Was die „Nafri“-Debatte über Deutschland verrät

Von der Seele eines politisch und moralisch zutiefst verunsicherten Landes

Als George Orwell in den 40er Jahren an seinem Roman „1984“ schrieb, muss er ein Land wie das heutige Deutschland vor Augen gehabt haben. Sicher, viele Bürger spüren die Gesinnungs-Diktatur im Alltag nicht, die Jahr für Jahr obskurer wird. Aber wer sich nicht bewegt, spürt auch seine Fesseln nicht!

1984Orwell prägte den Begriff „Neusprech“, der eine Sprache darstellen sollte, die aus politisch-ideologischen Motiven heraus massiv verändert wurde. Durch die Sprache wird zwangsläufig auch das Denken verändert, wodurch die Menschen leichter beherrschbar werden.

Realpolitische Entsprechung des Romans in Deutschland ist, dass linke Sprachpolizisten zahlreiche Begriffe verbannt oder zumindest mit dem Stigma des Rechtsextremismus/Faschismus/Rassismus (und wie die Kampfvokabeln auch alle heißen mögen) versehen haben. So sind u. a. „Neger“, „Negerkuss“ und „Zigeunerschnitzel“ auf dem Index gelandet und Benutzer dieser Worte machen sich entweder strafbar oder zumindest „bösester“ Ideologien verdächtig. Diese Wörter seien zutiefst diskriminierend und würden die Empfindungen von Afrikanern und eben Zigeunern (Sinti und Roma) verletzen. Die Folge ist, dass viele Bürger, obwohl wir eigentlich in einem freien Land leben sollen, sich genau überlegen, was sie wo sagen können. Ehemalige DDR-Bürger können sich an diese Art und Weise zu denken noch sehr gut erinnern.

Die Sprachpolizei hat jedoch nicht nur im Hinblick auf die Bezeichnung Fremder gewirkt, vor allem Feministinnen und Vertreter des Gender-Mainstreaming haben das Verhältnis der Geschlechter zu vergiften versucht. Frauen und Männer sind nach deren Lesart nicht zuvorderst biologische Geschlechter mit angeborenen Unterschieden, sondern sozial anerzogene Rollen, die man beliebig ablegen und variieren kann. Männer sollen nach deren Vorstellungen weiblicher werden, Frauen sollen sich wie Männer verhalten.

Alice Schwarzer

Alice Schwarzer

Man mag sich nun fragen, was beide Entwicklungen miteinander zu tun haben. Ausgerechnet die Vorzeige-Feministin Alice Schwarzer hat nun mit Blick auf die sexuellen Übergriffe durch Araber und Nordafrikaner in der vorletzten Silvesternacht den Nagel auf den Kopf getroffen, als sie feststellte: „Es ging 2015 darum, es den westlichen ,Schlampen‘ und deren Männern, diesen europäischen ,Schlappschwänzen‘, mal so richtig zu zeigen.“ Auch in der jüngsten Silvesternacht sei es tausenden aus dem ganzen Bundesgebiet nach Köln gereisten Nordafrikanern nicht um eine Silvesterfeier, sondern um eine Machtprobe gegangen. Schwarzer dazu weiter: „Diese Typen wollten wieder Trouble. Wir haben es hier mit einer Art von Terrorismus zu tun. Nur in diesem Fall nicht mit Kalaschnikow oder einem Lastwagen, sondern mit Händen und Fäusten.“ Schwarzer weist auch darauf hin, was passiert wäre, wenn die Polizei dem nordafrikanischem Mob nicht entschlossen entgegengetreten wäre:  Dann „wären wieder Hunderte Frauen mit sexueller Gewalt aus dem öffentlichen Raum verjagt und die ‚hilflosen‘ Männer an ihrer Seite wären wieder gedemütigt worden“.

Ohne es vielleicht selbst zu registrieren, erwähnt Schwarzer das grundlegende Problem in unserem Land: den politisch korrekten Deutschen, die sich den Kopf darüber zerbrechen, was sie sagen dürfen und die von Feministinnen und Gender-Verrückten völlig verweichlicht wurden, stehen „entwurzelte brutalisierte und islamisierte junge Männer vorwiegend aus Algerien und Marokko“ (Zitat Alice Schwarzer) gegenüber und die deutschen Frauen werden sprichwörtlich zu Freiwild.

Auch der Gewaltforscher Jörg Baberowski hatte mit Blick auf die Ereignisse der Kölner Silvesternacht zum Jahreswechsel 2015/2016 bereits im vergangenen Sommer gesagt: „Wir sehen, dass Männer in Deutschland gar nicht mehr wissen, wie man mit Gewalt umgeht.“ Weil deutsche Männer auf das Gewaltmonopol des Staates vertrauten, seien sie in Situationen, wie sie sich am Bahnhofsvorplatz in Köln abgespielt haben, hilflos.

Die aktuelle Debatte um den Begriff „Nafri“ (polizeiliche Bezeichnung für nordafrikanische Intensivstraftäter) legt die Seele eines politisch und moralisch zutiefst verunsicherten Landes frei. Das, was für frühere Generationen und auch für Menschen in anderen Ländern heute noch das Normalste auf der Welt war bzw. ist – sich und die Seinen zu verteidigen, wenn Gefahr von außen droht – ist in Deutschland aufgrund pathologischer Vergangenheitsbewältigung, linker Umerziehung und überzogener Rücksichtnahme auf die Belange Fremder verlernt worden.

Doch immer mehr Deutsche – Männer wie Frauen – haben keine Lust mehr, sich von oben diktieren zu lassen, was sie denken und sagen sollen. Die hektisch angekündigten Maßnahmenkataloge von Bundesjustizminister Heiko Maas gegen die „bösen Wutbürger“ in den sozialen Netzwerken sind eine erste Reaktion darauf.

Jeder muss nun für sich selbst entscheiden, ob er sich von den abgehobenen „Eliten“ eine falsche Toleranz für die Gewaltexzesse ihrer Schützlinge verordnen lassen will. Deutschland hat mit der freiwilligen Aufgabe seiner Souveränität seine Handlungsfähigkeit, mit der faktischen Abschaffung der Wehrpflicht und des Bundesgrenzschutzes seine Verteidigungsfähigkeit aufgegeben.

Doch von keinem Deutschen kann verlangt werden, es dem Staat gleichzutun.

Ronny Zasowk

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