GESPRÄCH mit Bruno Gollnisch (Front National) in der August-Ausgabe der DEUTSCHEN STIMME

»Alle Völker haben das Recht, ihre Identität zu bewahren!«
Bruno Gollnisch im Gespräch mit Karl Richter

Bruno Gollnisch im Gespräch mit Karl Richter

»Alle Völker haben das Recht, ihre Identität zu bewahren!«

Bruno Gollnisch, der frühere Vorsitzende der Fraktion »Identität, Tradition und Souveränität« im Europäischen Parlament, intellektueller Vordenker der französischen und europäischen Rechten sowie langjähriger politischer Weggefährte des FN-Vorsitzenden Jean-Marie Le Pen, ist wohl der beste Ansprechpartner, wenn es um Frage der Zukunft Europas nach dem Brexit geht. Unser Redakteur Karl Richter sprach im Auftrag von DS und DS-TV mit ihm.

Vorbemerkung Karl Richter: Herr Gollnisch, Sie sind ein langjähriger politischer Routinier, haben den Aufstieg des Front National über viele Jahre hinweg erlebt und mitgestaltet und gehören heute, nach mehreren Legislaturperioden als Abgeordneter im Europaparlament, zum Urgestein der patriotischen Szene in Frankreich. Ich darf hinzufügen – und ich freue mich darüber sehr –, dass wir beide uns ebenfalls bereits seit über 25 Jahren kennen.

DS: Herr Gollnisch, sprechen wir als erstes über ein Thema, das die Leute auch in Deutschland nach dem britischen Brexit-Referendum natürlich ganz besonders interessiert: Wie groß sind die Chancen, dass es auch in Frankreich zu einem Referendum über einen Austritt aus der EU kommt?

Ich denke, dass dieses Brexit- Referendum ein Aufschwung der Völker gegen den Euro- Mondialismus ist. In dieser Hinsicht ist es für die Patrioten anderer Länder interessant, sei es für die Franzosen oder die Deutschen. Es steht fest, dass wir unsere monetäre Souveränität wiederherstellen wollen, unsere Souveränität auf unserem Territorium, in unseren Grenzen. Unser offizielles Programm ist, dass wir in einem ersten Schritt versuchen werden, mit unseren Partnern die Verträge neu zu verhandeln. Das ist absolut möglich, denn nach allem, sogar noch vor dem Brexit, hat England seine Währung beibehalten. England ist nicht Mitglied der Schengen-Zone. Es hat seine Grenzen beibehalten. Also folglich werden wir das ebenfalls fordern. Wenn es nicht möglich ist, das zu bekommen – nun, dann werden wir uns nach einem relativ kurzen Zeitraum von sechs Monaten mit einem Referendum an das französische Volk wenden, um aus dieser Union herauszukommen, die leider, man muss das heute so sagen, sehr schwierig zu reformieren ist. Aber, noch einmal: Von jetzt an werden sich sehr viele Dinge ändern. Es wird sich mit Sicherheit die Arroganz der Euro-Mondialisten dämpfen, es wird sich zeigen, dass die Völker mit der desaströsen Entwicklung der Europäischen Union nicht einverstanden sind. Und das ist sehr positiv.

DS: In der Tat. Bleiben wir gleich noch ein wenig bei den Präsidentschaftswahlen. Wie groß sind die Chancen, realistisch gesehen, dass es Marine Le Pen schafft und der Front National 2017 die französische Staatspräsidentin stellt?

Also ganz freiweg gesagt, haben wir derzeit eine Dreiteilung der politischen Landschaft in Frankreich. Es gibt den linken, sozial-öko-kommunistischen Block, der zur Zeit sehr am Boden ist. Dann gibt es den konservativ- liberalen Block – aber das sind Konservative, die überhaupt nichts konserviert haben, und Liberale, die überhaupt nichts befreit haben. Und dann gibt es in gewisser Hinsicht den nationalen Block. Also wir haben ein Drittel der Franzosen auf unserer Seite. Ein Drittel, das ist ausreichend, um bei einer Wahl zu gewinnen, wo es drei Kandidaten gibt und wo unser Drittel etwas stärker ist als das unserer Gegner. Aber es ist natürlich schwieriger, wenn es nur zwei Kandidaten gibt. Im System der französischen Präsidentschaftswahlen kann es beim ersten Wahldurchgang 15 oder 20 Kandidaten geben, aber beim zweiten gibt es dann nur noch zwei. Ich glaube aber, dass, wenn wir es mit einem Kandidaten der Linken zu tun hätten, ein Teil der konservativ-liberalen Wähler zu uns zurückkommen würde. Wenn wir jedoch Monsieur Sarkozy oder einem anderen Kandidaten seiner Partei gegenüberstehen sollten, dann ist zu befürchten, dass die Linke dazu aufrufen wird, uns nicht zu wählen. Man kann also sagen, dass die Wahl von Marine Le Pen keineswegs sicher ist. Was dagegen in jedem Fall sehr wahrscheinlich ist, das ist, dass sie – so wie bei Jean-Marie Le Pen im Jahre 2002 und bei einem noch besseren Ergebnis – zu den zwei Kandidaten der Schlußrunde gehören wird. Aber es ist wie beim Fußball: die Ergebnisse sind unsicher.

DS: Man wird sehen. Wir beobachten in Frankreich das gleiche Problem wie bei uns in Deutschland, auch wenn die nationale Opposition bei Ihnen in Frankreich natürlich schon ein erfreuliches Stück weiter ist als bei uns. Was muss – Ihrer Meinung nach – noch passieren, damit der Wähler seine Lektion lernt und das Schicksal des Landes endlich der einzigen authentischen Opposition anvertraut – derjenigen von rechts?

Also ich denke, notwendig ist, dass der deutsche Wähler Vertrauen zu denjenigen hat, die immer schon den Kampf der Guten geführt haben, die niemals aufgegeben haben, auch wenn sie verfolgt wurden – physisch, beruflich, juristisch –, und die immer auf Linie geblieben sind. Ich denke, man sollte da nicht auf neue Gruppierungen setzen, die hier und da in der politischen Landschaft auftauchen und leider wenig später wieder verschwinden. Man sollte der Ausdauer von Persönlichkeiten wie Udo Voigt Respekt zollen, ganz sicher.

DS: Nun kann man ja nicht leugnen, dass der Front National auf seinem Weg zum Erfolg sehr vieles richtig gemacht hat. Es gibt allerdings auch Kritik am Kurs von Marine Le Pen, etwa vonseiten des langjährigen Parteichefs Jean-Marie Le Pen. Freiheraus gefragt: Inwieweit ist es richtig, dass der Front National heute, etwa im Unterschied zu früher, unter Jean- Marie Le Pen, eine »weiche« Linie fährtGollnisch-Zitat?

Nun, ich präzisiere das ein wenig, was ich über die deutsche Politik vorhin gesagt habe. Das ist mein persönlicher Standpunkt und hat nichts mit dem Front National zu tun. Was die Situation des Front National angeht, so ist die Meinungsverschiedenheit zwischen Marine le Pen und Jean-Marie Le Pen meiner Meinung nach sehr traurig. Ich habe sie sehr bedauert und viel Kraft darauf verwendet, beide Parteien wieder zusammenzubringen. Man muss – jenseits aller Kritik von Jean-Marie Le Pen – sagen: Es ist eine Tatsache, dass es Marine Le Pen war, die sich von ihrem Vater distanzieren wollte. Er selbst ist seiner Linie treu geblieben, hat gesprochen und gehandelt, wie er es immer getan hatte. Ich glaube, das ist ein Problem, bei dem auch persönliche Faktoren zusammenkommen – auch in der Umgebung von Marine Le Pen, die nicht erlebt hat, was wir alle mit Jean- Marie Le Pen erlebt haben, der ein Mensch von unglaublichem Durchhaltevermögen ist und der erfolgreich aus einer kleinen Gruppierung von weniger als einem Prozent der Stimmen eine große politische Kraft gemacht hat, die jetzt zu den wichtigsten der französischen Politik gehört. Diejenigen, die jetzt ganz neu hinzugekommen sind, haben das alles nicht miterlebt. Ich glaube, der wichtigste Aspekt ist, dass Marine Le Pen sehr darauf achtet, alles zu vermeiden, was unsere Verteufelung noch größer machen könnte – diese Verteufelung, die eine psychologische Waffe unserer Gegner ist, die Gegner der nationalen Parteien, die uns ständig in die Ecke des Rassismus, des Nazismus und Extremismus und dergleichen stellen wollen. Ich persönlich muss sagen – und da denke ich genauso wie Jean-Marie Le Pen –, wir müssen unseren Weg weiter gehen, wir müssen weiter angreifen, zum Beispiel die falschen Werte der Linken oder der Konservativ-Liberalen. Wir müssen uns treu bleiben und weiterhin das sagen, was wir denken. Tatsächlich rückt das Ende der Verteufelung mit jedem Tag näher, je mehr Menschen anfangen, zu denken wie wir. Das heißt: Wir stellen die richtigen Fragen, und wir haben auch die Antworten auf diese Fragen. Ich denke nicht, dass man der Verteufelung Herr werden kann, indem man Konzessionen macht. Die Lüge ist immer am Werk. Sehen Sie, Marine Le Pen ist zum Ball der Korporationen nach Wien gefahren, das ist ein ganz wunderbarer Ball, es gibt dort keine einzige politische Ansprache und auch überhaupt keine politische Kundgebung. Er findet im Ballsaal der Hofburg statt. Dieser Ball ist von den Behörden akzeptiert, er ist eine schöne und sympathische Veranstaltung. Nun aber haben die französischen Medien geschrieben, dass sie zu einem »Nazi-Ball« gegangen sei. Aber diese Aussage entbehrt jeder Grundlage. Die einzige Zeit, wo dieser Ball verboten war, war während des Anschlusses [Österreichs 1938; KR]. Aber das tut überhaupt nichts zur Sache. Die Lügen sind immerfort da. Ich denke, man muss diese Lügen bekämpfen und weiterhin einfach das sagen, was man denkt.

DS: Eine ganz pauschale Frage: Wo steht Frankreich heute? Gibt es noch Hoffnung, dass sich die Franzosen ihr Land wieder zurückholen und noch einmal Herr im eigenen Haus sein werden? Oder werden wir uns darauf einstellen müssen, dass Frankreich der Islamisierung und Landnahme durch Fremde zum Opfer fällt?

Das ist wirklich ein Problem, denn es ist sicher, dass es heutzutage ungefähr neun bis zehn Millionen Moslems in Frankreich gibt. Nun, unter diesen gibt es bestimmte Personen – viele –, die friedlich sind, die arbeiten wollen und die französischen Gesetze anerkennen. Aber nichtsdestotrotz gibt es auch einen Teil, der nach seinen eigenen Gesetzen leben möchte und diese auch seiner Umgebung auferlegen möchte. Und in dieser Gruppe findet man die härtesten und bedrohlichsten Leute, die gewalttätigsten. Und natürlich hat die Zuwanderung auch zu einer Entwurzelung geführt. Die Jugendlichen, die aus der Zuwanderung kommen, haben nicht mehr die Werte ihrer Eltern und haben andererseits auch nicht die Werte der französischen Aufnahmegesellschaft angenommen. Und in diesem Kontext ist der radikale Islamismus ganz augenscheinlich ein Identifikationsfaktor, ein Faktor des Stolzes und des Kampfes gegen eine Gesellschaft, von der sie den Eindruck haben, dass sie ihnen misstraut. Es gibt daher eine explosive Situation, zwar nicht sofort, aber es gab vor ein paar Jahren Aufstände in vielen französischen Städten und Vierteln, die aus verschiedenen Umständen herrührten, für die die französischen Behörden überhaupt nicht verantwortlich waren. Ich denke, dass die politischen und wirtschaftlichen Führer in Frankreich richtige Verräter waren. Sie haben die innere und äußere Sicherheit des Landes geopfert. Sie haben aus Feigheit oder aus Komplizenschaft eine Situation, einen Bruch innerhalb der französischen Nation hervorgerufen, indem sie die massive Zuwanderung ermöglicht haben. Die einen aus falschverstandenem wirtschaftlichen Interesse, die anderen, die Gewerkschaften der Linken, weil sie mögliche Anhänger sahen, von denen sie hofften, dass sie die französischen Arbeiter ersetzen würden, die sie verließen. Infolgedessen ist die Situation sehr ernst, und es ist offensichtlich, dass es immer schwieriger wird, das Ruder herumzureißen. Ich denke deshalb, es ist dringend nötig, dass wir an diesen Entscheidungen teilhaben, um das Ruder noch herumzureißen; um zum Beispiel kriminelle Ausländer auszuweisen; um dafür zu sorgen, dass die französische Staatsbürgerschaft nicht automatisch verliehen wird; um wieder die Hoheit über unsere Grenzen zu erlangen. Es muss aufhören, dass sich jeder in Frankreich niederlassen darf und von unserem Sozialsystem profitiert, sogar wenn er nicht arbeitet – und so weiter, und so fort. Es gibt viele Maßnahmen zu treffen, und wir sind die einzigen, die das tun wollen, und die einzigen, die dazu fähig sind. Ich hoffe, dass die Franzosen dies berücksichtigen werden.

DS: Eine eher persönliche Frage: Sie sind Professor für Japanologie und sind mit der Kultur des Zen und des Bushido vertraut. Inwieweit hat Sie diese Philosophie in Ihrem politischen Kampf beeinflußt?

Ja, das ist richtig, aber ich bin bereits vor einigen Jahren in den Ruhestand getreten. Ich bedauere das, weil ich eine sehr gute Beziehung zu all meinen Studenten hatte. Nun, Japan hat mich beeinflusst. Ist es die militärische Kultur Japans, der Bushido, der Ehrenkodex der Samurai? Die Zeitung Le Monde, die eher eine linke Ausrichtung hat, hat mir einen großen Artikel gewidmet, dessen Titel lautete: »Gollnisch, der letzte Samurai«. Nun, ich fand, dass dieser Titel für mich sehr schmeichelhaft war. Aber ich muss sagen, das, was mich noch viel mehr an der japanischen Gesellschaft begeistert, sind zwei Dinge: zunächst das Zusammenspiel zwischen Tradition und Moderne, die Art und Weise, wie es möglich ist, Modernität zu leben, auf eine effektive, nützliche und gangbare Weise, aber gleichzeitig verankert in der Tradition. Es gibt keinen Bruch, so wie es ihn in Frankreich mit der Französischen Revolution gab. Es gibt in Japan keinen Bruch zwischen Tradition und Moderne, das ist einer der Stabilitätsfaktoren dieser Gesellschaft, und das ist sehr interessant. Und ein anderer Aspekt ist der Sinn für Ästhetik, der bei den Japanern sehr ausgeprägt ist. Nun, man muss natürlich sagen, dass es Gegenden gibt, wo der urbane Sinn nicht sehr ausgeprägt ist. Aber umgekehrt kultiviert jeder Japaner irgendeine Kunst, irgendetwas Traditionelles wie Kalligraphie, die Teezeremonie oder etwas anderes, manchmal auch eine Kunst, die vom Westen inspiriert ist, so wie Geige oder Klavierspielen, und alle Japaner haben einen sehr gut entwickelten Sinn für das Ästhetische. Sie haben eine sehr entwickelte Fähigkeit dazu. In Japan gibt es Menschen, die mit einem Pinselstrich aus Kohlentinte wunderschöne Kunstwerke fertigen können, und das ist etwas, was mir sehr gefällt.

DS: Eine letzte Frage: Was würden Sie, aus Ihrer eigenen langjährigen Erfahrung heraus, unseren deutschen Lesern mit auf den Weg geben wollen?

Ich empfehle den deutschen Lesern, viel Mut zu haben, denn aus historischen Gründen wird das Nationalgefühl der Deutschen überall verteufelt, besonders in Deutschland. Das ist wirklich außergewöhnlich. Egal welche Fehler in der Vergangenheit gemacht wurden – alle Völker haben das Recht, ihre Identität zu bewahren. Alle Völker haben das Recht, auf ihr Erbe stolz zu sein, und die deutsche Kultur ist etwas absolut Außergewöhnliches. Ich hatte einen Großvater mütterlicherseits, der – wenn wir schon vom hundertsten Jahrestag des furchtbaren Krieges 1914/18 sprechen – 1914 als Freiwilliger gegen Deutschland gekämpft hat. Er trug eine Kriegsverletzung davon, eine schwere Verletzung, als junger Leutnant, er wurde von einer Kugel getroffen, die in sein Auge eindrang und hinter dem Ohr wieder herauskam. Er hat das wie durch ein Wunder überlebt. Nun, dieser Mann konnte Wagner oder Beethoven nicht hören, ohne zu weinen, ich sehe ihn immer noch vor mir mit Tränen in den Augen, wenn er deutsche Musik hörte. Also ich glaube, dass die Deutschen gegenüber jedem anderen Volk stolz auf ihre Kultur sein können – aber das ist nicht der Fall, jedenfalls heute nicht. Eine Konsequenz daraus ist, dass man diese Art Schuldgefühl nicht akzeptieren darf, mit dem man das deutsche Volk und speziell die deutsche Jugend mental einsperren möchte.

DS: Herr Gollnisch, herzlichen Dank für das Gespräch und dass Sie sich dafür Zeit genommen haben. Arigato gozaimashita.

Das Gespräch führte und übersetzte Karl Richter, parlamentarischer Referent des NPD-Europaabgeordneten Udo Voigt in Straßburg.

 

Zwei, die ihrer Linie immer treu geblieben sind: Udo Voigt, ehemaliger Vorsitzender der NPD (links im Bild), und Bruno Gollnisch im Europäischen Parlament.

Zwei, die ihrer Linie immer treu geblieben sind: Udo Voigt, ehemaliger Vorsitzender der NPD (links im Bild), und Bruno Gollnisch im Europäischen Parlament.

ZUR PERSON

Bruno Gollnisch, geboren am 28. Januar 1950 in Neuilly-sur-Seine, verheiratet, drei Kinder, ist einer der bekanntesten Politiker des Front National (FN) und gehört dem Europäischen Parlament seit 1989 an. Von Januar bis November 2007 war er Vorsitzender der Fraktion »Identität, Tradition, Souveränität« (ITS) im Europäischen Parlament. Nach seiner Schulzeit in Paris nahm er ein Jurastudium an der Universität Paris X-Nanterre auf und studierte zudem Politikwissenschaft und asiatische Sprachen. Das Sprachstudium (Japanisch, Indonesich und Malaiisch) hatte er mit dem Ziel begonnen, Diplomat zu werden, schlug aber später die wissenschaftliche Laufbahn ein. Während seiner Studienzeit lernte er den Vorsitzenden des Front National (FN), Jean-Marie Le Pen, kennen.

Gollnisch ist außerdem Absolvent des Instituts d’Etudes Politiques de Paris und Doktor der Rechtswissenschaften, zudem errang er die Auszeichnung »1er Prix de Thèse« der Universität von Paris und graduierte im Bereich »Fachstudien der Verteidigung«. Zwischen 1974 und 1975 war Gollnisch wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Kyoto in Japan. Von 1975 bis 1986 war er als Rechtsberater und Rechtsanwalt in Paris tätig, an der Universität lehrte er von 1975 bis 2005 als Orientalist und Jurist, einschließlich Öffentliches, Internationales und Vergleichendes Recht sowie Recht des Fernen Ostens (»droits de l’Extrême-Orient«). Nachdem er an den juristischen Fakultäten in Paris und Metz gelehrt hatte, habilitierte er 1981 zum Professor für japanische Sprache und Kultur in Lyon. Im Frühjahr 1984 wurde Bruno Gollnisch Sekretär des FN im Département Rhône und organisierte in den darauf folgenden Jahren Kampagnen für die Europa-, Kantons- und Parlamentswahlen.

Gollnisch war über 20 Jahre lang Mitglied des Zentralkomitees und des Politbüros der Partei, außerdem war er Vizevorsitzender und Generalsekretär des FN. 2009 war Gollnisch gemeinsam mit Le Pen treibende Kraft bei der Gründung der »Allianz der Europäischen nationalen Bewegungen (AEMN)«. 2012 wurde die AEMN vom Europaparlament anerkannt und erhält seitdem Parteienfinanzierung. Ende 2013 beendete Gollnisch seine Mitgliedschaft in der AEMN, offenbar auf Druck der FN-Parteivorsitzenden Marine Le Pen. Im Europaparlament war Gollnisch bis zur Gründung der Fraktion »Identität, Tradition, Souveränität« fraktionslos, aber im Laufe der bisher drei Legislaturperioden, in denen er dem Europäischen Parlament angehört, war er Mitglied in zahlreichen Ausschüssen, darunter dem Ausschuss für Recht und Bürgerrechte, der Delegation für die Beziehungen zu Japan und dem Ausschuß für Geschäftsordnung, Wahlprüfung und Fragen der Immunität. In der aktuellen Legislaturperiode des Europaparlaments ist Gollnisch Mitglied in der Delegation für die Beziehungen zu Japan und im Ausschuss für Verkehr und Fremdenverkehr.

 

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