Dramatische Vermögensungleichheit führt zu Altersarmut

Man mag es für eine Bagatelle oder einen Allgemeinplatz halten: die Schere zwischen den Vermögenden und Menschen ohne jegliches Vermögen klafft immer weiter auseinander. Was für viele nichts Neues...

Man mag es für eine Bagatelle oder einen Allgemeinplatz halten: die Schere zwischen den Vermögenden und Menschen ohne jegliches Vermögen klafft immer weiter auseinander. Was für viele nichts Neues ist, hat aber gravierende Auswirkungen auf das künftige soziale Gefüge und den sozialen Frieden in Deutschland. Da die gesetzliche Rente alles andere als existenzsichernd ist, ist jeder Bürger darauf angewiesen, entsprechend hohe Rücklagen zu bilden, um am Ende des Arbeitslebens nicht mit leeren Händen da zu stehen und auf Grundsicherung im Alter angewiesen zu sein.

Schon heute gelten rund 3,4 Millionen Rentner als armutsgefährdet. Wie massiv das Problem Altersarmut zunimmt, wird daran deutlich, dass es im Jahr 2005 „nur“ 10,7 Prozent der Rentner waren, die als armutsgefährdet galten, heute sind es bereits 15,6 Prozent. Rund 500.000 Rentner sind derzeit auf Grundsicherung im Alter angewiesen.

Das aktuelle Rentenniveau bei Arbeitnehmern, die 45 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben, liegt bei rund 50 Prozent. Bis zum Jahr 2030 gehen Experten davon aus, dass das Rentenniveau auf 43 Prozent fallen wird. Vor allem vor dem Hintergrund vielerorts steigender Mieten birgt diese Entwicklung enormen sozialen Sprengstoff.

DIW_BerlinViele Deutsche sind trotz Arbeit nicht in der Lage, für das Alter privat vorzusorgen. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, merkte in einem Interview dazu an: „Immer mehr können nicht mehr mit ihrer eigenen Hände Arbeit ein auskömmliches Leben führen. Immer mehr Menschen hängen vom Staat ab. In Ostdeutschland beziehen die unteren 40 Prozent die Hälfte oder mehr ihres Einkommens aus staatlichen Leistungen.“

Im Jahr 2013 besaßen die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung 51,9 Prozent des Gesamtvermögens, die ärmsten 50 Prozent verfügten gerade einmal über ein Prozent des Gesamtvermögens. Dass diese Entwicklung sogar noch zunimmt, macht ein Vergleich zu Zahlen aus dem Jahr 1998 deutlich, als die oberen zehn Prozent über 45,1 Prozent und die unteren 50 Prozent über 2,9 Prozent des Gesamtvermögens verfügten.

Marcel_Fratzscher_Foto_Stephan_RöhlFratzscher vergleicht die Situation auch mit anderen Mitgliedstaaten der Euro-Zone: „In keinem anderen Land der Euro-Zone besitzen die oberen zehn Prozent so viel und fast 40 Prozent der Bevölkerung so wenig, nämlich nichts. Am gravierendsten aber ist die geringe Chancengleichheit. Die Möglichkeit für Menschen aus sozial schwachen Gruppen aufzusteigen ist in wenigen Industrieländern so gering wie hierzulande.“

Welche dramatischen Konsequenzen die auseinandergehende Schere zwischen Arm und Reich und die wachsende Armutsquote in unserem Land haben, schildert der an der Berliner Humboldt-Universität lehrende Ökonom: „Vielen Eltern fehlt das Geld, ihre Kinder in Sportvereine, zum Musikunterricht oder auf Klassenfahrten zu schicken. Sie leben ungesünder, sind weniger glücklich, ihre Lebenserwartung ist kürzer. Und damit verfestigt sich die Ungleichheit und wird über die Generationen größer, und immer häufiger gilt: Arm bleibt arm und reich bleibt reich.“

Die NPD setzt sich seit Jahren für eine gerechtere Abgaben- und Steuerpolitik ein. Die wachsende Einkommens- und Vermögensungerechtigkeit ist die logische Folge einer falschen und unsozialen Politik, die Arbeitseinkommen stärker als Kapitaleinkommen besteuert. Die Steuern und Sozialabgaben steigen seit Jahren, weil der Staat sich Aufgaben wie die Rundumversorgung von Zuwanderern und die Rettung des internationalen Bankensektors aufgehalst hat, was vor allem Menschen mit geringen und mittleren Einkommen sowie Familien und Alleinerziehende finanziell stark belastet.

Der Niedriglohnsektor ist in den vergangenen Jahren massiv gewachsen, erzwungene Teilzeit und Leiharbeitsverhältnisse sind für Millionen Menschen der dauerhafte Normalzustand. So lange sich daran nichts ändert, bleibt es dabei, dass ein beträchtlicher Teil von der wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt wird und nichts für das Alter zurücklegen kann.

Ronny Zasowk

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