Erneute Zerreißprobe in der AfD-Führung

Die Annahme einer Einladung des Vorsitzenden des „Zentralrats der Muslime“ Aiman Mazyek scheint der AfD-Chefin Frauke Petry wenig Glück zu bringen. Das für kommenden Montag geplante Gespräch stößt bei...

Die Annahme einer Einladung des Vorsitzenden des „Zentralrats der Muslime“ Aiman Mazyek scheint der AfD-Chefin Frauke Petry wenig Glück zu bringen. Das für kommenden Montag geplante Gespräch stößt bei Mitgliedern und Unterstützern der Partei seit Bekanntwerden auf wenig Verständnis.

Nun hat Alice Weidel (AfD-Vorstand) ihre Teilnahme abgesagt. Wie „Bild“ berichtete, bezeichnete sie Mazyeks Einladung an die AfD als „scheinheilig“. Sie wirft ihm vor, sich als „selbsternannter Vertreter der Muslime“ in fast jede Debatte als „Dauergast in den Talkshows“ in eigener Sache einzuschalten und sich nicht von den Steinzeit-Praktiken der Scharia zu distanzieren.

Die Auseinandersetzung kommt für Petry zur Unzeit. Erst letzte Woche hatte der Auftritt des AfD-Abgeordneten Hans-Thomas Tillschneider aus Sachsen-Anhalt bei Pegida in Dresden ernste Zerwürfnisse ausgelöst, weil er u.a. mit dem sächsischen Landesverband nicht abgesprochen gewesen sein soll.

Daraufhin hatte sich der Vorstand der sächsischen AfD-Landtagsfraktion in einem Brief an die Magdeburger AfD-Fraktion beschwert. In dem zweiseitigen Schreiben, das auszugsweise in der Regionalzeitung „Freie Presse“ stand, wurde Tillschneider „unprofessionelles und unkollegiales Verhalten“ vorgeworfen und behauptet, er habe der „Partei mit seinem öffentlichen Auftritt in Dresden geschadet“.

In Sachsen-Anhalt sieht man die Sache etwas entspannter. Der Landesvorsitzende und Chef der Magdeburger AFD-Fraktion André Poggenburg sieht u.a. die Forderung seines Kollegen, den mehrfach vorbestraften Pegida-Mann Lutz Bachmann mit einem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse auszuzeichnen, als „vertretbare politische Provokation“. Zwar habe Tillschneider ohne Auftrag gehandelt, dennoch erkenne auch er Pegida als Bürgerbewegung an.

Lutz Bachmann polarisiert, seitdem er im Jahr 2014 Pegida ins Leben gerufen hat. Auch wenn seine bekanntgewordenen Äußerungen teilweise die Grenzen des guten Geschmacks und derzeit auch die der Gesetze weit überschreiten, so scheinen sie doch angesichts der Beschimpfungen, denen sich das Volk seitens der herrschenden Politiker ausgesetzt sieht, in der öffentlichen Wahrnehmung nicht allzu schwer zu wiegen. Das sollte Merkel, Gabriel und insbesondere Heiko Maas zu denken geben.

Aber auch Frauke Petry hätte allen Grund zum Nachdenken. Während Tillschneider, der auch Sprecher der „Patriotischen Plattform“ seiner Partei ist, den Vorsitzenden des selbsternannten Zentralrats der Muslime, Ayman Mazyek, als „Chefislamisierungslobbyist“ bezeichnet hat, hält Petry bislang an ihrem Vorhaben, Mazyek demnächst treffen, fest. Es sollte ihr klar sein, dass sie sich mit dem Chef eines Verbandes einlässt, der für gerade 10 000 (Wikipedia, laut „Bild“ angeblich 400.000) Moslems in Deutschland sprechen kann, dafür aber häufig Im Zusammenhang mit der in Ägypten verbotenen Muslimbruderschaft genannt wird.

Einige Tage Zeit zum Nachdenken bleiben Petry noch. Sie muss sich entscheiden, ob ihr ein Platz am Katzentisch der „Macht“ mehr wert ist als die Interessen des deutschen Volkes.

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