Zahnloser AfD-Löwe in der Talkshow: Wenn Gauland wie „Flauland“ klingt.

Millionenfache Einwanderung meist junger Männer aus islamischen Ländern, kriminelles Treiben arabischer und kurdischer Großfamilien in Deutschland, bürgerkriegsähnliche Ausschreitungen in französischen Vorstädten, das Kippen der Bevölkerungsstrukturen zum Nachteil der heimischen...
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Millionenfache Einwanderung meist junger Männer aus islamischen Ländern, kriminelles Treiben arabischer und kurdischer Großfamilien in Deutschland, bürgerkriegsähnliche Ausschreitungen in französischen Vorstädten, das Kippen der Bevölkerungsstrukturen zum Nachteil der heimischen Bevölkerung in Schweden, England und anderswo – es ist Zeit zu handeln!

Große Hoffnung erweckt derzeit die „Alternative für Deutschland“, die vorgibt, an dieser Entwicklung etwas ändern zu wollen. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an den Auftritt des AfD-Vizes Alexander Gauland bei Maybritt Illner. Doch wer aus diesem Grunde die Sendung einschaltete, wurde enttäuscht. Der Brandenburgische Landesvorsitzende wirkte müde, daran konnte auch die erstaunlich BremenVahr-Heideplatz_1realistische Einleitung der Moderatorin nichts ändern. Ihre Schilderung der Zustände in überfremdeten Stadtteilen und sozialen Brennpunkten, die sich mit dem Zuzug der „Flüchtlinge“ absehbar verschärfen werden, hätte eine Steilvorlage für Gauland sein können.

Doch der redete lieber über die Rolle des Islam im Programm der AfD oder in deutschen Museen. Seine entsetzten Anhänger durften Floskeln wie „Muslime gehören zu Deutschland“ oder „die einen deutschen Pass haben, die kann man nicht abschieben – das will auch keiner“ vernehmen. Für Sätze wie „Wir müssen Integration betreiben bei denen, die da sind“ benötigt Deutschland keine politische „Alternative“, so reden die etablierten Parteien selbst. Einzig einen weiteren Zuzug möchte Gauland verhindern – doch das hört man auch bei der CSU.

Vierzig Jahre Mitgliedschaft in der CDU haben bei dem 75jährigen AfD-Politiker ihre Spuren hinterlassen. Sorgen bereitet Gauland deshalb der soziale Frieden. Der könne in Gefahr geraten, wenn wir „den Deutschen an dem unteren Ende der Skala das Gefühl geben, sie kommen erst nach den Flüchtlingen dran“. Einen daraus erwachsender Protest möchte er einsammeln und zumindest so tun, als würde er ihm eine „Stimme geben“. Früher oder später werden seine Wähler diese Taktik aber hoffentlich durchschauen.

Der ebenfalls eingeladene Politikwissenschaftler Klaus Leggewie erging sich in Phantasien einer rundum gelungenen Integration, bei der er Heimatvertriebene, Gastarbeiter, Asylbewerber und die Zivilinvasoren der Gegenwart unter dem Stichwort „Multikulti“ schamlos vermengte. Gauland setzte dem wenig und dann auch erst zum Ende der Sendung in ein paar dürren Worten entgegen.

Manche Themen blieben ganz ausgeblendet: Der weltweite islamische Terror oder die Verwandlung des Libanon – einst „Schweiz des nahen Ostens“ genannt – in ein Schlachtfeld nationaler und religiöser, meist islamischer Interessen als Horrorszenario für Europa oder die Ursachen der modernen Völkerwanderung – Fehlanzeige! Alexander Gauland brachte es nicht fertig, diese Themen zur Sprache zu bringen.

In den Rezensionen der Presse wurde Gauland als der „Verlierer“ des Abends dargestellt. Das könnte ein Vorzeichen für den demnächst in Stuttgart stattfindenden Parteitag der AfD sein. Nicht nur Alexander Gauland oder Frauke Petry werden sich positionieren müssen, wenn ihre Partei eine Zukunft haben will. Es geht um Deutschland und Europa – nicht mehr und nicht weniger.

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