Fehler in der Weihnachtsansprache

Fast allen Medien war es eine Meldung wert: „Wegen eines Fehlers im Redemanuskript hat Bundespräsident Joachim Gauck seine diesjährige Weihnachtsansprache noch einmal neu aufzeichnen müssen.“ Und weiter: „Bei der...

Fast allen Medien war es eine Meldung wert: „Wegen eines Fehlers im Redemanuskript hat Bundespräsident Joachim Gauck seine diesjährige Weihnachtsansprache noch einmal neu aufzeichnen müssen.“ Und weiter: „Bei der Erinnerung an den Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen hatte es im ursprünglichen Redetext geheißen, das Unglück habe sich in den Pyrenäen ereignet.“

Wie schön, dass zumindest diese Panne vor der Ausstrahlung entdeckt wurde. Aber hätte man bei dieser Gelegenheit nicht einige weitere Inhalte der Rede ändern können, ja müssen?

Gauck sprach im Zusammenhang mit dem Rückblick auf das Jahr 2015 von Gewalt, Terror und Krieg und benannte die zahlreichen Krisen: „Ich nenne nur die Finanzkrise und die zunehmenden Differenzen in der Europäischen Union, ich nenne die intensiven Debatten um die Zukunft Griechenlands. Ich denke auch an die Ukraine, Syrien, Afghanistan, die vom Terror bedrohten Gebiete Afrikas.“

Wäre es an dieser Stelle nicht angebracht gewesen, die Ursachen der Finanzkrise zu benennen? Hätte der Aufzählung der internationalen Konflikte nicht auch ein Hinweis auf die unheilvolle Rolle der USA und ihrer Verbündeten, zu denen auch Deutschland zählt, bei der Auslösung eben dieser Konflikte folgen müssen?

Bekanntlich kann nur mit einer klaren Benennung der Ursachen eine Lösung bestehender Probleme erfolgen. Wenn der Bundespräsident sich schon dazu aufraffen konnte, auch der „Menschen, die wegen ihres christlichen Glaubens verfolgt werden“ zu gedenken, dann wäre es ebenso an der Zeit gewesen, die Orte der Verfolgung konkret zu benennen. Darunter sind nicht nur Länder des Nahen Ostens, darunter Verbündete des Westens wie Saudi-Arabien oder die Türkei, zu verstehen. Auch in Deutschland selbst gibt es teils gewalttätige Ausschreitungen gegen Christen. Genauer gesagt: Die Meldungen über Polizeieinsätze in Unterkünften für „Flüchtlinge“ kommen inzwischen nicht nur fast täglich, es sind auch immer öfter religiöse Konflikte, die als Auslöser genannt werden.

Gauck spricht von der „Unsicherheit, oft auch Angst“, die die Menschen hier im Land angesichts der Krisen erfasst hat. Erfreulich ist, wenn er meint, „Meinungsstreit ist keine Störung des Zusammenlebens, sondern Teil der Demokratie“. Die Verteufelung jeglicher Kritik an der umgesteuerten Masseneinwanderung aus kulturfremden Regionen der Welt dürfte er aber damit nicht gemeint haben. Und gerade hierbei könnte er einiges von den Staatsmännern unserer Nachbarländer lernen.

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Milos Zeman

So hat der tschechische Präsident Milos Zeman in seiner Weihnachtsansprache die vorgeblichen Flüchtlinge mit dem Trojanischen Pferd verglichen. Er kritisierte, dass es sich bei den aktuellen Vorgängen um eine „organisierte Invasion“ und „keine spontane Bewegung von Flüchtlingen“ handele und sprach sich entschieden dagegen aus, Asylbewerber in Tschechien aufzunehmen: „Dieses Land ist unser Land, es ist nicht für alle da und kann auch nicht für alle da sein.“ Darüber hinaus forderte Zeman junge Männer aus Syrien auf, in ihrer Heimat gegen die Islamisten zu kämpfen, anstatt nach Europa zu fliehen und brandmarkte die Naivität der „Willkommenskultur“ Europas.

Von derartigen Erkenntnissen, gar öffentlichen Äußerungen sind Joachim Gauck und seine Redenschreiber weit entfernt. Aber auch sie werden nicht ewig die Augen vor den Tatsachen verschließen können. Sonst ergeht es ihnen irgendwann wie der greisen Riege in den Politbüros des Ostblocks, über die erst die Zeit hinweggegangen ist und denen dann von den Völkern der Stuhl vor die Tür gestellt wurde. Das müsste der Bundespräsident eigentlich noch wissen.

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