Meckern im Paradies

Es hat sie wirklich schlimm getroffen, die Somalier in Halberstadt. Da sind sie aus ihrem krisengeschüttelten Heimatland am Horn von Afrika um die halbe Welt gereist, um ausgerechnet in...

Es hat sie wirklich schlimm getroffen, die Somalier in Halberstadt. Da sind sie aus ihrem krisengeschüttelten Heimatland am Horn von Afrika um die halbe Welt gereist, um ausgerechnet in Sachsen-Anhalt zu stranden. Es gibt aus der Sicht eines „Somalischen Komitees“, das im hessischen Darmstadt seinen Sitz hat, viel zu kritisieren. Und wer in Deutschland etwas zu kritisieren hat, kann dafür auch auf die Straße gehen.

Asyl_HBS_Straße_Demo1Am 26. Januar war es dann soweit. Etwa 150 „Flüchtlinge“ zogen mit Kind, Kegel und Kinderwagen durch die Straßen der Harzstadt. Auf Transparenten forderten sie eine „grundsätzliche Anerkennung als Bürgerkriegsflüchtlinge“. Sie behaupteten auch, gegenüber anderen Einwanderern benachteiligt zu werden und verlangten kürzere Verfahren, eine Gesundheitskarte, Integrationskurse usw. Das ist ziemlich viel für jemanden, der sich als „Gast“ in einem fremden Land einquartiert hat. Aber bekanntlich gilt hierzulande der Grundsatz „Frechheit siegt“. Allerdings mussten selbst die Journalisten der örtlichen Regionalzeitungen einräumen, dass die Forderungen der Afrikaner bei den Zuschauern am Straßenrand auf wenig Gegenliebe stießen. Die Kommentarspalten in der MZ haben sich inzwischen ebenfalls mit ablehnenden Zuschriften gefüllt.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) weist die meisten Behauptungen der Demonstranten zurück. Eine Einreise über sichere Drittstaaten (Dublin II) zeigt an, dass es nicht in erster Linie die Furcht von den Zuständen im Süden Somalias ist, die zur Flucht nach Deutschland (und auch Schweden) führte. Sondern es ist der Wunsch, möglichst komfortabel zu stranden.

432px-Somali-war-12252006-1952.svgVöllig unbeachtet bleibt in allen Berichten, dass es einen Norden Somalias gibt. Hier haben sich in den letzten Jahrzehnten relativ stabile Staaten gebildet. Doch weder „Somaliland“ noch „Puntland“ werden international anerkannt. Normalerweise müssten diese Länder den ersten Anlaufpunkt für Flüchtlinge stellen. Aber auch wohlhabende Länder wie Saudi-Arabien liegen wesentlich näher als Mitteleuropa. Doch die für Pilger errichteten Zelte in den heiligen Städten Mekka und Medina stehen leer, obwohl hier mehrere Millionen Menschen eine klimatisierte Unterkunft finden könnten. Und die Herrscher in dieser frommen Wüstenregion sorgen dafür, dass es so bleibt.

Ende 2015 äußerte der einstige (und nicht unumstrittene) US-Außenminister Kissinger sein Erstaunen: „Wir beobachten in Europa ein sehr seltenes historisches Ereignis: Eine Region verteidigt ihre Außengrenzen nicht, sondern öffnet sie stattdessen.“ Und mit Blick auf Kanzlerin Merkel: „Sie muss abwägen zwischen dem Leid der Flüchtlinge und den langfristigen Auswirkungen auf ihr Volk.“ Bei dieser Entscheidung sollten wir ihr und den Altparteien auf die Sprünge helfen!

Abschließend noch ein Rat an die unzufriedenen Somalier: Die ersten Iraker packen ihre Sachen und fliegen zurück in die Heimat. Vielleicht kann das „Somalische Komitee“ dabei behilflich sein, es ihnen gleich zu tun.

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