Unterwerfung am Bosporus

Das Treffen zwischen Erdogan und Merkel und seine verheerenden Signale

Es waren Bilder des Grauens, die Merkels Besuch beim türkischen Despoten begleiteten. Und diesmal war es nicht nur die deprimierende Mimik, hinter der die Kanzlerin jegliche Gefühlsregungen routinemäßig zu verbergen sucht. Es waren Bilder, die von Überlegenheit und Unterwerfung sprachen.

Von einem Wimpel in einem Blumengesteck abgesehen, waren die Farben Schwarz-Rot-Gold nicht zu entdecken. Zu sehen waren überall nur türkische Fahnen. Merkel musste auf Gesprächspartner warten, das Programm wurde ständig geändert. Mit Müh und Not kam irgendwie am Ende des Besuchs doch noch ein Treffen mit der Opposition zustande.  Und dies sicher auch nur deshalb, weil das Geld aus deutschen Kassen lockte.

Und Merkel hatte noch mehr anzubieten. So sagte sie der Regierung in Ankara zu, Deutschland werde „500 Flüchtlinge jeden Monat nehmen, um in bestimmten Fällen hilfreich zu sein.“ Zugleich lobte sie devot die Leistung der Türkei bei der Aufnahme von Flüchtlingen. Das umstrittene  Abkommen mit der EU, das Erdogan in den Besitz einer regelrechten Zwickmühle gegen Europa gebracht hat, müsse „von allen Seiten mit Leben erfüllt werden.“

Der ungehemmten Einmischung in deutsche Angelegenheiten und dem Treiben türkischer Organisationen und Geheimdienste in der Bundesrepublik will sie anscheinend auch künftig zusehen. Mehr als einen lauwarmen Hinweis auf den deutschen Rechtsstaat, der vielleicht einmal gegen Rechtsverletzungen in dieser Hinsicht vorgehen könnte, gab es von ihrer Seite nicht.

Die vorsichtige Kritik, die Angela Merkel hinsichtlich der innenpolitischen Entwicklungen der Türkei anzubringen versuchte, wird Erdogan bald vergessen haben. Dafür erteilte der türkische Präsident der Kanzlerin eine Lektion in Sachen Islam, der aus seiner Sicht als „muslimischer Staatspräsident“ Friede bedeute und sonst nichts. Statt einer ebenso klaren Erwiderung meinte Merkel daraufhin gegenüber allen Türken betonen zu müssen, dass die Muslime in Deutschland nicht nur geschätzt und geachtet würden, sondern die Bundesregierung auch eng mit ihnen gegen den Terrorismus kooperiere. Dass es den hierzulande gern gepflegten Unterschied zwischen „Islam“ und „Islamismus“ nicht gibt, wird sie anscheinend nie begreifen.

Das verheerende Bild, das Deutschlands Staatschefin in Ankara abgab, wurde nur durch die Berichte gemildert, die von den Medien produziert wurden. Im Wahljahr 2017 sollen Union und Merkel auch weiter „alternativlos“ bleiben, damit die Abschaffung Deutschlands planmäßig weiterlaufen kann. Wenn sich die Herrschaften da nicht verrechnet haben!

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