Tröglitz, Nierth und „Luthers unerschrockenes Wort“

Der arme Luther - wofür der alles herhalten muß!

Bei „Luthers unerschrockenem Wort“ handelt es sich um einen Preis, der von 16 Lutherstädten ausgelobt wird. Meist erhalten ihn Leute, die sich „mutig“ den „Nazis“ und „Wutbürgern“ in den Weg gestellt haben. In diesem Jahr traf es die Familien Nierth und Lohmeier. Wir erinnern uns:

Steffen-Thiel-2Der Burgenländer Kreisrat und gebürtige Tröglitzer Steffen Thiel wurde von befreundeten Einwohnern gebeten, Demos bzw. sonntägliche Spaziergänge gegen die dort geplante Asylantenunterkunft anzumelden. Sie selbst trauten sich nicht, da solches Tun im freiheitlichen Rechts-, genauer: Linksstaat regelmäßig recht unangenehme „linke“ Folgen zeitigt bis dahin, daß man von der Arbeit fliegt – mitunter schneller, als der Asylant übers Mittelmeer tuckert. Natürlich haben die Einwohner ihren Ortsbürgermeister Nierth dazu eingeladen, mit ihnen zu sprechen, denn auch der war bislang immer gegen ein solches Etablissement in seinem Dörfchen gewesen.

Aber – sei’s, daß Landrat Ulrich ihn zum Umschwenken veranlaßt hatte oder er selbst seine Vermiet- will sagen Geschäftssituation verbessern wollte – plötzlich wollte er nicht mehr öffentlich auf dem Dorfplatz drüber reden. Sozusagen Auge in Auge mit dem undankbaren Wähler. Irgendwie muß ihm das Herz so weit nach unten gerutscht sein, daß es nicht mehr weiter ging, respektive im Dünnpfiff direkt nach rückwärts raus. Und dann brannte es auch noch, das Mini-Heim des – wie man sagte – klammen Investors. Übrigens bei weitem nicht das erste Mal in dessen Immobilien. Gerade auf dem Dorfe hatte ja früher manch Bauer seine alte Scheune so auf warmem Wege abgerissen und versicherungstechnisch verflüssigt.

Allerdings – fürderhin zeitigte Nierth außerordentlichen Mut in Talkrunden und Interviews. Und am Schreibtisch, wo er seinen heldenhaften Kampf gegen all dies rechte Pack zwischen zwei Buchdeckel quetschte. DAS wurde natürlich mit großem Hallo in der Medienwelt begrüßt. Und umgehend – hastenichtgesehn – belohnt mit dem Lutherpreis des unerschrockenen Wortes.

Der arme Luther – wofür der alles herhalten muß! Ein Glück, daß nach hunderten Jahren Liegezeit selbst die stärksten Knochen zum Rotieren zu mürbe sind: Es stünde nur die Frage – sozusagen alternativlos – ob sich das Skelett tiefer rein- oder aus der Grube rausdrehen würde. Die Krönung der Farce erfolgte jedoch durch den Kommentator der Mitteldeutschen Zeitung, Herrn Andreas Montag, am Dienstag in dieser ehemaligen „Freiheit“ und genau ihrem Stile. Er schrieb dort von der „Gewalt der Straße in Tröglitz“ und dem daselbst „aufmarschierten Mob“, aufgrund dessen der arme Nierth sein Amt aufgab. Aber Nierth hätte eben „seinen Luther“ verstanden und nun mutig gegen rechten Mob und Straße gekämpft.

Gut – vergleichbar zum „Montagsauto“ könnte man sagen, daß es eben halt ein Montagsartikel war. Mir deucht allerdings, daß es zum einen sicher am Namen – est omen – liegt, grundsätzlich aber im deutschlandweiten Prinzip von Politik und Medien verankert ist, auf diese Art mit der Wahrheit zu verfahren und den Bürgern, die sich partout auf sie versteifen wollen. Nichtsdestotrotz ging nachstehender Leserbrief an die „MZ“ ab, damit sie nicht sagen können, sie hätten von nichts gewußt. Auch eingedenk der Tatsache, daß er a) sicher nicht veröffentlicht wird und b) man die heutigen Journalisten längst nur noch an der Pisameßlatte inkludiert einordnen kann.

Luther aktuell?

Luther würde wohl eher im Grabe rotieren ob der Auszeichnung eines Bürgermeisters mit dem Preis für „Das unerschrockene Wort“. Nierth hat gekniffen, als er eingeladen wurde, mit seinen Bürgern über die Flüchtlingsunterkunft zu sprechen. Ist das Mut oder nicht doch eher Feigheit, da lieber aus dem Amt zu fliehen? Denn Gewalt ist ihm an keiner Stelle geschehen. Die Menschen aus der Region sind friedlich durch den Ort spaziert und haben ihr Grundrecht auf freie Meinungsäußerung wahrgenommen. SIE haben die wahre Zivilcourage gezeigt, dies gegen eine allseitige Diskreditierung, Einschüchterung und Verleumdung seitens Politik und Medien zu tun.

Es ist eine erschreckende Lüge, wenn MZ-Kommentator Andreas Montag am 15.11.2o16 behauptet, „die Gewalt der Straße in Tröglitz“ und der „aufmarschierende Mob“ hätten Nierth zum Rücktritt gezwungen. Wer dort war, kann bestätigen, daß eher Lampion-Umzugsstimmung vorherrschte, mit Kind und Kegel. Aber der Vorgang und seine Ausschlachtung zeigen, was wirklich „faul in unserem Lande ist“ – wie Montag am Dienstag schreibt. Die „mutigen“ Schreibtischtäter verunglimpfen und beschimpfen ihre Mitmenschen und sogar potentiellen Leser. Ob die Abonnenten das so hinnehmen?

Der wirkliche Mob ist später mit Bussen von außerhalb herangekarrt worden: Linke Bierflaschenwerfer, die mit „Drecksnest“-Transparent durch Tröglitz zogen. Junges gewalttätiges Gammelvolk, das nur auf Steuerzahlers Kosten lebt, noch nichts Sinnvolles in seinem Leben geleistet hat – gewöhnlich als „Aktivisten“ schöngeredet. DAS mußten sich die Einwohner gefallen lassen! Und da wäre der Schneid eines Bürgermeisters gefragt gewesen, seine Feuerwehr loszuschicken, mit „Tatütata“ durch den Ort, am Mob vorbei und dabei von seinen Männern das Drecksnest-Laken wegreißen lassen. Denn vielleicht waren es die gleichen, die auch die geplante Flüchtlingsunterkunft angezündet haben, um den „Kampf gegen Rechts“ frisch zu befeuern und noch mehr Staatsknete für ihre Gammelei locker zu machen…

Hans Püschel, Krauschwitz

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