Sturm im Wasserglas: Identitäre verursachen „Skandal“ beim Sender „radioeins“

"Augstein, Käßmann, hört gut her - die Zukunft wird identitär!“

Eine künstliche Empörung rauscht durch die Medienwelt. Einige Aktivisten der „Identitären Bewegung“ (IB) hatten sich erdreistet, am Montagabend in Berlin ein Podiumsgespräch mit Margot Käßmann zu besuchen und dabei lautstark zu Wort zu melden. Die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)und prominente Verfechterin des Zeit(un-)geistes war zu Gast in der Hörfunksendung „Im Salon“. Sie gehört zu einer Sendereihe, die in Zusammenarbeit mit der linksliberalen Wochenzeitung „der Freitag“ gestaltet und vom Herausgeber Jakob Augstein moderiert wird.

Margot Käßmann

Margot Käßmann

Thema im Berliner Maxim-Gorki-Theater war unter anderem die derzeit heiß diskutierte Vollverschleierung.  Nach Angaben des rbb soll Käßmann „dabei eine sehr ausgewogene Position vertreten“ haben, „gegen die Burka, aber auch gegen ein Verbot“. Daraufhin hätten mehrere junge Leute Käßmann und Augstein „Heuchler“ genannt und die gelbe Flagge der „Identitären Bewegung“ herausgeholt. Dem Boulevardblatt „Morgenpost“ zufolge „brüllten mehrere junge Männer rechte Parolen“ und  wurden später aus dem Saal geleitet.

Nun weiß der geübte Leser längst, dass die Wahrheit die Redaktionsräume oftmals nicht ganz vollständig erreicht und noch seltener verlässt. Ein Blick in die sozialen Netzwerke bringt deshalb häufig Informationen ans Licht, die von den Beteiligten selbst stammen und deutlich glaubwürdiger sind als das offizielle Geschreibsel.

identitaere1aSo ist auf der Facebook-Seite der „Identitären Bewegung Deutschland“ von einer „ästhetischen Intervention“ die Rede, „um den Vertretern des linksliberalen Establishments und ihrem scheinheiligen Publikum frischen Wind ins Gesicht zu blasen“. Man wolle „ein Zeichen gegen die Pseudomoral der Vertreter des Kulturbetriebes und der Kirche setzen, welche durch ihr Wirken die derzeit stattfindende Massenmigration fortwährend beschönigen und ihre Folgen gezielt verschleiern und in Abrede stellen.“ Ferner wird  Margot Käßmann und Jakob Augstein vorgeworfen, nicht dort zu leben, „wo sich das wirkliche Leben abspielt“ und deshalb „nicht mit den Problemen konfrontiert“ zu werden, „die sie uns zu hinterlassen gedenken: Berlin-Neukölln, Duisburg-Marxloh, Brüssel-Molenbek, die Banlieus von Paris…“

identitaere2Das „rechte Gebrüll“, das die „Morgenpost“ vernommen haben will, wird als „eine deutlich hörbare Ansage“ beschrieben, zu der Parolen wie „Augstein, Käßmann, hört gut her – die Zukunft wird identitär!“ gehört haben sollen. Man hätte anschließend mit dem Ruf „Europa! Jugend! Reconquista!“ das Gebäude verlassen. Ein Foto zeigt außerdem eine von den Teilnehmern hochgehaltene Buchstabenkette, aus der sich die Botschaft „Ihr seid Heuchler“ ergibt. Zum Abschluss wird radioeins für die „störungsfreie Übertragung der Intervention“ gedankt und die Veröffentlichung eines Mitschnitts angekündigt. „Radioeins“ hingegen hat die entsprechende Passage aus der Sendung entfernt.

Es verwundert nicht, dass die IB in den Blick des sogenannten Verfassungsschutzes geraten ist. Ihr wird im Auftrag der etablierten Parteien vorgeworfen, sich gegen eine „angebliche“ Masseneinwanderung und Islamisierung zu wenden und zu warnen, das deutsche Volk werde gegen illegale Einwanderer ausgetauscht. So realitätsblind gaben sich zuletzt die Greise des SED-Politbüros, bevor die der Bürgerwille hinwegfegte!

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