Zocker Soros wettet wieder

Spekulantentum hatte meist mehr Feinde als Anhänger
George Soros

Es gibt Kriminelle, die müssen zittern, wenn ihre Machenschaften ans Tageslicht kommen. Bei George Soros ist das anders. Der aus Ungarn stammende Amerikaner gilt als „Investor“ und „Betreuer vieler Fonds“. Daran konnte auch der zweifelhafte Ruhm nichts ändern, den er im Jahr 1992 errang. Damals wettete er auf die Abwertung des britischen Pfunds und „verdiente“ damit rund eine Milliarde US-Dollar.

Jetzt will der Spekulant erneut zuschlagen. Aus Pflichtveröffentlichungen der Hedge-Fonds in den USA konnte entnommen werden, dass Soros gegen den Aktienindex S&P 500 wettet. Nach Angaben der „Welt“ setzte er vier Millionen Verkaufsoptionen (zuvor 2, 1 Millionen) auf einen baldigen Crash an der Wallstreet. Das entspricht der Summe von 840 Millionen US-Dollar, was knapp vier Prozent seines auf 25 Milliarden US-Dollar geschätzten Vermögens entspricht.

Empörung erntet er dafür nicht – zumindest nicht in den Qualitätsmedien. Hier wird er weiter als „gewiefter Investor“ oder einer der „reichsten Menschen auf dem Planeten“ gefeiert, der über einen „legendären Ruf“ verfüge.

In den Kommentarspalten – soweit vorhanden – zeigt sich jedoch, dass es kaum noch Leser gibt, die auf diese Propaganda hereinfallen. Was bei Wikipedia als „philanthropisches und politisches Engagement“ beschrieben wird, findet immer weniger Beifall. Der Gründer und Vorsitzende der „Open Society Foundation“ und der „Soros Foundation“ fördert seit Jahrzehnten die Idee der „offenen Gesellschaft“. Bis 2007 ließ Soros sechs Milliarden US-Dollar an Spenden fließen, die linksgerichteten Bewegungen oder oppositionellen Gruppen in Südosteuropa und ehemaligen Sowjet-Republiken zugute kamen.

Was als „Fortschritt“ daher kommt, geht oft mit der Destabilisierung ganzer Regionen und Verelendung ihrer Bevölkerung einher. Nicht umsonst versuchen sich Länder wie Russland vor den Machenschaften der von ihm unterstützten „Nichtregierungsorganisationen“ (NGOs) zu schützen. Es ist auch nicht auszuschließen, dass diese NGOs mit dazu beitragen, dass die Prognosen, auf deren Grundlage Soros seine Spekulationen betreibt, auch wirklich eintreffen.

Ob sich der 86jährige mit seinen Aktivitäten wirklich einen Gefallen tut, darf ruhig bezweifelt werden. Zuletzt hatte er in Sachen „Brexit“ falsch gelegen, auch die aktuelle Wette gegen die US-Märkte könnte daneben gehen. Solange die Verluste sich nur auf seinem Konto niederschlagen, mag es seine Sache sein. Das letzte Hemd hat bekanntlich keine Taschen – darum kümmern sich aber Spielsüchtige in der Regel nicht.

Freunde macht er sich bei all denen, die von den negativen Folgen seiner Geschäfte direkt oder indirekt betroffen sind, nicht. Es liegt durchaus im Rahmen des Möglichen, dass er der „Freiheit“, die ihm offiziell so sehr am Herzen liegt, einen Bärendienst erweist. Das Pendel hat in der Geschichte der Menschheit schon oft die Richtung gewechselt. Unproduktives Spekulantentum hatte meist mehr Feinde als Anhänger. Die Forderungen, diesen Kräften das Handwerk zu legen, werden zunehmend unüberhörbar. Wenn die Masken fallen, könnte das große Zittern auch bei den Zockern beginnen.

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