Der „Einzelfall“ aus Recklinghausen

Das gescheiterte Attentat von Paris wäre in den Berichten über die Verbrechen von Köln, Hamburg, Stuttgart und anderswo fast untergegangen. Am Donnerstag, dem ersten Jahrestag des Anschlags auf das...
Recklinghausen_Markt

Das gescheiterte Attentat von Paris wäre in den Berichten über die Verbrechen von Köln, Hamburg, Stuttgart und anderswo fast untergegangen.

Messer-Faust 2aAm Donnerstag, dem ersten Jahrestag des Anschlags auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo”, war ein Mann auf zwei Polizisten zugelaufen, hatte „Allahu Akbar” gerufen und ein Schlachterbeil gezogen. Bevor er in ein Polizeikommissariat eindringen konnte, erschossen ihn die Beamten. Ermittler fanden bei ihm ein Bekenntnis zur Terrormiliz Islamischer Staat, auch unter IS, ISIS, ISIL oder Daesh bekannt. Der aus Belgien stammende Sprengstoffgürtel erwies sich als Attrappe, in seinem Handy steckte eine deutsche Sim-Karte. Eiffel_tower1Die französische Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordversuchs und Terrorismus. Verbindungen des Täters zu Terroristengruppen sind allerdings bislang nicht bekannt geworden.

Die Sim-Karte stammte nicht zufällig aus Deutschland. Wie sich nun herausstellte, hielt sich der Täter zuletzt in Recklinghausen auf. Er lebte in einer Wohnung auf dem Gelände einer Asylunterkunft. Wie die „Welt am Sonntag” unter Berufung auf deutsche Sicherheitskreise schreibt, war der Mann in der Bundesrepublik unter vier Aliasnamen registriert, Asyl habe er unter dem Namen Walid Salihi beantragt.

Es soll bereits mehrfach polizeilich – also kriminell – in Erscheinung getreten sein. So habe er in seiner Unterkunft er im September 2015 das Zeichen des IS an die Wand gemalt. Er gab insgesamt mindestens vier Staatsangehörigkeiten an, mal war er Syrer, mal Marokkaner, auch als Georgier wurde er registriert. Inzwischen verdichten sich die Hinweise, dass er aus Tunesien stammen könnte.

AsylBalkan1Die Ermittlungsbehörden haben die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass der Attentäter psychisch gestört sein könnte. In gewissen Asyl-Unterstützerkreisen könnte diese Nachricht mit Erleichterung aufgenommen werden und zur Rettung des in der letzten Woche möglicherweise angeschlagenen Weltbildes beitragen. Dabei ist es völlig egal, wie die Psychiater diesen Fall interpretieren!

Fakt ist doch, dass ein geistig verwirrter Mann – egal ob krankhafte oder religiöse Ursachen dafür maßgeblich waren – es geschafft hat, sich unter vier Identitäten in Deutschland Asyl zu erschleichen. Drei davon (Syrien, Tunesien, Marokko) gründen sich auf einer arabischen Herkunft und dürften deshalb für hiesige Beamte kaum unterscheidbar sein. Klar aber hätte sein müssen, dass sowohl Tunesien als auch Marokko sichere Herkunftsländer sind, aus denen niemand „flüchten“ muss. Selbst ein Großteil der Syrer kommt aus derzeit sicheren Gebieten in der Türkei oder dem Libanon und ist zudem über mehrere ebenfalls sichere Drittstaaten eingereist. Über den „Georgier“ muss man nicht weiter reden, hier stimmte wirklich nichts.

Merkel_HaendeDer „Einzelfall“ aus Recklinghausen macht schlaglichtartig klar, wie überfordert viele Beamte sind, die dienstlich mit Fragen der Asylgewährung beschäftigt sind. Er zeigt aber auch, wie handlungsunfähig die Bundesregierung ist, ungeachtet aller Sprechblasen, die ihre Vertreter von Merkel über Maas, de Maizière oder Schwesig im Stundentakt zur Volksberuhigung absondern. Warum ist bisher noch niemand auf die Frage gekommen, ob der Herr mit den vier Identitäten nicht auch viermal (oder noch öfter?) abkassiert hat? Wie viele falsche Flüchtlinge leben inzwischen unter uns, wie viele sind auf dem Weg hierher? Wer kassiert mehrfach ab? Wo sind die Anhänger des „Islamischen Staates“ noch aktiv? Wer plant Attentate?

Ein „weiter so“ darf es in unserem Land nicht mehr geben – das werden auch Tränengas und Wasserwerfer, Volksverhetzungsparagraphen oder hauptamtliche Demagogie nicht verhindern können.

Hier endete der Artikel ursprünglich. Im Laufe des Tages kamen aber weitere Fakten heraus:

Inzwischen wird von (mindestens) sieben Identitäten des Attentäters geschrieben. Außerdem sei gegen ihn wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz, Rauschgifthandel, Körperverletzung und der Belästigung von Frauen (!) ermittelt worden. Laut „Spiegel“ soll er 2013 zum ersten Mal nach Deutschland eingereist sein, nachdem er zuvor fünf Jahre illegal in Frankreich gelebt hatte. Der „Focus“ weiß zu berichten, dass er eine einmonatige Freiheitsstrafe unter anderem in Heinsberg, Iserlohn und Bochum abgesessen habe.

Fortsetzung folgt – wenn nötig!

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