Kultur der Gewalt und Frauenverachtung

Die Wahrheit geht manchmal seltsame Wege. Wer hätte noch vor wenigen Jahren gedacht, dass ausgerechnet in einem Buch der bekannten Feministin Alice Schwarzer die Realität in einer schonungslosen Ehrlichkeit...

Die Wahrheit geht manchmal seltsame Wege. Wer hätte noch vor wenigen Jahren gedacht, dass ausgerechnet in einem Buch der bekannten Feministin Alice Schwarzer die Realität in einer schonungslosen Ehrlichkeit geschildert würde. Unter dem Titel „Der Schock – die Silvesternacht von Köln“ wird demnächst zu lesen sein, welche Schlüsse Frau Schwarzer aus den Ereignissen zum Jahreswechsel gezogen hat.

Prof. Bassam Tibi

Zu Wort kommt dabei auch Bassam Tibi, ein 72jähriger emeritierter Politologe der Universität Göttingen mit syrischen Wurzeln. Die „Welt“ hat den Text vorab veröffentlicht. Professor Tibi beschreibt die in arabischen Ländern herrschende Kultur der Gewalt und Frauenverachtung mit Worten, für die es sonst Anzeigen wegen Volksverhetzung, Sperrungen in sozialen Netzwerken und einen sicheren Platz in der „rechten Ecke“ geben würde.

Der Syrien-Experte warnt, dass das Frauenbild der orientalischen Einwanderer eine Integration verhindert. Künftig sei mit sexuellen Übergriffen wie in der Kölner Silvesternacht vermehrt zu rechnen. Es gehe den orientalischen Männern bei der ausgeübten sexuellen Gewalt nicht nur um die „sexuelle Attraktion“ der europäischen Frau, sondern auch um den europäischen Mann, dessen Ehre beschmutzt werden soll.

Für diese ungeheuerlich klingende Behauptung führt Tibi Erfahrungen aus dem Bürgerkrieg in Syrien an: „Schiitisch-alawitische Soldaten der syrischen Armee vergewaltigen als Mittel der Kriegsführung Frauen der sunnitischen Opposition. Die sunnitischen Rebellen tun ihrerseits dasselbe mit alawitischen Frauen. Es ist ein Krieg aller gegen alle – mit den Frauen als Faustpfand.“ Mit dieser Einstellung würden die Syrer auch in Europa weiterleben wollen.

Professor Tibi gibt Angela Merkel eine Mitschuld. Ihre Einladungspolitik würde den jungen Männern den Eindruck vermitteln, „dass jeder Europäer eine Luxuswohnung, ein Auto und eine hübsche Blondine hätte – und sie dies auch bekommen würden und am Wohlstand beteiligt werden.“ Die Realität sieht bekanntlich anders aus, sie kann aber keine Entschuldigung dafür sein, Verbrechen an der einheimischen Bevölkerung zu begehen.

Es gibt aber auch keine Entschuldigung dafür, diese Zustände sehenden Auges herbeizuführen. Die derzeit noch regierenden politischen Eliten verschließen in der Öffentlichkeit nicht nur die Augen vor der Realität, sie gehen mit allen ihnen möglichen Mitteln gegen jeden vor, der ihre politische Linie kritisiert. Meinungsunterdrückung, Kriminalisierung und Existenzvernichtung gehören zum Alltag im angeblich freiesten Staat, den es je auf deutschem Boden gab. Doch es ist Bewegung in die erstarrte Gesprächskultur gekommen. Die Übergriffe von Köln ließen sich nur noch wenige Tage verheimlichen. Die Wahrheit brach sich Bahn, seither ist immer öfter Klartext zu hören.

Dabei darf es jedoch nicht bleiben. Bassam Tibi warnt davor, dass die laufenden Prozesse des Staatszerfalls im Nahen Osten in den nächsten Jahren „gewaltige demographische Lawinen“ auf Europa zukommen lassen werden. Darauf darf nicht mit Schönwetterpolitik reagiert werden. Die Schließung der Balkanroute war ein erster Schritt in die richtige, die Türkei-Politik der Bundeskanzlerin ist ein Schritt in die falsche Richtung. Angela Merkel befindet sich auf einem Holzweg und hält alternativlos an ihrem Kurs fest. Der Rücktritt des österreichischen Bundeskanzlers Werner Faymann zeigt, wohin die politische Reise auch in Berlin gehen sollte.

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