könne uns vernichten, indem man uns mit juristischen Winkelzügen und einer immer deutlicher werdenden Verzögerungstaktik die zustehenden öffentlichen Gelder vorenthält. Die Arbeit an einer gemeinsamen Zukunft der europäischen Völker ist zu wichtig, um sie von Geldern aus Brüssel abhängig zu machen. Wir möchten dazu unseren Teil beitragen. Weitere Informationen zu unserer Arbeit finden Sie auf unserer Internetseite www.etnostra.com

DS: Herr Eriksson, vielen Dank für das Gespräch!

Gesprächsführung und Übersetzung durch Sascha A. Roßmüller

 Lesen Sie mehr zu diesem Thema in der August-Ausgabe der Monatszeitung DEUTSCHE STIMME, die am 28.07.2017 erscheint, u.a. in einem Bericht über das zweitätige Seminar » »Film ab! – für ein Europa mit Zukunft« und einem Beitrag über die Buchvorstellung von „Zeiten des Wandels“.

 

 

 

 

 

 

Verpassen Sie jetzt keine Ausgabe der DS mehr und abonnieren Sie noch heute:

bestellung.deutsche-stimme.de

Neu-Abonnenten erhalten die erste Buchveröffentlichung der ETN, Die Rückkehr der echten Rechten von Daniel Friberg, als Prämie kostenlos dazu!

Beide Buchtitel können Sie im Online-Shop der Europa Terra Nostra e.V. hier bequem bestellen:

europa-terra-nostra.com/shop-2/

 

 

 

verwandt mit:

Watch Dragon ball super