„Postfaktisch“ – vom Wort zum Kampfmittel

Man sitzt bei der GfdS mit ideologisch gefestigten „Aktivisten“, Journalisten und Politikern in derselben „Filterblase“.

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat das Eigenschaftswort „postfaktisch“ zum „Wort des Jahres“ erklärt. Der GfdS geht es nach eigenen Verlautbarungen darum, darauf hinzuweisen, dass es in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen heute zunehmend um Emotionen anstelle von Fakten gehe.

Donald Trump

Donald Trump

Die Zielrichtung ist klar: Entscheidungen wie die Wahl Donald Trumps zum Präsidenten der USA oder der Volksentscheid zum Austritt Großbritanniens aus der EU sollen als „Bauchentscheidungen“, die Wähler selbst als geistig nicht ganz auf der Höhe diffamiert werden. Die Beinahe-Wahl des FPÖ-Kandidaten Hofer in Österreich, die Regierungsbildungen die Ungarn, Polen und anderen Ländern unter Führung oder Beteiligung von „Rechtspopulisten“ oder der Volksentscheid in Italien wurden zwar nicht ausdrücklich erwähnt, fallen aber bei Annahme dieser Sichtweise in die gleiche Kategorie. Das dürfte auch für die 2017 anstehenden Wahlen in Frankreich oder den Niederlanden gelten.

Die Entscheidung der GfdS wurde von den Qualitätsmedien meist positiv aufgenommen. Doch wer steckt hinter dieser Organisation? Die „Gesellschaft für deutsche Sprache“ ist laut Wikipedia ein „hauptsächlich von der deutschen Kultusministerkonferenz und dem Kulturstaatsminister finanzierter Verein.“ Von Unabhängigkeit kann also keine Rede sein. Vielmehr handelt es sich bei der GfdS um einen Wurmfortsatz der etablierten Politik, aus dem sich die einseitige Zielrichtung der Kritik  erklärt.

Martin Schulz

Martin Schulz

Denn: Wo bleibt in der Begründung der Entscheidung für die Wahl des Jahreswortes der Hinweis auf die angeblichen „Fachkräfte“, die als „Flüchtlinge“ („Wir kriegen jetzt plötzlich Menschen geschenkt“ – Katrin Göring-Eckardt)  in unser Land strömen und uns etwas bringen sollen, das „wertvoller als Gold“ (Martin Schulz) sein soll? Wie steht es um die veröffentlichten Zahlen der Arbeitslosenstatistik und die vorher heraus gerechneten Menschen, die auch ohne Arbeit sind? Sind drei Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Einwanderer wirklich ein „Erfolg“?

Beruhte der weltweit einzigartigen Ausstieg aus der Atomenergie auf kühler Faktenanalyse? Beweisen die Kriminalstatistiken tatsächlich, dass die gefühlte Unsicherheit, vor allem bei Frauen, keinen realen Grund hat? Ein Beispiel für viele: In einem Strategiepapier der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) wird derzeit ernsthaft die These vertreten, dass die Zahl der Straftaten in Deutschland kontinuierlich „sinkt“ und die Möglichkeit, Opfer eines Verbrechens zu werden, „sehr gering“ sei.

earth-625756_960_720Diese Beispiele zeigen, dass man bei der GfdS mit ideologisch gefestigten „Aktivisten“, Journalisten und Politikern in derselben „Filterblase“ sitzt. Meinungen außerhalb des eigenen Umfelds werden ausgeblendet oder als „feindlich“ wahrgenommen. Das „fortschrittliche“ Bauchgefühl wird gepflegt, man bewegt sich „meist in geschlossenen, schwer zu durchbrechenden Argumentationsmustern“ (FES) – und dies oft konsequenter als in den heftig kritisierten Kreisen der „antidemokratischen“ Populisten, „Rassisten“ und sonstigen Fortschrittsfeinde!

Die Realitätsverweigerung der politischen Pseudo-Eliten hat mittlerweile Ausmaße angenommen, die an den geistigen Zustand einstmals führender Politiker des Jahres 1989 erinnert. Am Gang der Geschichte wird das nichts ändern – damals wie heute!

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