Österreich – »Eine Stimme aus dem Volk«

In unserem Nachbarland Österreich liegen die Nerven blank. Nach einem regelrechten Wahlkampf-Krimi, den der eigentlich grüne, angeblich überparteiliche Präsidentschafts-Kandidat Van der Bellen unter Aufbietung aller Kräfte des Establishments am...

In unserem Nachbarland Österreich liegen die Nerven blank. Nach einem regelrechten Wahlkampf-Krimi, den der eigentlich grüne, angeblich überparteiliche Präsidentschafts-Kandidat Van der Bellen unter Aufbietung aller Kräfte des Establishments am Ende denkbar knapp gewann, scheint das Land gespalten. Wahlbetrugs-Gerüchte machen die Runde, nicht ganz substanzlos, wie es scheint (die DS berichtete). In dieser Lage kam ein Kontakt zustande, der einen ganz anderen, unabhängigen Blickwinkel eröffnet.

Die Nationalratsabgeordnete Dr. Susanne Winter, bis zu ihrem Parteiausschluß im November 2015 Mitglied der Freiheitlichen Partei Österreichs, machte die DS-Redaktion auf die bekannte österreichische Künstlerin und Autorin Gabriela Kriebernegg aufmerksam, bekannt geworden unter ihrem Künstlernamen Lile an Eden. Nachfolgend dokumentieren wir unkommentiert einen Offenen Brief von Frau Kriebernegg an »unsere Politiker«, also an die Politiker der Alpenrepublik, in dem diese zentrale Forderungen an das Polit-Establishment richtet: »Wahrhaftig« zu sein und nicht die »Nähe zum Volk« zu suchen, sondern sich selbst als Teil desselben zu verstehen – und danach zu handeln.

Wichtig zur Einordnung für unsere Leser: Lile an Eden steht keinem politischen Lager und keiner Partei, weder in Österreich, noch in der BRD nahe. Auf diese Feststellung legt sie großen Wert.

Im Anschluß an den hier ungekürzt wiedergegebenen Brief haben wir uns erlaubt, Lile an Eden in einem kurzen Telefon-Interview einige Fragen zu stellen, die sie uns in einem sehr offenen Gespräch beantwortete.

Lile an Eden:
»EIN OFFENER BRIEF AN UNSERE POLITIKER

Jetzt haben wir also in Österreich einen grünen Bundespräsidenten, eine postulierte Spaltung im Land, zwei etablierte Parteien, die ums Überleben kämpfen und einen Pool an Menschen, die mit dem herkömmlichen System unzufrieden sind und ihrer Unzufriedenheit Ausdruck verleihen. Der Bundeskanzler richtete den Menschen aus, er hätte die Botschaft verstanden. Die Medien überschlagen sich, den Spalt zu vertiefen, in dem sie gebetsmühlenartig versichern, daß 50 Prozent der Österreicher meinen, die anderen 50 Prozent der Österreicher seien einfach zu ungebildet, und hätten deswegen blau gewählt.

Die braune Sülze durchschimmert blau, doch nicht jeder der blau wählt, hat braunes Gedankengut. Und nicht jeder, der nicht blau wählte, ist ein arrogantes Arschloch im sicheren Hafen und betet das alte System an. Ein bißchen differenzierter bitte, meine Damen und Herren von den Medien!

Mein folgendes Statement schreibe ich bewußt in Ichform und ist eigentlich an jeden gerichtet, der sich als Politiker versteht und als solcher vom Volk bezahlt wird.
Ich fordere Wahrhaftigkeit. Wie schlimm auch die Situation ist, oder die Hintergründe der Situation, die Ohnmacht, die Getriebenheit, das Bestimmtwerden, das Marionettentum, das Nichtwissen etc. Ich möchte es gerne erfahren.

Wie schlimm auch immer die Verfehlungen der Vergangenheit, der Eigendünkel, das Desinteresse am Gemeinwohl, die Trägheit, die Inkonsequenz, die Korruption, die Freunderlwirtschaft, die Inkompetenz etc sein mag, ich möchte aufgeklärt werden.
Vollinhaltlich, schamlose, klare Fakten.

Ich möchte schonungslose, unverblümte Wahrheit hören, ohne Girlanden und Schläufchens, ohne rhetorische Zusatzstoffe, die den Müll überlagern. Ich möchte fühlen, daß hier Menschen für Menschen arbeiten, überparteilich, uneigennützig, aufgeklärt lernfähig und einsichtig.

Ich möchte nicht, daß Ängste zu populistischen Zwecken mißbraucht werden, daß man sich als Volksversteher aufspielt, sondern daß man sich als Teil dieses Volkes erachtet, der sich zur Verfügung gestellt hat, Menschen zu Bewußtsein, Mitgefühl, Gesundheit, Wohlbefinden, Frieden anzuleiten und lebendiges Beispiel zu sein.
Ich möchte nicht , daß Parteiinteressen im Vordergrund stehen. Ich möchte in der Regierung Menschen wissen, die bereit sind Althergebrachtes zu verabschieden, wenn es nicht dem Wohle aller dient, Privilegien, Machtmißbrauch, Parteienselbsterhaltungstriebscharmützel etc. etc.

Es wird davon abhängen, wer als Mensch den Menschen glaubwürdig ist, wessen Herzverstand den Herzverstand der Menschen zu erreichen vermag. Es wird davon abhängen, wer ein vollinhaltliches Miteinander bejaht und lebt.

Ich will Diskussionen sehen, die Inhalt haben, wo Herzblut spürbar ist und nicht das Bestreben andere zu erniedrigen, um sich selbst zu erhöhen. Um es noch einmal deutlich zu sagen: WIR alle sind mitverantwortlich für alles, was in diesem Land vor sich geht. Die, die tun, und die die geschehen lassen. Es gilt in Dialog zu treten.
Auch ein oder mehrere Poltiker, die nicht weiter wissen, sind keine Katastrophe, so sie den Mut haben, sich Hilfe zu holen, und hier meine ich nicht Hilfe bei der Imagepflege, sondern substanzielle Hilfe.

Hört auf euch zu isolieren, euch in Kämmerleins zu verstecken und in Grabenkämpfen zu verlieren. Gewinnt eure Souveränität zurück, jeden Tag im Spiegel euch als Menschen zu erkennen, als Menschen unter Menschen.
Nicht unfehlbar, nicht allwissend, aber von Herzen beseelt das Bestmögliche aus der Verantwortung zu machen, die euch gegeben. Wenn ihr dazu nicht in der Lage seid, tretet zurück, übergebt die Verantwortung einem, der das Vertrauen verdient. Verzichtet auf eure Zulagen und Sonderleistungen und werdet endlich glaubwürdig.

Ein Politiker, der nicht bereit ist, auf vergleichsweise sehr hohe Bezüge zu verzichten, während viele an der Armutsgrenze leben, ist nie und nimmer glaubwürdig.
Es ist Zeit für einen radikalen Wandel, einen radikalen Neuanfang..beherzt, intelligent und menschlich.

Dies ist ein Unterfangen, das Österreich zu einem Pionier machen kann, das vermeintlich Unmögliche zu wagen. Eine radikale Entbürokratisierung, eine Vermenschlichung des Staates, ein Volk, das in einem Geist für Mut zum Wandel, zu Mitgefühl und Wahrhaftigkeit steht, in dem Bewußtsein regiert und nicht sich schönredende Ohnmacht.

Legt die Paradigmen einer neuen Zeit in Würde, Achtung, Freiheit, Selbstverantwortung und Mitgefühl. Hinterfragt alles und seid offen für neue Formen des Zusammenlebens, und des Verwaltens und ein WIR wird erblühen in diesem Land in dem Worte wie Volksnähe der Vergangenheit angehören. Es gilt nicht dem Volk sich zu nähern, es gilt sich als Teil des Volkes zu begreifen, ebenso als Teil der umgebenden Natur, ebenso als Teil dieses Planeten.

Es ist die gefühlte und gelebte Verbundenheit, die Brücken baut und niemals Worte, denen keine Taten folgen. Die Verbundenheit mit dem Leben an sich, mit Menschen, Tieren, der Natur, der eigenen Seele und der Seele in allem.

In diesem Sinne: Besinnt euch, weitet die Sinne, erinnert euch an ein Selbst in euch, das mutig ist und bereit sich dem JETZT zu stellen und aus dem JETZT zu agieren.

Lile«

Gespräch mit Lile an Eden:

DS: Guten Tag, liebe Frau Kriebernegg – oder wie darf ich Sie ansprechen?

Die österreichische Künstlerin und Autorin mehrer Bücher Lile an Eden alias Gabriela Kriebernegg gehört keinem politischen Lager an, hat aber ihre ganz eigene Sicht auf die Dinge und stellt an Politiker elemantare Anforderungen.

Die österreichische Künstlerin und Autorin mehrer Bücher Lile an Eden alias Gabriela Kriebernegg gehört keinem politischen Lager an, hat aber ihre ganz eigene Sicht auf die Dinge und stellt an Politiker elemantare menschliche Anforderungen.

Nennen Sie mich bitte einfach Gabriela.

DS: Sehr gerne, vielen Dank! Kommen wir gleich zur Sache: Sie sprechen in Ihrem Offenen Brief von einer Spaltung des Landes…

Moment, ich spreche von der »postulierten Spaltung«, weil diese u.a.von den Medien heraufbeschworen wird.  Klar, das »Drama« verkauft sich besser als »Harmonie«, und es gibt kaum von Subventionen unabhängige Medien, was für eine objektive Berichterstattung unerläßlich wäre. Aber davon abgesehen gibt es diese beiden Lager, die jetzt gerne gegeneinander ins Feld geführt werden. Da ist die Freiheitliche Partei, die  Ängste anspricht, etwa die Angst davor, in Anbetracht der Flüchtlingsströme etwas abgeben zu müssen, bzw. selbst in Mangel zu geraten, wegen der Flüchtlinge oder etwa die Angst vor dem Terror – ohne meines Erachtens ausreichend auf die Ursachen dieser Völkerwanderungen hinzuweisen, was ein Gesamtgewahrsein über die weltpolitische Situation fördern könnte, ebenso wie über den Mißbrauch, der hier mit Menschen als Migrationswaffe betrieben wird, wo Glaube für die betreffenden Verursacher nur ein weiteres Glied der Instrumentalisierung ist und meist als Deckmantel für die eigenen Allmachtsphantasien mißbraucht wird. Es ist mein persönlicher Eindruck, daß hier Ängste auch institutionalisiert werden, auch zum Zwecke des eigenen Machtgewinns. Den Menschen auf seine Ängste zu reduzieren, halte ich nicht für einen ganzheitlichen Zugang. Und da ist die andere Seite, die in einem falschen Verständnis von christlicher Nächstenliebe meint, alle Flüchtlinge aufnehmen zu können und zu müssen, ebenso ohne das Dahinter ausreichend ins Gewahrsein zu bringen, bzw. als Regierung der geplanten Destabilisierung Europas Einhalt gebietet, und exakt das Intentierte bedient, indem Ausgrenzung der Andersmeinenden hier im Inland Fuß faßt. So findet eine Polarisierung statt. Zudem gibt es zahllose mit dem gegenwärtigen politischen System zutiefst Unzufriedene (was sich bei weitem nicht nur auf die Flüchtlingsdebatte reduziert), die sich dann als Nichtwähler üben oder der ihnen weniger schlimm scheinenden Partei bzw. Person zähneknirschend ihre Stimme geben, weil sie der Auffassung sind, daß nicht zu wählen ein »no go« ist, wobei man hier eigentlich nicht von einer Wahl im Sinne einer Zustimmung sprechen kann, sondern von einer Akzeptanz des geringer scheinenden Übels. Schauen Sie, die Menschen in Österreich wie in Deutschland fragen sich natürlich – zunächst ganz verständlich – warum sie, die sie ihr ganzes Leben lang sich alles mühsam erarbeiteten, plötzlich alles teilen sollen mit den Flüchtlingen. Wenn man sich aber mal die Vermögensverteilung – weltweit, wie auch hier in unseren Gefilden genauer anschaut – stellt man doch fest, wie ungleich alles verteilt ist. Auch die Ausbeutung Afrikas ist eine Tatsache. Es besteht keine Notwendigkeit, daß dort auch nur ein Kind verhungert. Worauf basiert unser Geldsystem, wie viel an sogenanntem Wohlstand basiert auf der Ausbeutung anderer? Der Preis für die Schuldenpolitik ist die verlorene Menschlichkeit, und dies wird geflissentlich übersehen. Oder, wenn ich an diese Heuchelei denke, beispielsweise nach den Terroranschlägen von Paris. Da stellen sich die Amerikaner hin und sagen »Je suis Paris«, dabei haben die doch selbst IS-Kämpfer ausgebildet. D.h., Flüchtlingsströme werden künstlich erzeugt und dienen als Migrationswaffe.

DS: Gut, Sie kritisieren also vor allem die Oberflächlichkeit in der politischen Auseinandersetzung und die fehlende Wahrhaftigkeit.

Nicht umsonst gibt es einen riesigen Pool an Menschen in unserem Land, die mit dem System unzufrieden sind, wie ich es auch in meinem Offenen Brief angesprochen habe. Schauen Sie sich doch einfach mal die Nationalratssitzungen an. Keiner hört dem anderen zu, jeder vertritt nur die Parteilinie (die wiederum von den Lobbies vorgegeben wird) und sucht nach dem Fehler des anderen. Es muß aber um das Volk gehen, nicht um Parteiinteressen. Ich weiß, daß dieser Appell manchen als naiv erscheinen wird, aber trotzdem ist das elementar. Bezeichnend war beispielsweise die Einlassung unseres neuen Bundeskanzlers, der zum Ausdruck brachte, man habe »die Botschaft« des Wählers verstanden, und man wolle sich jetzt dem Volk wieder »nähern«, also mehr »Volksnähe« üben. Hier verrät doch schon der Begriff alles: Politiker, die sich nicht als Teil des Volkes sehen, sondern als ein besondere Klasse, die sich jetzt dem Volke wieder etwas annähern möchten…

DS: Sie haben gerade das Wesen des praktizierten Parlamentarismus beschrieben.

Ich will diesen ganzen Zirkus nicht mehr. Den Menschen wird viel zu wenig zugemutet. Warum sagt man uns nicht, daß wir kurz vor der kompletten Versklavung stehen? Dann könnten die Menschen selbst entscheiden, ob sie das noch mitmachen, oder das gesamte System endlich einmal hinterfragen wollen, in dem die Politik längst nicht mehr das Sagen hat, sondern nur bestimmte Teile der Wirtschaft. Beispiel TTIP: Ich weiß, daß 80 Prozent selbst unserer Politiker dieses sogenannte Freihandelsabkommen eigentlich nicht umsetzen wollen. Dort im Parlament werden für zwei Stunden die TTIP-Dokumente zur Einsicht ausgelegt, noch nicht einmal in deutscher Übersetzung. Und dann kommt eine Abstimmung in Brüssel. Es wird keine Mehrheit dafür gefunden, die Abstimmung wird verschoben, und die nächsten drei Monate sind die Lobbyisten am Werk und schon weiß jeder: Die Wahrscheinlichkeit ist dennoch hoch, daß es kommt.

DS: Norbert Hofer, der FPÖ-Präsidentschaftskandidat, hat ja gesagt, er werde TTIP nur unterschreiben, wenn zuvor eine Volksabstimmung stattgefunden hat.

Das möchte ich aber auch meinen.

DS: Wenn Sie so ein negatives Bild von Ihren bzw. unseren Politikern haben – was versprechen Sie sich dann von einem Offenen Brief, der sich genau an diese Personen richtet?

Wenn ich allen Politikern pauschal die Einsichtsfähigkeit oder gar die Menschlichkeit abspreche, dann ist keine Entwicklung mehr möglich. Es gilt einen Dialog zu führen. Was ich will, ist ein Bewußtsein für die Einheit in der Vielfalt, die unser Sein ausmacht, also für die Verbindung der Menschen und Völker untereinander. Wie eine bunte Blumenwiese, die erst durch ihre vielen verschiedenen Farben ihre ganze Schönheit gewinnt und dennoch als Einheit betrachtet werden muß. Wenn ich also auch die Individualität des Menschen betone – oder Sie würden auf die Identität der Völker besonderen Wert legen – so darf ich doch den Blick auf das Ganze nicht verlieren.

DS: Liebe Gabriela, wir danken Ihnen für das offene Gespräch und wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg, gerade auch in Ihrem Bemühen, einen wichtigen Dialog anzustoßen.

Das Gespräch führte DS-Chefredakteur Peter Schreiber.

Zur Person:

Selbstbeschreibung:  »Unter ihrem Künstlernamen Lile an Eden hat die Grazer  Schauspielerin, Designerin, Autorin und Empathin  Gabriela Kriebernegg mehrere Bücher geschrieben,  die allesamt in unterschiedlichster Form Wege zeigen, die Illusion der Trennung zu überwinden. Sie erforscht seit vielen Jahren die Multidimensionalität des menschlichen Seins und begleitet Menschen zu mehr Selbstgewahrsein, Selbstbestimmung und einem freien, zum Wesen hin durchlässigen Ausdruck ihres eigenen gefühlten Seins.«

Mehr über Gabriala Kriebernegg alias Lile an Eden finden Sie hier:

http://www.artvisionweb.com/index.php/aktuelles

Lile an Eden auf Facebook:

https://www.facebook.com/LilyAnEden

 

 

 

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