Eine „besonders widerwärtige Form von Habgier“

Gilt diese Einsicht auch für andere Spekulanten?

Nach der Verhaftung eines Mannes, dem der Anschlag auf den Bus von Borussia Dortmund vorgeworfen wird, hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière inzwischen Stellung genommen. Ein Satz springt dabei besonders hervor:

„Die Tatsache, dass hier, wenn der Vorwurf zutrifft, jemand sich bereichern wollte, indem er die Börsenkurse dadurch beeinflusst, dass er Menschen umbringt, ist eine besonders widerwärtige Form von Habgier und erfüllt voll den Mordparagraphen.“ Dem kann nicht widersprochen werden. Ist dem aber auch nichts hinzuzufügen?

Menschenleben in Gefahr bringen, Börsenkurse beeinflussen und Habgier sind keine ausgefallenen Merkmale dieses Attentäters. Derartige Strategien ziehen sich wie ein roter Faden durch die Politik der letzten Jahrhunderte. Natürlich handeln die Strippenzieher der Weltpolitik auf einem anderen Niveau. Sie würden sich niemals selbst in die Nähe des Geschehens wagen, um im entscheidenden Moment auf den Knopf zu drücken. Das tun andere.

In den Geschichtsbüchern ist hinterher von Grenzprovokationen, Attentaten auf Kronprinzen-Paare oder abgewendeten Gefahren für Demokratie und Menschenrechten zu lesen. Mord und Totschlag gehen den steigenden (oder geplant fallenden) Börsenkursen immer wieder voraus. Mancher hat Milliardenbeträge in wenigen Tagen „verdient“.

Das alles hatte Thomas de Maizière sicher nicht auf dem Schirm, als er sein ganz persönliches Urteil über den verhinderten Mörder fällte. Eher dürfte es die Erleichterung gewesen sein, dass es diesmal kein Anschlag mit islamischem Hintergrund war, der Bundesrepublik und Fußballwelt erschüttert hat. Und so wird er auch künftig eine Politik vertreten, hinter der auch die übelsten Börsenspekulanten stehen. Zumindest solange, wie die Wahlergebnisse es ihm gestatten.

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