Im Westen nichts Neues – US-Bombenterror stoppen!

Trump enttäuscht mit seinem Vorgehen weltweit

Viele Deutsche hatten gehofft, dass es mit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten eine Abkehr vom US-Interventionismus geben würde. Die USA würden sich mehr auf die eigene Sicherheit konzentrieren und die Welt mit ihren „Segnungen“ in Ruhe lassen. Doch offenbar weit gefehlt.

By Gage Skidmore from Peoria, AZ, United States of America (Donald Trump) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

In der vergangenen Nacht ordnete Trump einen Bombenangriff auf einen syrischen Flughafen an. Russland und Iran verurteilten den Angriff, weil er sich gegen die Souveränität des syrischen Staates gerichtet hat.

Trump begründete den Militärschlag mit dem angeblichen Giftgasangriff auf Chan Scheichun in der syrischen Provinz Idlib – doch selbst die bundesdeutschen Medien, die nun eher nicht als Anhänger des syrischen Präsidenten Assad gelten, ziehen in Zweifel, dass die syrische Armee für die Giftgasangriffe verantwortlich ist. Andere Stimmen berichten, dass die Chemie-Kampfstoffe über die Türkei nach Syrien gebracht worden sein sollen. Laut dem syrischen Außenminister al-Muallem seien die ersten Meldungen zu der Giftgasattacke bereits mehrere Stunden vor dem ersten Angriff der syrischen Luftwaffe auf ein Munitionslager der al-Nusra-Front eingegangen, was an der Glaubwürdigkeit der Berichte Zweifel aufkommen lässt.

Trump enttäuscht mit seinem Vorgehen weltweit die Menschen, die hofften, dass der neue Präsident der USA an der Seite Russlands wirksam gegen die Terrormiliz des „Islamischen Staats“ (IS) vorgehen würde. Doch stattdessen setzt er die Destabilisierungs- und Eskalationspolitik seines Amtsvorgängers Barack Obama offenbar fort. Dass ausgerechnet die deutsche Bundesregierung eilig bemüht war, Trump die Solidarität auszusprechen und Verständnis für das Vorgehen zu signalisieren, sollte ihm zu denken geben.

Ohne an dieser Stelle den sehr komplexen Konflikt in Syrien umfangreich beleuchten oder gar abschließend bewerten zu wollen, kann aus deutscher Perspektive jetzt schon festgestellt werden, dass die systematische Destabilisierung des Nahen und Mittleren Ostens – die die USA mittlerweile seit Jahrzehnten betreiben – für den Weltfrieden brandgefährlich ist. Sollten die USA ihr Säbelrasseln nicht bald beenden, ist selbst ein überregionaler Konflikt nicht ausgeschlossen, denn Russland und Iran werden weiterhin an der Seite der legitimen Regierung Syriens stehen, allein schon, weil sie die Expansion des IS in ihrer Einflusssphäre verhindern wollen.

Auch ist eine stabile syrische Regierung im ureigensten Sicherheitsinteresse Deutschlands, denn das systematische Schüren von Konflikten im Nahen und Mittleren Osten sowie in Nordafrika durch die USA und ihre Verbündeten ist eine der Hauptursachen für die Europa heimsuchende Völkerwanderung der letzten Jahre.

Ob Afghanistan, Irak oder Libyen – stets bombten die USA unter dem Deckmantel von Demokratie, Freiheit und Menschenrechten Regierungen beiseite, die ihnen in ihren geostrategischen Interessen im Weg standen. So wurde nicht nur unendliches Leid in diese Länder getragen, auch die Saat der Ausbreitung des Islamismus und des Hasses vieler Muslime auf den Westen wurde gelegt. Der IS wäre ohne den US-Imperialismus nicht denkbar.

Seit dem sogenannten Sykes-Picot-Abkommen vom 16. Mai 1916, durch das nach der Zerschlagung des Osmanischen Reiches die kolonialen Interessengebiete im Nahen Osten aufgeteilt wurden, mischt sich der Westen mit Gewalt in die inneren Angelegenheiten der dortigen Gesellschaften und Staaten ein. Der Hass vieler Muslime auf Europa hat hier seine historische Ursache.

Die NPD verurteilt den Militärschlag der USA auf Syrien als das, was er ist: die Fortsetzung der US-Kriegstreiberei der letzten Jahrzehnte und ein Verrat Trumps an seinen eigenen Wahlversprechen.

 

Ronny Zasowk

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