Kirchentag 2017: Merkels Wahlkampf mit Obama

Über die Instrumentalisierung eines Spektakels

Der Jubel der Blumenkinder von heute kennt keine Grenzen. Wie schon 2008 begeistern sich die Enkel der Hippies an dem Auftritt ihres Gurus.  Rufe wie „Obama, Obama, sei unser Dalai Lama (im Pyjama?)“ – oder so ähnlich – schallen über die Plätze. Die Lohnschreiber kommentieren den Auftritt des ehemaligen US-Präsidenten (auftragsgemäß) wohlwollend. Selbstverständlich kommt auch die Kanzlerin in der (Hof-)Berichterstattung mehr als gut weg.

Man veranstaltete sogar eine „Diskussionsrunde“, die allerdings vor dem Brandenburger Tor bei rund 70.000 Zuschauern recht einseitig verlaufen musste. Es wurden die bekannten Parolen „gegen Fremdenhass, Nationalismus und antidemokratische Strömungen in der Welt“ ausgegeben. Der Friedensnobelpreisträger sprach gar über „eine wichtige Schlacht, die wir austragen“ und dass die Weltordnung „aktualisiert“ werden müsse.

Dabei wäre es höchste Zeit sich an die eigene Nase zu fassen. Wenn die Welt so aus den Fugen ist, wie das prominente Pärchen glaubt, dann muss die Frage gestattet sein, wer denn in den letzten Jahren regiert hat und wer die Verantwortung für die zahlreichen Fehlentwicklungen trägt. Wer hat denn den „arabischen Frühling“ und den daraus entstandenen Terrorismus befördert? Wer hat mit der Bankenrettung, der unüberlegten Energiewende und der verantwortungslosen Öffnung der Grenzen Unsicherheit in jeder Hinsicht geschaffen?

Was künftige Historiker über diese Krisenzeit schreiben werden, können wir heute nicht wissen. Fest steht nur eines: Sollte es eine Wende zum Besseren geben, so wird sie nicht von den gegenwärtigen „Eliten“ ausgehen. Diese haben völlig den Kontakt zur Realität und ihren Mitbürgern verloren. Und zu Merkel und Obama werden in den Geschichtsbüchern die gleichen Fußnoten verfasst werden, wie wir sie bereits über unfähige oder glücklose Herrscher der Antike finden.

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