Darko Tolić im Gespräch mit der DS: ALS NATIONALISTISCHER »FLÜCHTLING« IN DEUTSCHLAND

Interview in der April-Ausgabe 2017 der Deutschen Stimme

Der 29-jährige Kroate Darko Tolić ist Vizepräsident der A-HSP, der »Autochthonen-kroatischen Partei des Rechts«. Als Fünfjähriger kam der junge, dynamische Darko Tolić mit seiner Familie aus einem Dorf bei Doboj in Nordbosnien nach Stuttgart. Marina Djonovic, Landesvorstandsmitglied der baden-württembergischen Nationaldemokraten, traf sich mit ihm, um über seine Geschichte zu sprechen.

Djonovic: Hallo Darko, schön, daß Du Dir heute Zeit genommen hast, Dich mit mir zu treffen. Wir haben uns ja im Oktober auf dem Vortrag von Jens Pühse zur Alliance for Peace and Freedom (APF) in Aalen kennengelernt. Wie kam es denn dazu, daß du mit Deiner Familie nach Deutschland gekommen bist?

Tolić: Hallo Marina, ich habe mich sehr über deine Einladung gefreut. Also, nach Deutschland gekommen bin ich im Alter von fünf Jahren. Das war im Jahre 1992. Mein Vater brachte meine Mutter, meine Schwester und mich zu meinen Großeltern nach Stuttgart, die bereits in den 70er Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen sind. Dies geschah kurz vor Ausbruch des Krieges zwischen den Kroaten und Serben. Mein Vater ahnte damals schon, daß der Frieden in der Heimat nicht mehr lange anhalten wird, deshalb brachte er uns in Sicherheit. Er kehrte anschließend zurück an die Front, um unsere Heimat zu verteidigen. Wenige Monate später, als unser Heimatdorf Johovac zerstört war, die meisten Häuser abgebrannt waren, kam auch mein Vater nach Deutschland.

Djonovic: Erinnerst du Dich noch an die Zeit, kurz nachdem du nach Deutschland gekommen warst? Wie war es für dich?

Tolić: Als kleiner Junge aus einem traditionellen Dorf war dies selbstverständlich ein Kulturschock für mich. Zwar nahm ich damals als Kind dieses multikulturelle Großstadtflair noch nicht so richtig wahr, jedoch fühlte ich mich nie so richtig wohl in Stuttgart. Die Großstadt wirkte auf mich befremdend und vor allem »schmutzig«. Für mich war es ein totaler Kontrast gegenüber dem idyllischen, gepflegten, homogenen Heimatdorf im Norden Bosniens.

Djonovic: Besonders interessiert mich, und sicher auch die DS-Leser, was dich dazu bewogen hat, sich für nationale Politik zu interessieren. Gab es da bestimmte Vorkommnisse?

Tolić: Mein Vater meldete sich kurz vor Kriegsausbruch im Jahre 1992 als Freiwilliger beim HVO, also dem kroatischen Verteidigungsrat. Dieser entsprach quasi der Armee der Kroaten in Bosnien-Herzegowina. Schon als kleiner Junge wurde ich durch die Konflikte des Vielvölkerstaates Bosnien- Herzegowina geprägt – Kroaten gegen Serben, Serben gegen muslimische Bosniaken, Bosniaken gegen Kroaten – Volk gegen Volk, Völker gegen andere Völker, jeder gegen jeden. Diese Vorkommnisse haben meine Persönlichkeit und vor allem meine Haltung zu politischen Themen sehr beeinflußt. Vor allem ist mein Bewußtsein über die Verschiedenheit der Völker dadurch entstanden. Der multiethnische Staat ist schlichtweg zum Scheitern verurteilt. Besonders zu meiner Schulzeit, in der Vielvölkerstadt Stuttgart, habe ich diesen grundsätzlichen Unterschied vermehrt wahrgenommen. Als Jugendlicher begann ich, mich für die Geschichte der Ustaša-Bewegung zu interessieren. Als junger, nationalistischer Rebell reizte mich das Radikale, das »Verbotene«, wie es bei vielen jungen Männern in dieser Lebensphase der Fall ist.

Djonovic: Was hat Dich schlußendlich zur A-HSP geführt? Was waren deine Beweggründe?

Tolić: Mein nationales Bewußtsein veranlaßte mich dazu, etwas zu bewegen, etwas bewirken zu wollen, meiner Nation dazu zu verhelfen, die verlorenen kroatischen Gebiete, die von den Serben annektiert wurden, zurückzuerlangen. Daraufhin informierte ich mich über nationalpolitische Parteien in Kroatien. Als junger Erwachsener wurde ich dann Mitglied der HP-HPP. Sie war die erste Partei, die sich offen gegen den EU-Beitritt Kroatiens und die Mitgliedschaft in der NATO positionierte. Ihr Alleinstellungsmerkmal war zudem das Bestreben zu einem Großkroatien, was bedeutet, daß die annektierten Gebiete wieder Territorium des kroatischen Staates werden. Im Jahre 2007 änderte die HP-HPP ihren Namen zu A-HSP.

Djonovic: Hast du irgendwann vor, in Deine Heimat Bosnien zurückzukehren? Was bedeutet für dich Heimat?

Tolić: Momentan mache ich meine Fortbildung zum Logistikmeister, danach habe ich vor, Politikwissenschaft zu studieren. Für meine Zukunft strebe ich eine politische Karriere in Kroatien an, wofür ich dann auch dorthin ziehen würde. Ich liebe Deutschland und sehe das Schwabenland als meine zweite Heimat, da ich in Stuttgart aufgewachsen bin. Es wäre mir eine Ehre, eines Tages als Kroate am deutschen Freiheitskampf teilnehmen zu können, so wie einst die deutschen Nationalisten an der Seite meines Volkes gekämpft haben.

Djonovic: Wie kam es zum Kontakt mit deutschen Nationalisten, speziell auch zu Funktionären der NPD?

Tolić: Da mein Urgroßvater als kroatischer Legionär mit der Wehrmacht in Stalingrad gegen die Sowjets gekämpft hat, wurde meine Meinung gegenüber dem deutschen Nationalismus bereits in der Jugend positiv geprägt. Später las ich Schriften von dem deutschen Historiker und Schriftsteller Gustav Sichelschmidt und auch von Karl Richter. Dies prägte mich in meiner Ansicht über den deutschen Idealismus und seinen Tugenden, die ich in dieser BRD-Gesellschaft, die ich bis dahin kannte, nicht wiederfinden konnte. Sie veranlaßten mich dazu, den Unterschied zwischen dem wahren Deutschland und der dekadenten BRD zu erkennen. Im Netz informierte ich mich über nationale Politiker und Aktivisten und stieß auf Alexander Neidlein von der NPD Baden-Württemberg, der Anfang der 90er Jahre bei den kroatischen Streitkräften in der Republik Bosnien und Herzegowina gedient hat. Ich nahm vor einigen Jahren Kontakt zu ihm auf und wir sind bis heute gute Kameraden. Besonders gefreut hat mich die Begegnung mit Edda Schmidt letzten Herbst. In meinen Augen ist Frau Schmidt eine der letzten traditionellen Frauen im westlich geprägten Europa. Ganz nach Friedrich von Schiller: »Es steht und fällt ein Volk mit seinen Frauen.« Und Edda ist eine der wenigen Frauen, die noch dazu stehen, daß ein Volk nur weiterexistieren kann, wenn sie die traditionelle Familie hochleben läßt. Die NPD ist eine Partei, die meine Weltanschauung mitgeprägt hat und daher möchte ich auch in Zukunft mit ausgewählten Mitgliedern zusammenarbeiten.

Vielen Dank für das aufschlußreiche Gespräch, lieber Darko!

 

ZUR PERSON

Darko Tolić wurde 1987 in Doboj, Bosnien und Herzegowina, geboren. Seit 1992 lebt er in Stuttgart, wo er sich zum rechten politischen Aktivisten entwickelt hat. Er ist Vizepräsident der »Autochthonen- kroatischen Partei des Rechts« (A-HSP) und setzt sich für ein Europa der Vaterländer ein. Seine politische Weltanschauung wurde stark durch die deutsche Rechte geprägt.

ZUR SACHE

Der 1987 geborene Darko Tolić aus Nordbosnien ist nur einer von mehreren NPD-Unterstützern, deren Wurzeln auf den Balkan zurückreichen und die bereits in zweiter oder sogar dritter Generation hier aufgewachsen sind. Viele sehen sich als Teil der Schicksalsgemeinschaft der Deutschen, andere identifizieren sich mit dem Volk ihrer Ahnen aus Südosteuropa. Wie wir festgestellt haben, ist das sehr individuell und von Unterstützer zu Unterstützer verschieden.

Wer keine deutschen Eltern hat, also nach dem Programm der NPD kein Deutscher ist, darf zwar kein Mitglied, aber dennoch Fördermitglied werden. Am 17. Januar 2017 hat das Bundesverfassungsgericht seine Meinung kundgetan, daß die NPD »verfassungsfeindlich« sei, da sie an der ethnisch definierten Volksgemeinschaft festhält. Genau darum sind wir froh, Unterstützer zu haben, die unser Parteiprogramm tolerieren und sogar akzeptieren und als Nationalisten mit gesundem Menschenverstand, trotz »Migrationshintergrund«, die NPD als die letzte Bastion in der traditionellen Parteienlandschaft sehen, die sich für ein Europa der Völker und Nationen, ein Europa der Vaterländer, einsetzt.

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