Helmut Kohl – ein kritischer Nachruf

Kein "großer deutscher Staatsmann“

Es gehört in unserem Kulturkreis zum guten Ton, über die Toten zu schweigen, wenn man nichts Gutes über sie zu berichten weiß. Aber so einfach kann man es sich bei Politikern und Personen der Zeitgeschichte nicht machen, deren Taten noch weit über ihr Ableben hinaus dramatische und katastrophale Konsequenzen mit sich bringen.

Helmut Kohl war von 1982 bis 1998 Kanzler der Bundesrepublik Deutschland und zeichnet daher für eine Epoche verantwortlich, in der die Geschichte Deutschlands hätte positiv gestaltet werden können, in der Deutschlands Zukunft aber verspielt wurde.

Das einzige, was die Massenmedien an Negativem heute über ihn in Erinnerung rufen, ist sein ruchloses Verhalten in der CDU-Spendenaffäre. Ansonsten wird er von allen Seiten nur als „großer deutscher Staatsmann“ und „Kanzler der Einheit“ verklärt.

Doch aus nationaler deutscher Sicht war Kohl weder das eine noch das andere, sondern der Vorläufer der heutigen Eurokraten, deren erklärtes Ziel es ist, die europäischen Nationalstaaten abzuwickeln. Kohl setzte diesen Prozess in Gang, indem er im Jahr 1985 dem Schengener Abkommen zustimmte und damit der Abschaffung der Grenzkontrollen den Weg ebnete. Kohl verzichtete im Zuge der Wiedervereinigung von Alt-BRD und DDR auf die Wiederherstellung der nationalen Souveränität Deutschlands, als er Deutschlands NATO-Mitgliedschaft und US-Hörigkeit zementierte, obwohl mit der Auflösung des Warschauer Pakts und des Niedergangs der Sowjetunion kein Motiv mehr bestand, Mitglied eines US-dominierten Verteidigungsbündnisses zu bleiben.

Mit dieser Fortsetzung der Adenauerschen Westbindung Deutschlands wurde der Grundstein für die späteren Kriegsabenteuer im Kosovo, Irak und in Afghanistan gelegt – unser Land ist bis heute Leidtragender der damit einhergehenden Migrationsfolgen und Flüchtlingsströme. Unter Kohls Regentschaft wurde die Osterweiterung der NATO bereits vorbereitet, was zur Einkreisung Russlands und zur bis heute anhaltenden Eskalationspolitik gegenüber Moskau führte.

Kohl zerschlug die stabile D-Mark und schuf somit die Grundlage für die heutige Enteignung der Sparer durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und die gegenseitige Abhängigkeit der europäischen Staaten im Rahmen einer zentral aus Brüssel gesteuerten Transfer- und Haftungsunion.

Er kündigte im Jahr 1982 an, die Zahl der in Deutschland lebenden Türken zu halbieren. Stattdessen erhöhte sich deren Zahl in der Amtszeit Kohls massiv, das Resultat sind die heutigen Türkenghettos und islamischen Parallelgesellschaften in deutschen Großstädten.

Kohl versprach den ehemaligen DDR-Bürgern „blühende Landschaften“ im Osten der Republik. Stattdessen wurden funktionierende Industriestrukturen zerschlagen und mit einer beispiellosen Massenarbeitslosigkeit die Basis für den heutigen, ausufernden Niedriglohnsektor geschaffen.

Es ist nur konsequent, dass es für Helmut Kohl einen EU-Staatsakt und keinen nationalen deutschen Staatsakt geben soll. Schließlich hat er sich nicht um Deutschland, sondern um die Vereinigten Staaten von Europa „verdient“ gemacht, indem er unsere Grenzen und unsere Währung abwickelte und damit auch den kümmerlichen Restbestand an nationaler Souveränität verschleuderte.

Ronny Zasowk

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