Auf Europa wartet der nächste finanzielle Super-GAU!

von Ronny Zasowk Auch wenn momentan alles über den Brexit und dessen Folgen für Europa und die europäischen Finanzmärkte diskutiert, drohen auf unseren Kontinent ganz andere Probleme zuzukommen. Die...

von Ronny Zasowk

Auch wenn momentan alles über den Brexit und dessen Folgen für Europa und die europäischen Finanzmärkte diskutiert, drohen auf unseren Kontinent ganz andere Probleme zuzukommen. Die ZasowkGriechenlandkrise ist noch längst nicht überwunden, da erscheint nun ein Horror-Szenario am politischen Horizont, das noch viel weitreichendere Konsequenzen für die Entwicklung der Finanzmärkte und Börsen und somit auch für die Sparer und Steuerzahler mit sich bringen kann.

Finanzmarktexperten warnen davor, dass der Zustand der italienischen Banken ebenso katastrophal wie der der griechischen Finanzinstitute ist. Problematisch ist vor allem, dass es sich bei Italien um die viertgrößte Volkswirtschaft der EU handelt und damit die Auswirkungen auf den Rest Europas viel dramatischer wären als sie es im Zuge der Griechenland-Krise waren.

Laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) sei Italien derzeit das größte Risiko für Europa und stehe vor „monumentalen Herausforderungen“. Die Wirtschaft schwächelt seit Jahren, zugleich bringen extrem wackelige Bilanzen italienischer Geldhäuser zusätzliche Unsicherheiten mit sich. Die Problemkredite der Banken Italiens summieren sich auf rund 360 Milliarden Euro. Laut einer aktuellen IWF-Analyse stehen 31 Milliarden Euro an Spareinlagen auf dem Spiel, 18 Prozent des gesamten Kreditbestandes italienischer Finanzinstitute sind problembehaftet.

Auch diese drohende Italien-Krise kann – ähnlich wie die Griechenland-Krise – systemischen Charakter aufweisen und zahlreiche internationale Banken und andere europäische Staaten mit in den Strudel hineinziehen. So sind französische Banken mit 250 Milliarden Euro in Italien engagiert. Auch Analysten der Deutschen Bank warnen vor einem Szenario, das ganz Europa in die Krise stürzen kann: „Die EU befindet sich in ihrer größten Existenzkrise seit sechs Jahrzehnten.“

Ähnlich wie die Griechenland-Krise war auch diese Krise vorhersehbar. Die italienische Wirtschaft war vor der Einführung des Euro nur deshalb wettbewerbsfähig, weil die Lira eine Weichwährung war. Die Italiener konnten durch die gezielte Abwertung ihrer Währung dafür sorgen, dass ihre Produkte auf dem Weltmarkt gekauft wurden. Diese Möglichkeit wurde Rom durch die Einführung der Gemeinschaftswährung genommen, weshalb die Produktivität der italienischen Volkswirtschaft und Italiens Anteil am Welthandel massiv zurückgegangen sind.

Der italienische Bankensektor braucht in den nächsten Wochen 40 Milliarden Euro, wenn er nicht in eine existenzgefährdende Schieflage geraten soll. Wenn nun die ersten Eurokraten aus ihren Löchern gekrochen kommen und den Vorschlag des italienischen Regierungschefs Matteo Renzi befürworten, dass die europäischen Steuerzahler abermals die Spendierhosen anziehen und Milliardensummen für italienische Banken locker machen sollen, sieht man, dass die Entscheider Europas sowohl aus der Griechenland-Krise als auch aus dem Brexit gar nichts gelernt haben.

Die politisch Verantwortlichen haben offenbar nicht registriert, dass die EU, wie sie momentan existiert, länderübergreifend erdrutschartig an Zustimmung verliert. Die globale Finanzkrise hat nicht dazu geführt, dass die Nationalstaaten die Banken in nennenswertem Maß unter ihre Kontrolle gebracht haben, um weitere Katastrophen abzuwenden. Der nächste finanzielle Super-GAU ist somit politisch vorprogrammiert.

Nach einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos ist der Wunsch nach einer Volksabstimmung über einen Austritt aus der EU in keinem Land so ausgeprägt wie in Italien.
Hoffentlich tun die Italiener es den Briten gleich und ziehen die Notbremse, bevor es zu spät ist und ihre Volkswirtschaft um Jahrzehnte zurückgeworfen wird und die europäischen und allen voran die deutschen Steuerzahler wieder gigantische Rettungsschirme aufspannen müssen.

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