Naumburg: Kriminelle Großfamilie zeigt sich wenig beeindruckt

Geht der momentane Aktivismus der Staatsmacht ins Leere?

In den Schlagzeilen werden Sprüche wie „syrische Familie soll gezügelt werden“ geklopft. Politiker versprechen, die wuchernden Parallelgesellschaften an der weiteren Ausbreitung zu hindern. Innenminister Stahlknecht, Landrat Ulrich und Oberbürgermeister Küper haben während ihres Treffens einige Tage nach den Ereignissen rund um die Shisha-Bar Babylon in Naumburg reichlich verbale Tatkraft verbreitet.

In der Realität sieht es jedoch anders aus. Getreu dem Motto „Wenn ich nicht mehr weiter weiß, gründe ich einen Arbeitskreis!“ wurde eine Arbeitsgruppe aus der Taufe gehoben, die sich mit dem Thema beschäftigen soll. Damit die Erwartungen nicht zu hoch kochen, hat Landrat Götz Ulrich (CDU) schon einmal vorgebeugt. Der „Mitteldeutschen Zeitung“ diktierte er ins Notizbuch: „Zu konkret getroffenen  Maßnahmen möchte ich nichts sagen, um unser weiteres Vorgehen nicht zu gefährden.“

Presse vor der Bar unter Beobachtung

Der kurdischen Familie Ajo, deren fünf Brüder regelmäßig für Aufmerksamkeit sorgen, geht dieser Aktivismus der Staatsmacht sprichwörtlich am Allerwertesten vorbei. Über die sozialen Netzwerke geben sie öffentlich kund, was sie davon halten: Nichts! Natürlich fühlen sie sich als unschuldige Opfer einer Kampagne und überhaupt sei das alles übertrieben, was man in den Medien so lesen oder hören könne. Sie lassen sich weiter von ihren „Freunden“ feiern, so wie sie es gewohnt sind. Nebenbei wurde auch schon mal die Rassismuskeule ausgepackt, die links-grünen Ausländerfreunde in der Landespolitik sind aber bislang noch nicht darauf angesprungen. Das dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein.

Man präsentiert sich auch auf der berühmt-berüchtigten Leipziger Eisenbahnstraße!

Was haben die „Herrschaften“ auch zu befürchten? Mögliche Haftstrafen lassen auf sich warten. Sollte es doch einmal einen von ihnen treffen, so zieht er als Fürst in den Vollzug und wird als König entlassen. Wirklich schmerzhaft wäre nur eine Abschiebung nach Syrien, doch die wird überhaupt nicht in Betracht gezogen, weil das Land ja „Bürgerkriegsgebiet“ sei. Da der Clan schon vor mehr als fünfzehn Jahren eingereist ist und trotz abgelehntem Asylantrag geduldet wird, wird sich auch künftig in dieser Hinsicht nichts tun.

Möglich wäre es jedoch. Die Mitglieder dieser Familie geben in den sozialen Netzwerken ganz offen Damaskus als Herkunftsort an. Und dahin fliegen bekanntlich regelmäßig Flugzeuge, weil es in der syrischen Hauptstadt keinen Bürgerkrieg gibt. Für andere Ortsangaben wäre das zu überprüfen. Hinzu kommt, dass die eifrigen Anhänger eines unabhängigen kurdischen Staates in den Norden Syriens oder des Irak gehen könnten, um ihre überschüssigen Kräfte dem Kampf um die Unabhängigkeit ihrer Heimat zu widmen.

Doch das ist alles nicht zu erwarten. Familie Ajo ist erfolgreich über das Asylticket eingewandert und lässt es sich in Deutschland gut gehen. Drogenrazzien wie im letzten Herbst oder die konkreten Vorwürfe in dieser Richtung, wie sie im MDR-Nachrichtenmagazin „Exakt“ geäußert wurden, werden weiter folgenlos bleiben. Zumindest so lange, wie man die etablierte Politik weiterwursteln lässt.

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