Nicht der Macht der Konzerne beugen: Glyphosat endlich verbieten!

Erwartungsgemäß sind sowohl das Europäische Parlament als auch die Bundesregierung vor der Macht der Konzerne eingeknickt. Die Agrarkonzern-Lobbyisten haben ganze Arbeit geleistet: die Bundesregierung und das EU-Parlament haben sich...

Erwartungsgemäß sind sowohl das Europäische Parlament als auch die Bundesregierung vor der Macht der Konzerne eingeknickt. Die Agrarkonzern-Lobbyisten haben ganze Arbeit geleistet: die Bundesregierung und das EU-Parlament haben sich dafür ausgesprochen, das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat weiterhin zuzulassen, obwohl mehrere Studien ergeben haben, dass die Substanz beim Menschen Krebs hervorrufen kann. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hatte Glyphosat bereits im März 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. Seit langem bekannt sind die Folgen für die biologische Vielfalt. Sowohl Insekten als auch Vögeln wird mit der Nutzung der gefährlichen Substanz die Lebensgrundlage entzogen.

Glyphosat ist das weltweit am häufigsten zum Einsatz kommende Unkrautvernichtungsmittel, allein in Deutschland wird es auf rund 40 Prozent der Ackerflächen verwendet. Der weltweite Verbrauch von Glyphosat ist in den letzten 40 Jahren um das 260-fache gestiegen. Im Jahr 2014 wurden insgesamt 825.000 Tonnen Glyphosat auf landwirtschaftlich genutzten Flächen eingesetzt.

Doch Studien haben auch schon ergeben, dass der Stoff nicht alternativlos ist und dass ein Verzicht die deutsche Landwirtschaft nicht in den Ruin treiben würde. So hat unter anderem das Julius-Kühn-Institut auf Möglichkeiten hingewiesen, wie man die Nutzung von Glyphosat überflüssig machen kann, ohne negative wirtschaftliche Folgen befürchten zu müssen.

Die EU-Kommission muss über die Weiterzulassung des Unkrautvernichtungsmittels entscheiden, weil die Zulassung Ende Juni ausläuft. Die Zulassung soll, wenn es nach EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker geht, für weitere 15 Jahre erteilt werden. Das Europaparlament hat nun empfohlen, die Zulassung vorerst auf sieben Jahre zu begrenzen. Auch hat sich das Europaparlament dafür ausgesprochen, dass in den kommenden Jahren ein Plan erarbeitet wird, um den Einsatz des Pflanzengifts zu reduzieren.

Letzteres macht deutlich, dass sich die Parlamentarier gegenüber den Konzernen in einer Position der Schwäche sehen. Obwohl sie wissen, dass die Substanz in höchstem Maße bedenklich ist, stimmen sie für die Wiederzulassung und damit für die fortlaufende gesundheitliche Gefährdung von Millionen Menschen. Der zuständige Fachausschuss des EU-Parlaments hatte sich gegen die Neuzulassung von Glyphosat ausgesprochen. Auch er wird nun vom restlichen Parlament, der EU-Kommission und der Bundesregierung übergangen.

Die NPD vertritt den Standpunkt, dass der Erhalt der Gesundheit der Menschen und der natürlichen Lebensgrundlagen Vorrang vor kurzfristigen ökonomischen Erwägungen haben muss. Die Politik hat nicht die Interessen der Konzerne, sondern der Menschen zu vertreten. Glyphosat gilt als wahrscheinlich krebserregend und muss daher verboten werden!

Ronny Zasowk

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